Herr, wie groß ist deine Liebe!
Jona 1,1-3 – 13.04.2014 – Pastor V. Janke

„Die EU Gesundheitsminister warnen: Rauchen gefährdet ihre Gesundheit!” Täglich begegnen wir in unserem Alltag Warnungen. Wir hören von ungesicherten Unfallstellen, von Gegenständen auf der Fahrbahn. Wir werden gewarnt vor Computerviren, vor Unwetter, Betrügern, Krankheiten, Unfallgefahren, ungesunde Lebensmittel... Überall Warnungen. Wer um eine Gefahr weiß, der hat eine Verantwortung, andere auf diese Gefahr hinzuweisen. Wir sind darauf angewiesen, gewarnt zu werden. Wer sich warnen läßt, der bewahrt sich selbst vor Schaden an Leib, Seele und Geist. In der Bibel steht Wer sich aber warnen lässt, der wird sein Leben davonbringen. Hesekiel 33,5


Ich war Zeuge eines schrecklichen Unfalls. Ein 9-jähriges Mädchen wurde beim Überqueren der Travemünder Allee in Lübeck an einer Ampel von einem Wagen erfasst. Die Fahrerin konnte wegen der niedrigstehenden Sonne das Rotlicht der Ampel nicht sehen. Das Mädchen wurde 15 Meter durch die Luft geschleudert! Dieser Unfall war für meine Frau ein Anlass, unseren Sohn zu warnen: „Gehe nicht einfach los, wenn du an einer Ampel grün hast. Vertraue nicht blind darauf, dass die Autos anhalten!” Selbstverständlich warnen Eltern ihre Kinder vor Gefahren. Aus Liebe!


Weil Gott uns liebt, warnt er uns! Gott warnt uns, weil Er uns helfen will. Dies widerfuhr ihnen als ein Vorbild. Es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf die das Ende der Zeiten gekommen ist. Darum, wer meint, er stehe, mag zusehen, dass er nicht falle. 1.Kor 10,11-12 Gott liebt uns! Deshalb stehen in der Bibel auch Warnungen: Auch lässt dein Knecht sich durch sie (Gottes Gebote) warnen; und wer sie hält, der hat großen Lohn. Ps 19,12


Im Buch Jona zeigt Gott seine unermesslich große Liebe zu Menschen auf ganz unterschiedliche Weise. Wenn wir dies Buch lesen, dann werden wir staunen: Herr, wie groß ist deine Liebe! Gottes große Liebe gilt allen Menschen! Das ist die Botschaft dieses Buches. Die Erfahrung von Jona zeigt uns die unterschiedlichen Seiten der großen Liebe Gottes: seine Langmut und Geduld, seine Erziehung, seine Vergebung und Barmherzigkeit. Gottes große Liebe will in uns Demut, Hingabe und Anbetung wirken! Weil Gott ein Gott der Liebe ist, gibt es Hoffnung für alle Menschen, die sich Gott zuwenden!


1. Herr, wie sehr liebst du die, die nicht nach dir fragen 1,1f


Und das Wort des HERRN geschah zu Jona... Der Kirchenvater Augustinus hat einmal gesagt: 'Wenn du schweigst, dann schweige aus Liebe. Wenn du redest, dann rede aus Liebe.' Wenn Gott zu Menschen redet, dann redet er aus Liebe: Hebr 1,1-3. Weil Gott Menschen liebt, will er zu ihnen reden und sie warnen! Jesus kam am Palmsonntag als Retter in die Stadt. Er wurde mit Jubel empfangen. Aber Jesus war wie Jona ein Retter, der Menschen zur Umkehr ruft: Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. (Matth 4,17) Rettung erfahren die, die hören und umkehren. Wenige Tage später haben sie gerufen: Kreuziget ihn!


Paulus sagt Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1 Tim 2,4 Und weil Gott zu Menschen redet, gibt es Hoffnung für Menschen: Mache dich auf, geh nach Ninive, der großen Stadt, und verkündige gegen sie! Denn ihre Bosheit ist vor mich aufgestiegen. Der Name dieser Stadt bedeutete Schrecken. In Ninive wurden die grausamsten Foltermethoden ersonnen, die der Orient kannte. Ninive war die Hauptstadt des damaligen Weltreiches Assyrien. Jahrhundertelang beherrschte Ninive ganz Palästina. Ninive war nicht nur der Inbegriff heidnischer Greuel und moralischer Verdorbenheit. Ninive war Israels Erbfeind. Diese Stadt war verhasst, verachtet und gefürchtet. Können wir es Jona verdenken, dass er nicht gehen wollte? Doch Gott liebt auch diese Menschen, die nicht nach Ihm fragen. Und weil Gott diese Menschen liebt, will Er sie zur Umkehr rufen. Weil Gott dich liebt, will er nicht, dass du mit deiner Schuld lebst und stirbst und ewig verloren gehst. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Joh 3,16


Es gibt einen Anruf Gottes, den Menschen hören und verstehen können. Das ist in der Tat ein Wunder, dass Menschen dem großen, ewigen und heiligen Gott so wichtig sind, dass er persönlich zu ihnen redet. Die Verkündigung von Gottes Wort soll ein Liebesdienst sein. Wer predigt soll Gottes Liebe bezeugen.


