Beschenkt — Gesegnet — Begnadigt
2 Korinther 9,15 – 24.12.2012 – Pastor V. Janke

Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn.

So steht es in Psalm 127. In der guten Nachricht Übersetzung heißt es:

Kinder sind ein Geschenk des HERRN.

Sicher haben auch Maria und Josef ihren Sohn Jesus als ein Geschenk von Gott gesehen. Doch Jesus war nicht nur Maria und Josef geschenkt. Er wurde der Welt geschenkt. In der heiligen Nacht hat Gott der Welt sein Liebstes geschenkt.

Wir sind beschenkt, gesegnet, begnadigt.

Wir sind von Gott geliebt und bedacht. Das feiern wir mit allen Christen heute! Ein liebender, schenkender, gütiger, segnender Gott denkt an uns. Im Jahr 1560 hat Nikolaus Hermann das schöne Lied gedichtet:

Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut schließt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn.

Johannes sagt es so:

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh 3,16


Dass wir einander beschenken und gerne Freude bereiten – nicht nur zu Weihnachten, – das zeigt auch etwas vom Wesen Gottes. Paulus schreibt, einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. 2Kor 9,7 Der Grund, dass Gott fröhliche Geber liebt, ist ganz einfach der: Er ist selbst ein fröhlicher Geber; Er schenkt, gibt, segnet gerne. Darum möchte ich über Geschenke predigen.


Der Begriff „Geschenk" kommt ursprünglich von einschenken, also dem Bewirten eines Gastes. In Ps 23,5 sagt David:

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.


Gott ist ein großzügiger Wirt, ein generöser Gastgeber, einer, der überreich einschenkt und beschenkt! Die Geburt Jesu ist das größte Geschenk Gottes an uns, seine geliebten Gäste. In der Guten Nachricht lautet Ps 23,5

als Gast nimmst du mich bei dir auf und füllst mir den Becher randvoll.

Weihnachten zeigt mir: Gott, du füllst meinen Becher randvoll!


Ein Geschenk ist mehr als die Übertragung des Eigentums an einem Gegenstand oder an einem Recht, wie es im Juristendeutsch heißt. Mit dem Geschenk wird zugleich Liebe, Zuneigung oder Freundschaft gezeigt und verschenkt.

„Die Kunst des Schenkens liegt darin, einem Menschen etwas zu geben, was er sich nicht kaufen kann.“

(Alan Alexander Milne (1882-1956), engl. Schriftsteller u. Journalist)


Für die einen ist es eine Lust, für andere ein Leid – die Frage was schenke ich. Für den, der liebt, ist es eine Lust, darüber nachzudenken und den Geliebten zu beschenken. Was braucht der andere, worüber freut er sich? Das sind wichtige Fragen, wenn Geschenke ausgesucht werden. Diese Fragen stehen auch im Hintergrund von zwei wichtigen Gleichnissen. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn tritt ein unvorstellbar gütiger, gnädiger und liebender Vater dem heimkehrenden Sohn entgegen. Der beschenkt seinen Sohn über alles hinaus, was der sich vorgestellt hat.

Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringt das gemästete Kalb und schlachtet's; lasst uns essen und fröhlich sein! Lk 15,22f

Der Vater schenkt dem Schuldiggewordenen das Recht wieder sein Sohn zu sein! So ist Gott, voller Güte und Gnade und Barmherzigkeit.


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In dem sog. Gleichnis vom Schalksknecht, geht es auch um Schuld, um unermesslich große Schuld.

Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig. Da er's nun nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit zu bezahlen. Da fiel ihm der Knecht zu Füßen und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir's alles bezahlen. Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei, und die Schuld erließ er ihm auch. Matth 18,24-27

Das größte Geschenk für den Schuldiggewordenen ist die Vergebung. Mit der Vergebung schenkt Gott neues Leben. Christen sind überreich beschenkt, gesegnet, begnadigt.


Einmal fragte Jesus einen Pharisäer, Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Einer war fünfhundert Silbergroschen schuldig, der andere fünfzig. Da sie aber nicht bezahlen konnten, schenkte er's beiden. Wer von ihnen wird ihn am meisten lieben? Simon antwortete und sprach: Ich denke, der, dem er am meisten geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt. Lk 7,41f

Ich finde es spannend zu entdecken, wie viel im Wort Gottes vom Schenken die Rede ist. Paulus macht darum die wunderbare Aussage: Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Römer 8,32


  • Alles Wesentliche im Leben wird uns von Gott geschenkt: Vergebung, Gesundheit, Liebe, Hoffnung, Versöhnung – das Leben. Alles Wesentliche im Leben verdanken wir Gott.
  • Geschenke erinnern uns: Ohne Güte, Liebe bleibe ich arm und die Welt bleibt kalt. Gäbe es ohne das Kind in der Krippe Brot für die Welt, das katholische Hilfswerk Misereor, Barmherzigkeitsschiffe und die vielen anderen Hilfsorganisationen?
  • Hinter allen unseren Wünschen verbirgt sich die Hoffnung auf Güte, Liebe und Gnade! Der Segen am Ende des Gottesdienstes ist zugleich die Einladung: Rechne mit Gottes Güte diese Woche. Vertrau auf Gottes Güte.

Lasst uns Gott danken für sein unsagbar großes Geschenk!
2 Kor 9,15 (Gute Nachricht)



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