Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen
Psalm 118,17 – 22.04.2012 – Pastor V. Janke

Dieser Satz hat mich in den letzten Tagen sehr beschäftigt. Wie kommt jemand dazu, so etwas zu sagen? Was wird mit diesem Satz wirklich ausgesagt? Was sagt hier ein Mensch von sich? Kann ich, sollte ich mir diesen Satz zu Eigen machen? Ja. Ich habe das getan. Dieser Satz ist eine echte Motivation. Es ist ein Bekenntnis zum Leben mit Gott. Jeder Christ sollte diesen Satz verstehen und zum Bekenntnis machen. Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen.


1. Es gibt Rückspiegelglauben


Gott hat mir für diesen Vers einen neuen Blickwinkel geschenkt. Und so bekam der Vers neue Bedeutung. Lange hatte ich gemeint, beim Verkündigen der Werke Gottes geht es nur um das was Gott in der Vergangenheit getan hat. Dieser Vers handelt sehr wohl von Gottes Werken in der Geschichte und in meinem Leben. Gott hat gehandelt. Gott hat Großes getan. Er hat viel getan. Das ist “Rückspiegelglauben, eine rückwärts gewandte Sicht. Das ist auch wichtig. Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Psalm 103


2. Es gibt Sonnenaufgangsglauben


Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen. Ich kann diesen Vers aber auch als Bekenntnis der Gewissheit verstehen, dass ich Gottes Handeln bezeugen werde. Gott wird sich bezeugen in meinem Leben. Er wird seine Liebe, Treue und Güte zeigen. Ich werde ihn auf frischer Tat ertappen. Darauf bin ich gespannt. Und davon werde ich berichten.


Mit „Sonnenaufgangsglauben“ ist gemeint: So sicher wie ich davon ausgehe, dass die Sonne Morgen wieder aufgeht und scheint, so sicher wird Gott sich bezeugen, so sicher werde ich davon reden können, was ich mit Gott erlebt habe. Diese Gewissheit ist wichtig. Jeder Christ braucht so einen Glauben. Um diese Gewissheit können wir Gott bitten: Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen. Und wenn ich diese Gewissheit habe, gehe ich gespannt in jeden neuen Tag. Wenn ich Sonnenaufgangsglauben habe, dann wird es viel zu danken und zu loben geben. Jesus sagte seinen Jüngern, Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein. Matth 17,20 Sonnenaufgangsglaube ist Senfkornglaube.


Kindeskinder werden deine Werke preisen und deine gewaltigen Taten verkündigen….Gnädig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. Ps 145,4-8


Katharina von Bora hielt streng alle Störungen von ihrem vielbeschäftigten Mann fern. Sie tröstete ihn auch, wenn ihn Sorgen oder Zweifel quälten. Als Luther einmal mehrere Tage sehr niedergeschlagen war, trat sie plötzlich in schwarzer Trauerkleidung in sein Zimmer. "Wer ist gestorben?" fragte Luther erschrocken. "Gott ist gestorben", antwortete sie, "denn du willst ja nicht aufhören, dir Sorgen zu machen". Da musste Luther lachen und wurde wieder froh.


3. Es gibt Lebensmittelglauben


Ich werde nicht sterben, sondern leben …. Dieser Satz beschreibt den Glauben eines Menschen, der leben will. Und hier dient der Glaube dem Leben. Der Glaube an die Treue, die Liebe und Barmherzigkeit Gottes ist auch ein Lebensmittel. Wer Gott auf frischer Tat ertappen will, der wird Gutes zum Essen, zum Leben haben. Jesus sagt, Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. Joh 4,34


Wer aber sagt diesen Satz? Wer sagt so etwas? Das wäre toll, wenn wir diesen Menschen heute interviewen könnten. Ich hätte da ein paar Fragen. Mich würde zum Beispiel interessieren: Sag mal, warum sagst du „ich werde nicht sterben?“ Die Antwort würde vielleicht lauten: „Ich hatte Angst um mein Leben, richtig, richtig Angst. Todesangst. Da hatte ich zu Gott gebetet.


Im Psalm 118 steht: In der Angst rief ich den HERRN an; und der HERR erhörte mich und tröstete mich. (…) Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis. V. 5+18 Der Grund für diesen mutigen Satz war ein sehr prägendes, bedeutendes Erlebnis. Unvergesslich. Wer Jesus persönlich kennt, macht auch prägende Erlebnisse mit Ihm. Wer Jesus kennt redet auch von Glaubenserfahrungen. Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen. Was für ein Erlebnis könnte das gewesen sein? Ich mach mal ein paar Vorschläge.





