Gott nahe zu sein ist mein Glück
Psalm 73,28 – 12.01.2014 – Pastor V. Janke

Dr. Klöhn war der Hausarzt meiner Familie in Lübeck. Er ist schon lange im Ruhestand. Vor ein paar Jahren las ich einen Artikel von ihm im Readers Digest. Darin schreibt Dr. Klöhn aus seinem Leben und von seinen Erfahrungen als Arzt. Eine dieser Erfahrungen war der Kommentar eines Patienten, der ihm einmal unvermittelt sagte: „Dr. Klöhn, mit ihrer Frau haben sie aber ganz tief in den Glückspott jegrabbelt.” Das dieser originelle Kommentar in dem Artikel auftaucht hat natürlich einen Grund. Mit diesem Satz bekennt sich Dr. Klöhn zu seiner Frau. Er ehrt sie und teilt allen Lesern mit: „Meine Frau ist jemand ganz Besonderes. Meine Frau ist mein Glücksgriff. Meine Frau ist das Glück meines Lebens.” Ja, manchmal ist es jemand anders, der es ausspricht, auf den Punkt bringt. Manchmal sollten wir es uns sagen lassen, wie gut wir es getroffen haben, wie gut wir dran sind. Mit wem hast du ganz tief in den Glückspott jegrabbelt? Wer ist das Glück deines Lebens? Aus den unzähligen Gesprächen und Begegnungen im Leben von Dr. Klöhn ragt dieser Satz heraus wie ein Berggipfel aus den Wolken.


In Psalm 73 finden wir einen ähnlichen Satz, der herausragt wie ein Berggipfel aus den Wolken. Dieser Satz wird uns in diesem Jahr begleiten. Die Jahreslosung 2014 ist ein Glaubensbekenntnis und ein Liebesbekenntnis. Wir sind eingeladen, uns dies Bekenntnis zu Eigen zu machen.


1. Liebe bekennt sich mit Wort und Tat


Gott nahe zu sein ist mein Glück. Ganz am Ende von Psalm 73 steht dies Bekenntnis. Asaf hat das Glück der Gottlosen sehr zu schaffen gemacht. Warum geht es denen so gut, die nicht nach Gott und seinem Willen fragen? Ich aber hätte beinahe an ihm gezweifelt, fast hätte ich den Glauben aufgegeben. Denn ich beneidete die überheblichen Menschen: Ihnen geht es gut, obwohl Gott ihnen völlig gleichgültig ist. Ps 73,2 Sein Weltbild und sein Glaube an Gott waren hart angefochten. Ganz ehrlich beschreibt Asaf in Psalm 73 seine Krise. Könnte ich es nicht einfacher haben und wie die Gottlosen leben? Kann ich nicht auch ohne Gott glücklich sein? Will ich das?


Rudolf Alexander Schröder hat 1936 ein wertvolles Lied geschrieben. In der 2. Strophe des Liedes heißt es: Es mag sein das Trug und List eine Weile Meister ist; wie Gott will sind Gottes Gaben. Rechte nicht um Mein und Dein, manches Glück ist auf den Schein, lass es Weile haben. GL 380


Das war am Ende auch die helfende Perspektive von Asaf (Ps 73,16f). Manches Glück ist auf den Schein. Manches Glück hat ein Verfallsdatum. Auch wenn es Menschen ohne Gott sehr gut geht – ich will weiter mit Gott leben. Auch wenn die Gottlosen ohne Gott glücklich sind, ich will nicht ohne Gott sein, denn Gott nahe zu sein ist mein Glück. Dennoch bleibe ich stets an dir… Glaube und Liebe sollen sich bewähren im Auf und Ab des Lebens. Ich bleibe bei dir, Gott. Ich lasse dich nicht los, weil du mich nicht los lässt. Wer liebt, hält fest. Wer liebt, besinnt sich auf den Geliebten! Wer liebt buchstabiert für sich das dennoch. Dennoch bleibe ich stets an dir… Nein, für nichts und niemanden tausche ich mein Leben mit Gott ein!


