Gott schenkt gute Wege
2 Mose 14,1-31 – 26.01.2014 – Pastor V. Janke

Vor 10 Jahren gab es denkwürdige Tage. Erinnert ihr euch an den 19.1.2004? Rund 200.000 Menschen sind an dem Sonnabend zu Fuß von Kleinensiel nach Dedesdorf gegangen. 200.000 Menschen hatten die Weser unterquert. Seit 10 Jahren gibt es einen Weg unter der Weser hindurch. Der Tunnel hatte 275 Millionen Euro gekostet. Vor 10 Jahren hat diese Gemeinde mit sehr großer Dankbarkeit und Freude von einem Erbe erfahren. Unter anderem konnte ich als Pastor mit einer vollen Stelle berufen werden. Von einem Tag auf den anderen war die Frage „Wie soll es für uns weiter gehen?“ beantwortet. Die Mitteilung dieses Erbes gehört zweifellos zu den denkwürdigen Tagen in der Gemeindegeschichte.


Die Erinnerung an das Geschenk neuer Wege ist sehr wichtig. Ob als Gemeinde oder in unserem eigenen Leben – wir haben einen Gott, der Wege schenkt, wo wir verzagen. Wie haben einen Gott, der uns nie im Stich läßt, auch wenn wir denken, hier ist Endstation. Fragst du dich vielleicht, wie es für dich weiter geht? Wir haben einen Gott, der sein Volk durch das Meer geführt hat. Die Erinnerung an das Geschenk neuer Wege bewahrt uns ein dankbares und zuversichtliches Herz. „Lobe den Herrn meine Seele und vergiß nicht das Geschenk neuer Wege!


Auch das Volk Israel denkt an so ein Geschenk ganz am Anfang seiner Geschichte zurück. Es ist der Tag, an dem Gott die Juden vor den Ägyptern rettete. An dem Tag gingen sie trockenen Fußes durch das Schilfmeer. Die Ägypter hinter ihnen ertranken. Dieser Tag hat sich fest in ihre Erinnerung eingegraben. So wie der 9. Nov 1989, als die Mauer fiel. Dieser Tag soll nie vergessen werden. Viele Psalmen erinnern daran. Er verwandelte das Meer in trockenes Land, / sie konnten zu Fuß durch den Strom gehen. Darum freuen wir uns seiner. Ps 66,6 Er zerteilte das Meer und ließ sie hindurchziehen und stellte das Wasser fest wie eine Mauer. Ps 78,13 So bedeutend ist dies Ereignis in der Geschichte des Volkes, dass Gott selbst sich oft vorstellt als „der Gott, der dich aus Ägypten geführt hat“. Als Christ habe ich die gleiche Erfahrung gemacht, die das Volk Israel damals gemacht hat: Es geht durch das Meer ins Land der Verheißung! Es geht auf menschlich unvorstellbaren Wegen weiter. Auf neuen Wegen geht es weiter! Es geht mit Gott weiter! Fürchtet euch nicht, steht fest und seht zu, was für ein Heil der HERR heute an euch tun wird. V.13 Hfa: Habt keine Angst! Verliert nicht den Mut! Ihr werdet erleben, wie der Herr euch heute rettet.


1. Ägypter – vor denen fürchten wir uns sehr 2 Mo 14,10


Und als der Pharao nahe herankam, hoben die Israeliten ihre Augen auf, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her. Und sie fürchteten sich sehr und schrien zu dem HERRN. Die Streitmacht der Ägypter war sehr real, sehr groß und furchteinflössend. Die natürliche und sehr menschliche Reaktion war Angst. Hfa: Als die Israeliten den Pharao und seine Truppen heranziehen sahen, packte sie das Entsetzen… Wir haben als Menschen die besondere Fähigkeit, dass wir uns zukünftige Schrecken so real vorstellen können, als wären sie schon real. Bsp.: Mein Psychologie-Lehrer erzählte, wie er seiner Tochter half, Fahrradfahren zu lernen. Er übte mit ihr auf einem riesig großen, leeren Parkplatz. „Papa, guck Mal, ich kann’s! (…) Papa, da ist eine Laterne.“ „Fahr einfach daran vorbei.“ „Papa, ich fahr gleich gegen die Laterne. (…) Papa, die Laterne..!“ Rums. Wie gebannt sehen wir auf die Laternen, auf Ägypter, auf das, was uns Angst macht. Und wir beschäftigen uns damit so als ob es nie einen gegeben hätte, der sagt: Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, mit meiner siegreichen Hand beschütze ich dich! Jes 41,10 Wie die Maus vor der Schlange erstarren wir innerlich und sind nicht mehr in der Lage, still zu sein, zu vertrauen. Es wird in unserem Leben immer wieder Laternen geben, Ägypter, Bedrohliches.


