So viel Gnade und Liebe
Lukas 18,27 – 01.06.2014 – Pastor V. Janke

Michael Beyerlein aus Chemnitz ist ein ehemaliger Republikaner. Und war Ausländerhasser, „Ausländer sind unsympathisch.” Ein Freund lädt ihn ein in ein Asylbewerberheim. Er lernt Ausländer mit neuen Augen zu sehen nachdem er sie persönlich kennen lernt. Dann reist er sogar nach Afrika, gewinnt Afrikaner lieb. Heute ist er verheiratet mit einer Afrikanerin. Menschen verändern sich doch! (https://www.youtube.com/watch?v=KTe7ZHJE9uE)


„Wir müssen uns von dem Mythos verabschieden, dass man mit Alten nichts Neues anfangen kann.” (Irmgard Neese auf der Bundeskonferenz in Kassel)


Ich mag Geschichten von Menschen, die Gottes Kraft erlebt haben, denen etwas Schwieriges gelungen ist, die gesiegt haben, obwohl sie geringe oder keine Chancen hatten. Ich mag Geschichten, die zeigen: Was unmöglich ist, ist doch nicht unmöglich. Das etwas unmöglich ist - das kenne ich zur Genüge auch in meinem Leben. Ich mag Geschichten, die mich zum Staunen bringen, Geschichten, die mir Hoffnung machen. Darum mag ich Jesus und sein Wort!


Die ganze Bibel ist Beleg für dies Wort von Jesus: Gott kann!


Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. (...) Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, so dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist. (Hebr 11,1+3) Gott kann aus Nichts eine ganze Welt schaffen! Paulus formuliert es wunderbar:


Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen (Eph 3,20f)


Die Schöpfung ist Beleg: Gott ist nichts unmöglich. Die Verheißung an Abraham und Sara, dass sie ein großes Volk werden sollen, so zahlreich, wie der Sand am Meer, wie die Sterne am Himmel, ist Beleg: Was bei den Menschen unmöglich ist, ist bei Gott möglich.


Als Sara im hohen Alter erfährt, dass sie ein Kind empfangen soll, begegnet uns zum ersten Mal dieser Satz. Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Meinst du, dass es wahr sei, dass ich noch gebären werde, die ich doch alt bin? Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? 1. Mose 18,13f


Viele Jahrhunderte später wird Maria gesagt, dass sie einen Sohn zur Welt bringen wird ohne Hilfe eines Mannes. Und wieder lesen wir: Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Lk 1,37


Einmal fragt ein reicher Mann Jesus, Guter Meister, was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe? (Lk 18,18) Wir lesen, dass dieser Mann sich traurig abwendet. Da sagt Jesus: es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme. Da sprachen, die das hörten: Wer kann dann selig werden? Er aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. So viel ist uns unmöglich. Aber das heißt nicht, dass es unmöglich ist. Jesus kann. Dieser wunderbare Satz das ist möglich bei Gott, bedeutet:


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1. Gott ist gnädig.


Im Lexikon wird Gnade so beschrieben: unverdiente Gunst, Zuneigung, Hilfe, Liebeserweis, Güte, Nachsicht, Schonung, Wohltat ohne Erwartung einer Gegenleistung, Barmherzigkeit, Wohlwollen. Im Mittelhochdeutsch bedeutete Gnade auch: sich zum Ausruhen niederlassen, Glück und Erbar-men. Das Gegenteil von Gnade ist Ungnade, Willkür, Gnadenlosigkeit, Unbarmherzigkeit


Es ist eigentlich unmöglich, ins Himmelreich zu kommen. Jesus erinnert uns an die Gnade Gottes. Gnade ist nicht selbstverständlich, nicht das normale. Jesus stärkt unsere Hoffnung auf die uner-gründliche Gnade Gottes. Gott ist gnädig zu Armen und Reichen. Gott ist gnädig, wo Menschen an ihre Grenzen kommen. Gott ist gnädig, wo Menschen unheilbar krank werden, austherapiert, aus-rangiert, freigestellt werden. Gott ist gnädig, wo Menschen schuldbeladen zu ihm kommen. Gott vergibt Schuld. Gott ist gnädig, wo Menschen IHN suchen. Suchet mich, so werdet ihr leben. Amos 5,4 Jedes Mal wird deutlich: Unsere Unmöglichkeiten sind Gottes Möglichkeiten! Das wünsche ich euch: dass ihr die Gnade Gottes in dieser Woche ganz oft als etwas überaus Kostbares und Wertvolles erlebt.


2. Gott liebt uns.


Wenn ich mich frage, warum Gott im Leben von Menschen Unmögliches ermöglicht, gute Gaben schenkt, Schuld vergibt, neues Leben schenkt, dann finde ich nur eine Antwort: Gott liebt uns! Und weil Gott uns liebt, ist es IHM nicht egal, wenn wir traurig sind, ohnmächtig, hilflos, einsam. Gott gibt niemanden auf, auch nicht den reichen Mann, der sich traurig abwandte, als Jesus ihm sagte, was ihm fehlt, um ins Reich Gottes zu kommen. Und weil Gott uns so unsagbar liebt, darum schenkt ER neues Leben, Wunder, Hoffnung. In meinem Leben habe ich selbst erlebt: Was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Und so ist jeder Christ ein lebendiges Beispiel und Beleg für dies Bibelwort: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich!


Als meine Mutter vor Jahren an Krebs erkrankte und operiert werden musste, habe ich sie besucht. Sie war noch nicht wieder ganz wach nach der OP als ich neben ihrem Bett für sie betete. Auf dem Tisch neben ihrem Bett stand eine Karte. Zwei Worte standen darauf: GOTT KANN! Das ist Trost für jeden, der weiß: Gott liebt mich! Darauf vertraue ich. Darum erinnert uns die Jahreslosung an die Liebe Gottes zu allen Menschen. Und wir werden zu Menschen, die dieser Welt den liebenden, gnädigen Gott zeigen durch Tat und Wort.


»Unsere Welt braucht Menschen, die sich nicht erschrecken lassen von dem, was ist, sondern die sich aufschrecken lassen von dem Jesus, der Mut macht, Unmögliches zu denken und zu wagen: unsere Welt braucht Christen.«
Peter Borchert
(Christoffel-Blindenmission)



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