Die Jahreslosung ist ein kurzer, aber wichtiger Satz. Es sind oft schlichte, kurze und zugleich wesentliche Sätze, die aufhorchen lassen. Mehr braucht es nicht, um Liebe zu bekennen und sich in der Liebe zu bewähren: Der Herr ist mein Gut und mein Teil Ps 16,5 Herzlich lieb habe ich dich, Herr, meine Stärke. Ps 18 Der Herr ist mein Hirte Ps 23 Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten Ps 27 Herr, du bist unsere Zuflucht für und für Ps 91 „Du bist der Schatz, für den sich alles hinzugeben lohnt. (Matth 13,44)” (M.K.)


2. Warum Gott das Glück meines Lebens ist


Demi Moore hat sich vor 2 Jahren von ihrem Mann Ashton Kutcher getrennt. Nun hat sie ihren Verlobungsring verkauft. Der hat einmal 250.000 Dollar gekostet. Viel Geld. Wer liebt, zeigt das auch durch einen teuren Ring. Gott zeigt seine Liebe zu uns durch etwas noch Wertvolleres.


Petrus schreibt, „Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.” 1 Petrus 1,18f Ich bin unsagbar wertgeachtet in Gottes Augen. Das gibt mir eine Ahnung davon, wie gut ich es habe, weil ich Gottes Kind bin. Aber fragen wir doch Safe. Was würde er sagen, warum Gott nahe zu sein für ihn das Glück ist?


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Gott ist das Glück meines Lebens weil…


  • Gott mir alle meine Schuld gerne vergibt
    Asaf beginnt den Psalm mit dem Hinweis auf reine Herzen. Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind. Ps 73,1 Reine Herzen sind nur durch Vergebung von Schuld und Gottes Gnade möglich. Gott macht Herzen rein: Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. 1 Joh 1,9 Niemand sonst vergibt mir meine ganze Schuld! Und wie oft habe ich mich darüber schon gefreut!

  • Mit Gott kann ich reden, er hört mein Gebet
    Asaf sucht die Nähe Gottes, die Begegnung mit Gott. Darum geht er in den Tempel: bis ich ging in das Heiligtum Gottes (V.17). In das Heiligtum geht man, um Gott anzubeten, um zu beten (1 Sam 1,7ff). Die Nähe zu Gott ist mein Glück, weil ich mit Gott reden kann und er mich hört (vgl. Matth 7,7-11).

  • Gott mir hilft, gute Entscheidungen zu treffen:
    In Verse 24 erinnert Asaf sich: du leitest mich nach deinem Rat … So oft schon hat Gott mir geholfen, gute Entscheidungen zu treffen und gute Wege zu gehen. Darum ist Gott nahe zu sein mein Glück! »Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.« Ps 32,8

  • Gott mir Rettung und ewiges Leben schenkt
    Am Ende des Psalms ruft sich Asaf ins Gedächtnis: bei dir, Gott, bin ich geborgen in Zeit und Ewigkeit. Mit dem Tod ist nicht alles aus für mich. Im Gegenteil! Du und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. V.24-26 Das große Geschenk der Gewissheit, gerettet zu sein für immer, leuchtet auch bei Paulus auf: Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet. (…) Denn »wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden«. Römer 10,9+13 Für diese Gewissheit bin ich Gott sehr dankbar.

  • Gott mich stärkt
    Gott hält mich fest. Er ist mein Halt. Er gibt mir innere Stärke und Trost: denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, (…) du Gott bist doch allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. V.23+26 Von Gott an der rechten Hand gehalten zu werden ist Ausdruck einer „freundschaftlich-vertrauensvollen Beziehung. Helga Winkel hat 1957 das schöne Lied gedichtet: Herr, weil mich festhält deine starke Hand, vertrau ich still. Weil du voll Liebe, dich zu mir gewandt, vertrau ich still. Du machst mich stark, du gibst mir frohen Mut, ich preise dich, dein Wille, Herr, ist gut.

Ein Ausleger schreibt dazu: »Durch die Gemeinschaft mit Gott bekommt auch das äußerlich ärmste Menschenleben einen unvergleichlichen inneren Wert, der selbst vom Tod nicht angetastet werden kann. Da schrumpft das Glück der Gottlosen zu einem trugvollen Nichts zusammen. Mit einem wahren Jubelruf wirft sich nach solchem Erlebnis der Psalmsänger aufs Neue in die Arme seines Gottes, gewiss, eine Lösung der Lebensrätsel gefunden zu haben, die alle Hilfskonstruktionen der Vernunft weit hinter sich lässt« (W. Eichrodt).


Mein schönste Zier und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ.


„Gott nahe zu sein ist mein Glück.”



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