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David kämpft gegen Goliath 1. Sam 17


David meldet sich freiwillig, gegen den Riesen Goliath zu kämpfen. Andere wollten ihn davon abhalten. Er hatte keine Erfahrungen. David war jung. Er war ein Schafhirte. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit. David hat Gottes Hilfe erlebt. Seine Zuversicht und sein Mut waren Ausdruck seines Gottvertrauens. Er sagte, Der HERR, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, der wird mich auch erretten von diesem Philister. Und Saul sprach zu David: Geh hin, der HERR sei mit dir! V.37 David sah Goliath. Er erinnerte sich an Gottes Hilfe in der Vergangenheit. Und er war sich sicher: Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen. David hatte Sonnenaufgangsglauben. Senfkornglauben. Lebensmittelglauben.


Jona betet im Wal – Jona 2


Jona befand sich wirklich in einer aussichtslosen, verzweifelten Situation. Er war von einem riesigen Fisch verschlungen worden. Durchs gleiche Gitter sehn zwei Männer in die Ferne, der eine sieht Morast, der andere sieht die Sterne. Wer an Gottes Güte glaubt, sieht Sterne, hat Hoffnung, rechnet mit Gott. Wie Jona. Er betet. Und Jona betete zu dem Herrn, seinem Gott, im Leibe des Fisches und sprach: Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest meine Stimme. V.2 Jona glaubt, dass dieser Gott, der ihn bestraft hat, ihn auch retten kann aus dem Bauch des Fisches. Wer weiß. Vielleicht hat sich Jona gesagt: Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen. Das Buch Jona ist Beweis dafür, dass Gott auch Gebete hört, die in Fischmägen gesprochen werden. Und das Buch beweist, dass Gott Menschen vom Tod retten kann und beeindruckende Erlebnisse schenkt.


Hiskia bekam eine Lebensverlängerung – Jesaja 38


Der König Hiskia wurde todkrank. Es kam schlimmer. Gott schickte den Propheten Jesaja und ließ ausrichten: Bestell dein Haus; denn du wirst sterben, du wirst nicht am Leben bleiben. V.1 Trotzdem betete Hiskia. Er wollte noch nicht sterben. Und Jesaja kam noch einmal zu ihm V.5f. Später bekennt Hiskia: Auch Hiskia könnte Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen zu seinem Gebet machen. Einfach erstaunlich. Obwohl Gott ihm sagte, dass er sterben wird, betete Hiskia. Er betete, weil er glaubte: Vielleicht ändert Gott ja seine Meinung. Paulus fragte mal, Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Röm 8,31 Hiskia fragte: Ist Gott gegen mich, dann bete ich und hoffe ich, dass er für mich ist.


Jesus Christus starb und lebt doch


Vermutlich hat Jesus mit seinen Jüngern kurz vor seinem Tod den 118. Psalm gesungen. Auch V. 17 Ich werde nicht sterben… Jesus wusste, dass er einen frühen und gewaltsamen Tod sterben würde. Mehrmals sprach er davon. Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden, und sie werden ihn töten; aber am dritten Tag wird er auferstehen. Matth 17,22f Er gab aber auch das Versprechen, Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? Joh 11,25f Jesus war überzeugt: Der Tod hat keine Macht über mich. Er war überzeugt: Der Tod hat keine Macht über die, die mir vertrauen. Jesus wusste: mein Vater wird mich auferwecken von den Toten. Jesus vertraute seinem Vater. Ich werde nicht sterben


Ich möchte jemand sein, der über das spricht, was Gott in meinem Leben getan hat und tut.


Ich möchte jemand sein, der Gott vertraut und Gott auf frischer Tat ertappt.


Ich möchte jemand sein, der glaubt, dass Jesus lebt und mich liebt.


Ich möchte jemand sein, der gewiss ist: Der HERR ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun?


Ich möchte jemand sein, der davon ausgeht, dass Gott hilft, heilt, tröstet, liebt, froh macht.


Ich möchte jemand sein, der jeden Tag aus Gottes Hand nimmt und sich sagt: Der Her ist mit mir, und dient und segnet andere durch mich und mich durch andere. Denn wohin ich jetzt gehe, dahin geht auch der Herr.


Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen



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