2. Das Schilfmeer – will uns zu Kleingläubigen machen


Unsere Vorfahren haben nichts gelernt aus Gottes Wundertaten damals in Ägypten. Sie vergaßen die vielen Zeichen seiner Güte, schon am Ufer des Schilfmeers widersetzten sie sich ihm. Trotzdem rettete er sie und zeigte seine gewaltige Macht, denn seine Ehre stand auf dem Spiel. Er bedrohte das Schilf-meer und es trocknete aus. Wo sonst abgrundtiefes Wasser ist, ließ er sie wie auf Wüstenboden gehen. Ps 106,8-9 GN


Wie soll das gehen? fragte Maria, ich kann doch nicht ohne einen Mann schwanger werden?
Wie soll das gehen? fragten die Jünger, 5000 hungrige Menschen und wir haben nur 5 Brote und 5 Fische.
Wie soll das gehen? fragte Nikodemus, dass ein Mensch von neuem geboren wird.
Wie soll das gehen? fragten die Skeptiker Jesus, eine Frau kann doch nicht im Himmel mit sieben Männern verheiratet sein.
Wie soll das gehen – so fragt der, der den nicht hört, der sagt: Was bei Menschen unmöglich ist, ist möglich bei Gott. Lukas 18,27
Wie soll das gehen fragt, wer nicht mit dem rechnet der gesagt hat: Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben. 1. Mo 18,14 Das Schilfmeer will uns zu Kleingläubigen machen, verzagt machen. Jesus aber sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist's unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott. Mk 10,27 Auf Jesus wollen wir hören! Diesem Jesus wollen wir vertrauen. Das Schilfmeer hat zwei Seiten: die Rettung vom Tod und die Freiheit zum Leben!


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3. Der trockene Weg – Zeugen der Macht und Treue Gottes


Du aber hebe deinen Stab auf und recke deine Hand über das Meer und teile es mitten durch, so dass die Israeliten auf dem Trockenen mitten durch das Meer gehen. V.16 Denn wir haben gehört, wie der HERR das Wasser im Schilfmeer ausgetrocknet hat vor euch her, als ihr aus Ägypten zogt. Jos 2,10


Paul Gerhard hat guten Rat: „Der Wolken Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“ Und auch Hedwig von Redern hat guten Rat: „Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl, Ist's doch umsonst, dass ich mich sorgend müh, dass ängstlich schlägt das Herz, sei's spät, sei's früh. 2. Du weißt den Weg ja doch, Du weißt die Zeit, dein Plan ist fertig schon und liegt bereit. Ich preise Dich für Deiner Liebe Macht, ich rühm die Gnade, die mir Heil gebracht. - Und du hast das Elend unserer Väter in Ägypten angesehen und ihr Schreien am Schilfmeer erhört und Zeichen und Wunder getan am Pharao und allen seinen Großen und an dem ganzen Volk seines Landes – denn du erkanntest, dass sie gegen Israel vermessen waren – und hast dir einen Namen gemacht, so wie er heute ist. Und du hast das Meer vor ihnen zerteilt, sodass sie mitten durchs Meer trocken hindurchgingen, ... Neh 9,9-11


Wie viele trockene Wege kennen wir! Wie oft sind wir Zeugen wunderbarer Wege. Mona und Hossein wurde ein Weg geschenkt durch das Meer. H. Jacobs auch. R. Bahr hat erlebt, dass Gott einen Weg durch das Meer schafft. A. Betke wurde ein Weg geschenkt. C. Schütz kann von trockenen Wegen erzählen, Jutta und Alwin … jeder von uns! Wenn hinter uns Ägypten sich erhebt, und ein unüber-windbares Meer vor uns liegt, dann ist die beste Gelegenheit zu sagen: „Herr, es ist wieder nötig, mach du einen Weg!“


So spricht der HERR, der im Meer einen Weg und in starken Wassern Bahn macht, der ausziehen lässt Wagen und Rosse, Heer und Macht, dass sie auf einem Haufen daliegen und nicht aufstehen, dass sie verlöschen, wie ein Docht verlischt: Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde. Jes 43,16-19 Der Weg durch die Wüste ist der Weg durch das Meer. Und umgekehrt. Gott ist Experte im Tunnelbohren. Gott hat Jahr-tausende Erfahrungen im Straßen- und Wegebau für seine geliebten Kinder! Unser Problem ist nie zu wenig Geld. Unser Problem ist nie eine Krankheit. Unser Problem ist nie eine heillos verfahrene Situation. Wir haben einen Gott, der einen trockenen Weg geschaffen hat durch das Meer.


Eine wichtige Parallele findet sich im Buch Jesaja: So spricht der Herr, der Heilige Israels: Nur in Umkehr und Ruhe liegt eure Rettung, nur Stille und Vertrauen verleihen euch Kraft. … Wohl denen, die auf Gott warten. Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein. Jes 30,15+18 Jesaja ruft in der Not zum Vertrauen allein auf Gott! Rettung gibt es bei Gott; Habt Gottvertrauen, fürchtet euch nicht – darum geht es. Der das Schilfmeer teilte in zwei Teile, denn seine Güte währet ewiglich; und ließ Israel mitten hindurchgehen, denn seine Güte währet ewiglich.Ps 136,13-14


HERR ich möchte damit rechnen und sehen wie du eingreifst! Du kannst das schenken, was mir unmöglich ist. Dir ist nichts unmöglich! Laß mich das immer wieder glauben, erleben und sehen! Ich rechne heute mit dir! Ich vertraue dir an jedem Tag im neuen Jahr!



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