Am 4.5. werden wir Menschen auf das Bekenntnis ihres Glaubens taufen. Auch heute redet Gott. Heute hören Menschen seine Stimme und antworten. Und darüber freuen sie sich, Seht doch, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns schenkt! Denn wir dürfen uns nicht nur seine Kinder nennen, sondern wir sind es wirklich. 1 Joh 3,1 (Hfa) Beweise für Gottes große Liebe sind sein Reden zu Menschen, seine Langmut mit Menschen, aber auch seine Warnung vor Strafe und Gericht! Und immer ist Gottes große Liebe unverdiente Liebe. Gott liebt Menschen nicht, weil sie liebenswert sind. Gott liebt Menschen, weil er ein Gott der Liebe ist. Gott liebt auch die Menschen in Nordenham und umzu! Gott liebt dich, auch wenn du nicht nach Ihm fragst. Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde. 2.Petr 3,9


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2. Herr, wie groß ist deine Liebe zu mir. 1,3


Aber Jona machte sich auf, um nach Tarsis zu fliehen, weg vom Angesicht des HERRN... Jona ist alles andere als Gottes beste Wahl. Gott beruft und beauftragt unvollkommene und eigensinnige Menschen - aus Liebe! Gott beruft Jona nicht, weil er besonders willig oder geeignet wäre. Ist das nicht erstaunlich - Gott vertraut uns eine sehr wichtige Botschaft an und riskiert, dass seine Botschaft nicht ankommt?! Dennoch liebt Gott uns und lässt uns eigene Wege gehen. Gott lässt uns weglaufen, rebellieren und Nein sagen zu seinem guten Willen - aus Liebe! Das ist wahr: 'Er liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht, ist näher als je du gemeint.' Gottes Liebe will in uns Gegenliebe wecken und uns zu Taten der Liebe befähigen. Darum konfrontiert uns Gott mit unserer Armut an Liebe, mit unserer Unwilligkeit und Unfähigkeit zu lieben. Er kennt ja unser Herz! Er weiß um unsere Antipathien, unsere Vorurteile und Gleichgültigkeit. Er weiß, welche Menschen wir ablehnen. Dennoch gibt Gott uns nicht auf, so dass wir dankbar bekennen: Herr, wie groß ist deine Liebe zu mir!


In ihrem Buch 'Gott hat keine Enkel' berichtet Catherine Marshall von einer Nachbarin, deren Gegenwart sie ständig reizte: „In der Tat, sämtliche Gründe, die ich für meine Abneigung hätte angeben können, waren nicht stichhaltig - ihr unaufhörliches Gerede etwa oder ihre Angewohnheit, Fragen zu stellen ohne ihren Redestrom zu unterbrechen, um die Antwort zu hören. Sie wirkte auf mich, wie das Kratzen von Fingernägeln über eine Tafel. Mein ganzes Bestreben ging dahin, sie zu meiden. ... Aber dann geschah etwas Merkwürdiges. Oft, wenn ich zu beten versuchte, kam mir diese Frau in den Sinn. Als dies vielleicht zum vierten Mal geschah, schloß ich daraus, dass Gott mir etwas sagen wollte, und dass ich die Botschaft nur zu gut kannte. „Den Nachbarn meiden ist ungenügend. Hast du vergessen, dass wir einander lieben sollen?” Sie lieben? Die Idee schien absurd. Und doch wußte ich, dass ich es versuchen mußte. Zunächst erkannte ich, dass Christus unter Liebe niemals gewaltige Wogen überschwenglicher Gefühle verstanden hatte. Mit Liebe meinte er etwas Wesentlicheres - Achtung vor dem andern Menschen, aber auch Interesse für ihn und seine Probleme, ein Gespür für seine Not und den Wunsch, es möge ihm gut gehen. ... Mein Gebet lautete daher im wesentlichen: „Herr, lass mich zugeben, dass sich mein Gefühl ungestüm gegen den Gedanken auflehnt, meine Nachbarin zu lieben. Aber ich stellte meinen Willen unter deinen und bitte dich, du mögest dich meiner Gefühle annehmen.” „Erstes Ergebnis meines Redens war, dass ich aufhörte, diese Frau zu meiden.” Gott half ihr, diese Frau mit anderen Augen zu sehen und ihr anders zu begegnen.


Jona wollte nicht nach Ninive. Geistliche Fahnenflucht gibt es auch heute. Weil Gott dich liebt, lässt er dir deinen eigenen Willen. Flucht vor Gott ist Flucht vor der Verantwortung, Liebe zu üben. Darin ist dies Buch zeitlos aktuell. Auch heute fahren viele Schiffe nach „Tarsis” und laden ein, vor Gott zu fliehen: Kino, Theater, Fernsehen, Reisen, Sport, Karriere u.a. Es gibt viele Fluchtwege weg von Gott, weg von der Verantwortung, weg vom Dienst der Liebe. Doch auch wenn du dich von Gott abwendest, bleibt er der Liebende, Suchende, Wartende.


Und wo ist die Flucht vor Gott zu Ende? Sie ist da zu Ende, wo wir umkehren, weil wir erkannt haben: Es geht ohne Gott in die Dunkelheit, aber mit ihm gehen wir ins Licht. Wie groß war die Freude des Vaters, als der verlorene Sohn heimkehrte: Lk 15,20-24! Auch Christen sind immer wieder gefordert, Liebe zu üben. Weil Gott dich liebt, redet er zu dir. Antwortest du ihm? Lässt du dich rufen und berufen? Läßt du dich senden mit der guten Botschaft? Dazu bist du heute eingeladen!



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