Was man über Liebe und Sex wissen sollte
Epheser 5,3-7 – 09.09.2012 – Pastor V. Janke

Sex erreicht uns auf allen Kanälen. Die Bilderflut über Liebe und Sex spiegelt aber nicht nur wieder, was viele Menschen denken. Die Bilderflut ist auch Meinungsmache. Damit stehen viele Medien in Konkurrenz zur Bibel. Wer Jesus kennt, stellt fest: Das, was uns in den Medien als Liebe gezeigt wird, das ist keine Liebe! Als Christ habe ich Gottes Liebe als erlösend erfahren. Wahre Liebe fragt nach dem Wohl für den anderen. Liebe befähigt zum Verzichten. Liebe ist treu und verlässlich, sie ist bedingungslos. Dagegen haben wir es in den Medien oft mit einer pervertierten Liebe zu tun. Gottes Liebe läßt gesellschaftliche Werte und Meinungen für uns in einem anderen Licht erscheinen. Als Christ will ich von Gottes Liebe lernen.


„Umbrüche in der Moral hat es auch in früheren Zeiten gegeben, etwa als das Christentum allmählich vieles in der griechisch-römischen Kultur veränderte. Der Ruf zur Erneuerung des Lebenswandels ist ein Kennzeichen der Botschaft des Apostels Paulus: Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch (bzw. lasst euch verändern) durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. (Röm 12,2; vgl. Eph 4,23) D.h.: Tut nicht einfach, was die herrschende Moral ist, sondern lasst euch ändern und gebt mit dieser Veränderung Anstoß, dass sich andere auch verändern lassen.”
Ulrich Eibach, Liebe, Glück u. Partnerschaft, 28


Im Hintergrund des Textes Eph 5,3ff steht die Frage: Was macht mich glücklich? Was ermöglicht mir ein erfülltes Leben? Menschen, die Jesus Christus nicht kennen, beantworten diese Fragen anders.


„Die Suche nach sexuellem Glück ist beim Menschen eingebettet in die Sehnsucht nach einem glücklichen Leben überhaupt, das man vor allem in der Liebe sucht, die auch tiefere Gefühle und Bedürfnisse, wie Zärtlichkeit, Geborgenheit usw. vermittelt. Im Begriff Liebe konzentrieren sich die Sehnsüchte des Menschen nach einem glücklichen und erfüllten Leben hier und jetzt.“ (ebd. S.65) „Nicht nur voreheliche Beziehungen Jugendlicher, sondern auch viele Ehen – junger, wie auch von Menschen in der Mitte des Lebens – scheitern an den nicht erfüllten und oft auch nicht erfüllbaren individuellen Glückserwartungen, die an die eheliche Gemeinschaft gerichtet sind.“ (ebd. S.101)


Der Psychiater und Psychotherapeut J. Bojanovsky kommt zu dem Ergebnis, dass „die Menschen in wohlhabenden Ländern an ihrem Recht auf uneingeschränktes Streben nach Glück festhalten, ganz egal, wieviel Leid dieses Streben verursachen mag.“ (Psychische Probleme bei Geschiedenen, Stuttgart 1981, S.81) Nachdem Paulus uns aufgefordert hat zu einem Leben in der Liebe wie Jesus Christus uns geliebt hat, ermahnt Paulus zur Distanz von jedem Verhalten, das unvereinbar ist mit der Agape Liebe.


1. Sex soll und darf in der Ehe genossen werden.


Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört.


„Heute gibt man sich in Sachen Moral sehr tolerant. Allerdings ist diese Toleranz mehr ein Ausdruck der Gleichgültigkeit und der Verunsicherung als echte Achtung des anderen. Die Gleichgültigkeit gegenüber moralischen Fragen, ihre Einstufung als Privatsache steht häufig im Widerspruch zu der Härte der Folgen moralischen Fehlverhaltens, bis hin zu schwersten seelischen Erkrankungen. (...) Der Mensch hat die Freiheit, seine Sexualität im Verhältnis zu sich und anderen so zu gestalten, dass ihr menschlicher Sinn gelingt oder verfehlt wird.“ (Eibach)


Die Botschaft von Jesus Christus war immer auch eine Botschaft einer neuen Ethik, eine Forderung nach Beherrschung. Nach einigen Tagen aber kam Felix mit seiner Frau Drusilla, die eine Jüdin war, und ließ Paulus kommen und hörte ihn über den Glauben an Christus Jesus. Als aber Paulus von Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und von dem zukünftigen Gericht redete, erschrak Felix und antwortete: Für diesmal geh! Zu gelegener Zeit will ich dich wieder rufen lassen. Apg 24,24f


