Wer glaubt hat Zukunft
Hebräer 11,8f – 06.01.2013 – Pastor V. Janke

In Frankreich wurde der christliche Glaube mit Erfolg aus Schule und Staat verbannt. Gleichzeitig offenbart dies Land eine traurige gesellschaftliche Situation. Nach einer Studie haben sich in Frankreich 2010 mehr als 10 000 Menschen selbst umgebracht. Damit ist hier die Selbstmordrate so hoch wie in keinem anderen westeuropäischen Land. Mehr als jeder 20. Franzose hat bereits einmal versucht, sich das Leben zu nehmen. „Frankreich zählt zu den europäischen Ländern mit der höchsten Selbstmordrate, nach Finnland, Litauen, Ungarn u. Slowenien”, erklärte ein Autor der Untersuchung.


Laut einer Studie der "Nationalen Vereinigung zur Vorbeugung gegen Selbstmord" aus dem Jahr 2000 ist Suizid unter jungen Menschen zwischen 25 u. 34 Jahren die Todesursache Nummer eins. Der Artikel untersucht mehrere Gründe. Einer davon wird besonders hervorgehoben: Das Fehlen von Vertrauen in die Zukunft. Wie wichtig ist es, Ziele zu haben und Vertrauen, diese Ziele zu erreichen! Wenn die Zukunft beängstigend ist, dann fragen sich Menschen: Wofür lebe ich? Welchen Sinn hat mein Leben? Ziele im Leben und das Vertrauen, diese Ziele zu erreichen, sind lebensnotwendig. Menschen brauchen eine Perspektive zum Leben. Menschen brauchen Zukunft.


These: Leben im Glauben heißt aus dem Hören auf Gott zu leben.


Warum gibt es diese Gemeinde? Weil Gott zu Menschen spricht. So wie Gott zu mir gesprochen hat und mich in diese Gemeinde geführt hat, so hat Gott auch zu vielen von euch gesprochen, Jesus nachzufolgen und Mitglied dieser Gemeinde zu werden. Wir sind von Gott berufen in eine lebenswerte Zukunft und ein sinnvolles Leben.


Rückblickend kann ich dankbar sagen: Gott hat mich in meinem Leben auf wunderbare Weise geführt. Oft traf ich wichtige Entscheidungen im Vertrauen, dass Gott es so will. Und oft hat Gott diese Entscheidungen bestätigt. Gott redet! Darum sind wir hier. Gott redet! Damit beginnt der Hebräerbrief: Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat. Hebr 1,1f


Gott redet! Damit beginnt auch die große Segensgeschichte Gottes mit der Welt: Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde. Für Christen gilt auch: sie sind von Gott berufen, ihr Leben im Glauben und Gehorsam zu leben (Hebr 11,6). Entscheidend ist zu wissen: Gott ist mit uns. Gott sorgt für uns. Gott führt uns. Gott will, dass wir Ihm vertrauen. An Abraham sehen wir:


1. Glauben heißt auf Gottes Wort hören. V.8


Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, in ein Land zu ziehen, das er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme. Gott redet zu Menschen. Daran gibt es keinen Zweifel. Ob wir Gottes Reden hören, liegt auch daran, ob wir es hören wollen. Dietrich Bonhoeffer schreibt, „Nur der Glaubende gehorcht und nur der Gehorsame glaubt.” Abraham war gehorsam. Weil Gott redet, glauben Menschen und gehorchen. Gott schreibt Geschichte mit Menschen, die auf Ihn hören. Weil Gott zu Abraham sprach, verließ er seine Heimat, seine Verwandtschaft und irdische Sicherheiten. Für den, der Gott glaubt, hat Gottes Reden und Wille Priorität. Abraham wurde Ausländer auf Gottes Befehl.


Abraham lehrt uns: Glaube zeigt sich im sichtbaren Gehorsam, im Loslassen von Liebgewordenem, im Aufgeben eigener Pläne und Wünsche. Wer sich entscheidet, Gott zu glauben und zu gehorchen, der beginnt ein neues Lebens. Darum lade ich im Namen von Jesus Christus ein, entscheide dich heute für Jesus. Wie oft mag Abraham sich selbst und später seinem Sohn Isaak gesagt haben: „Ich bin hier, weil Gott zu mir gesprochen hat, mich gerufen hat. Ich bin hier, weil Gott etwas Großes und Wunderbares mit mir und dir vorhat.”


Und mit Überzeugung sage ich: „Ich bin hier, Mitglied und Mitarbeiter dieser Gemeinde, weil Gott zu mir gesprochen hat; weil Gott mich gerufen hat zu einem Leben mit Jesus Christus. Ich bin hier, weil ich auf Gottes Reden gehört habe. ... und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme... Auch das heißt glauben: Entscheidungen treffen und losgehen, ohne alles zu wissen. Glauben heißt auch, allein auf Gottes Reden merken. „Es reicht mir, dass Gott zu mir gesprochen hat.” Hast du Gottes Reden gehört? Hast du auf sein Wort gehört? Gott führt etappenweise. Du wirst Gottes Führung nicht erfahren, solange du nicht in dem gehorsam bist, was Gott dir offenbart hat. Welcher Glaubensschritt ist für dich heute dran?