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Das Wort Unzucht bezeichnete ursprünglich sexuellen Verkehr mit Prostituierten, dann jede Form sexueller Zügellosigkeit. Paulus meint mit Unzucht jede Art von Sex außerhalb der Ehe. Wovon ihr aber geschrieben habt, darauf antworte ich: Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren. Aber um Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann. 1 Kor 7,1f (vgl. 1Kor 7,8f; 6,18-20)


Das Wort Unreinheit ist ein allgemeiner Begriff, der Unzucht mit einschließt. Mit Unreinheit ist moralisches und sexuelles Verhalten gemeint, das von Begierden bestimmt ist. Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, so dass ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden. Röm 1,24 (vgl. 1 Thess 4,7f)


„Die Lust an sich öffnet den Menschen nicht füreinander, vielmehr zeigt sie eine deutliche Zentrierung auf das Ich und die Befriedigung seiner Bedürfnisse.“ (Eibach, S.77)


„Der ‚Eros‘ sucht nicht wirklich den Nächsten als Person, sondern insofern er als Mittel zur eigenen Glückserfüllung gebraucht werden kann. (...) Unbestreitbar steht der Eros in der Gefahr, den anderen hauptsächlich nach seinem „Wert für mich“ in Blick zu nehmen. Zwischen Eros und Agape besteht eine Spannung, die deutlich werden läßt, dass beide nicht einer Wurzel entspringen.“ (Eibach, S.84)


Das Bedürfnis nach persönlicher Lust- und Glückserfüllung entspricht nicht immer der Fähigkeit zur Liebesgemeinschaft, zur Treue und Verbindlichkeit.


Mit Habsucht ist jedes Verhalten gemeint, das im „mehr haben wollen“ Erfüllung und Glück sieht. Beim Habsüchtigen stehen die eigenen Bedürfnisse und Wünsche im Vordergrund. Die Haltung „Ich will haben“ geht beim Habsüchtigen auf Kosten anderer. Heute wird diese Haltung meist als Tugend dargestellt. Habsucht kann sich besser verkleiden als sexuelle Sünden: Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit, Umsicht. Gottes Wort zeigt uns das wahre Wesen der Habsucht. Sie steht im Widerspruch zum Vertrauen in Gott, zur Dankbarkeit, Zufriedenheit und Genügsamkeit.


Paulus sagt: Von diesen Dingen soll bei euch nicht einmal die Rede sein. Was meint er damit? Auch der Anlass zum Verdacht soll vermieden werden. Darum ist es nicht richtig, wenn unverheiratete Paare zusammen in Urlaub fahren oder zusammen in einer Wohnung wohnen. Christen sollen in keiner Weise Anlass geben, dass vermutet wird, sie verhalten sich genauso wie Nichtchristen. Wenn Menschen uns begegnen, dann sollen sie sagen können: Ach, es geht auch anders! Und sie sind dabei glücklich. Das Böse aber – ganz gleich in welcher Form – meidet wie die Pest. 1 Thess 5,22


Auch schandbare und närrische oder lose Reden stehen euch nicht an, sondern vielmehr Danksagung. In der Guten Nachricht Bibel steht hier: Es passt auch nicht zu euch, gemeine, dumme oder schlüpfrige Reden zu führen. Benutzt eure Zunge lieber, um Gott zu danken!


Die Hoffnung für alle Bibel übersetzt: Genauso wenig paßt unanständiges, gemeines und zweideutiges Gerede zu euch. Eure Sache ist es vielmehr, Gott zu danken und ihn zu loben. Unser Reden und unser Humor sollen nicht lieblos sein. Seit einiger Zeit gibt es das Wort „geistige Brandstiftung.“ Unser Reden und Scherzen kann bestimmte Menschen und gute Gaben Gottes, wie die Sexualität, schlecht machen oder verletzen. Darum frage ich mich: Ist das, was ich sage, vereinbar mit der Liebe Gottes? Oder drücken meine Worte Verachtung, Hass, Überheblichkeit aus? Dieser Vers ist eine Anfrage an das, was uns gedanklich und gefühlsmäßig beschäftigt. (Vgl. Phil 4,8f) Die Agape Liebe hilft mir, mich zu beherrschen!



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