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2. Glauben heißt Gott treu sein. V.9+10


Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande wie in einem fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. Mal ehrlich: Was hat Abraham überhaupt davon gehabt, Gott zu gehorchen? Was hat ihm sein Glaube genutzt? Einerseits hat er viele Nachteile aufgrund seines Glaubens gehabt. Andererseits hat er das Wichtigste gehabt: Gott war mit ihm! Er lebte im Willen Gottes.


Doch wer kann das wertschätzen? Nur wer sich entschieden hat, Gott zu glauben und sein Leben dafür zu geben. Wer mit seiner ganzen Existenz in dieser Welt verwurzelt ist, dem bleibt Gott fremd. Doch wer mit seiner ganzen Existenz in Gott und seinem Wort verwurzelt ist, der weiß: ich habe in dieser Welt keine Heimat. Gott hält Besseres für mich bereit. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Hebr 13,14


Zelte sind die Wohnungen der Durchreisenden, der Nomaden, der Heimatlosen. 2 Kor 5,1 Was ist besonders an Zelten? Sie haben kein Fundament. Sie werden auf Abbruch Heute sagt man: Wir leben aus Koffern. gebaut. Sie sind nicht sehr sicher. Abraham tauschte ein sicheres Leben in einer festen und vertrauten Stadt gegen ein unsicheres und gefährliches Leben in einem Zelt! Was für ein Tausch! Welch ein Schritt! Welch ein Vertrauen! Das Zelt erinnerte ihn ständig: Ich bin noch unterwegs, ich bin noch nicht am Ziel. Auch das gehört zum Leben im Glauben: Ich bin von Gott zu einem neuen und unvorstellbar schönen Leben berufen. Ich will hier meinen Glauben leben und bezeugen: Jesus lebt und rettet Menschen aus Schuld und ewiger Verdammnis.


Der Hebräerbriefes will uns durch Abraham (und 11,8-22) zum Durchhalten ermutigen: Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft. 11,1 Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen... Sein Glaube sagte ihm, wer er war, wem er wirklich gehört und wohin er gehört. Mein Glaube an Jesus Christus zeigt mir, wer ich wirklich bin: Gottes geliebtes Kind, Lernender, Erlöster, Gesegneter. Bist du davon überzeugt, dass es nichts Besseres gibt, als zu Jesus zu gehören?


... und wohnte in Zelten. Habt ihr schon mal im Zelt ein Gewitter erlebt? Man fühlt sich nicht sicher. Wie verletzbar sind wir. Wie schutzbedürftig. Durch seinen Glauben wusste Abraham um eine bessere Sicherheit: Gott ist mein Schutz! Feste Städte und menschliche Gemeinschaft geben Menschen Sicherheit und Geborgenheit. Abraham blieb in Zelten wohnen. Er fand seine Sicherheit und Geborgenheit in Gott. Glauben heißt Gott treu sein, weil Gott gesprochen hat.


3. Glauben heißt Leben mit erfüllter und unerfüllter Sehnsucht. V.13-16


Abrahams Glaube zeigt uns: Gott stillt Sehnsüchte im Leben von Gläubigen. Gott gibt uns, was wir heute zum Leben brauchen. Gott stillt unsere Sehnsucht nach dem Sinn und Ziel unseres Lebens. Christen wissen, wofür sie leben und wohin sie gehen. Gott stillt unsere Sehnsucht nach Frieden mit Gott und nach Vergebung unserer Schuld. Paulus sagt Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist (Röm 6,6) Ist Jesus dein Erlöser? Dann ist dein altes Leben mit Christus begraben. Gott hat einen endgültigen Schlussstrich unter dein altes Leben gezogen! Gott still unsere Sehnsucht nach Identität. Ich weiß, wer ich bin, dass ich wer bin, dass ich geliebt bin von Gott, geheiligt, gesegnet und behütet.


Doch Gott stillt nicht alle unsere Sehnsüchte: Nun aber sehnen sie sich nach einem besseren Vaterland... Der von Gott Berufene kennt eine bessere Heimat als diese Erde und begehrt sie. Spüren wir die Sehnsucht nach dem Zukünftigen, dem Besseren, dem, was Gott für uns bereitet hat? Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben. 1.Kor 2,9 Gott hält für uns etwas Besseres bereit. Im Abendmahl erinnern wir uns: Jesus wird wiederkommen und mit uns das Mahl feiern. Dann wird kein Leid, kein Tod, kein Schmerz mehr sein. Der Geist Gottes in uns will uns helfen, mit dieser Sehnsucht zu leben. 1 Joh 3,2 Martin Luther King hat sich 1963 zu dieser unerfüllten Sehnsucht bekannt, als er sagte: I have a dream! Er sehnte sich nach einer besseren Welt. Das tun wir auch. Diese Gemeinde und jeder wahre Christ hat Zukunft, lebenswerte Zukunft. Daran halten wir fest!



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