Behütet und geborgen wunderbar
Psalm 91 / 25.09.2011 – V. Janke

Ein Rätsel: Wem kann wirklich nichts mehr Angst machen, nichts mehr beunruhigen, nichts mehr schlaflose Nächte bereiten oder ein schweres Herz?


Es gab einen Bauern, der war stets zuversichtlich und ganz selten mißmutig oder besorgt. Dieser Bauer hatte einen Nachbarn, der das ganze Gegenteil war. Trübsinnig, negativ und ängstlich begann er jeden neuen Tag mit einem schweren Seufzer. Der fröhliche und zuversichtliche Bauer sieht die Sonne aufgehen und ruft seinem Nachbarn vom Trecker zu, „Schau dir diese wunderschöne Sonne an und den klaren Himmel!“ Mit Falten auf der Stirn entgegnet sein sorgenvoller Nachbar „Ja, ja, wahrscheinlich wird sie die Felder austrocknen.“ Als Wolken aufzogen und der langersehnte Regen fiel, lächelte unser optimistischer Freund über den Zaun hinweg und ruft: „Ist das nicht großartig - Gott gibt unserm Mais heute 'nen großen Schluck zu trinken!“ Doch anstatt sich darüber zu freuen, sagt sein Nachbar, „Na ja, aber wenn dieser Regen nicht rechtzeitig aufhört, wird er die Felder überfluten und alles auswaschen.“ Negativ bis auf die Knochen!


Eines Tages entscheidet sich der zuversichtliche Bauer, „Ich will versuchen, meinem Nachbarn seinen negativen Geist auszutreiben.” Er kauft sich den gescheitesten und teuersten Jagdhund, den er finden kann. Diesen Hund trainiert er, Dinge zu tun, die kein anderer Hund tun kann - Tricks, die jeden erstaunen würden. Dann lädt er seinen mißmutigen Nachbarn zur Entenjagd ein. Nachdem sie eine Weile im Boot saßen, kamen Enten angeflogen. Beide Männer schossen und einige Enten fielen ins Wasser. „Los, hol sie!“ schickte der zuversichtliche Mann seinen Hund los. Und seine Augen leuchteten, als der Hund aus dem Boot sprang, über das Wasser lief und eine Ente nach der anderen auflas. „Na, was hältst du davon!?“ Ohne eine Miene zu verziehen, antwortet sein pessimistischer Nachbar: „Dein Hund kann nicht schwimmen, nicht wahr


Menschen können ihren Alltag so unterschiedlich sehen und erleben! Wie glücklich ist der Mensch, der positiv und gelassen ist. Bist du trotz der täglichen schlimmen Nachrichten zuversichtlich und gelassen? Oder geht es dir wie diesem Nachbarn, der sich nicht mehr an dem Guten freuen konnte? Wir brauchen einen Immunschutz gegen schlimme Nachrichten und Gedanken, die Angst machen. Wer im Schutz des Höchsten wohnt, bleibt im Schatten des Allmächtigen. Ich sage zum HERRN: Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, ich vertraue auf ihn! Ps 91,1+2 Dieser Psalm ist eine Einladung, unser Vertrauen auf Gott zu setzen! Wir haben ein Recht zuversichtlich zu sein.


„Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden, Teufel, Welt, Sünd oder Tod!“


Wir haben oft vor Augen wie zerbrechlich das Leben ist, bedroht von mancherlei Gefahren. Doch als Christen feiern wir jeden Sonntag den auferstandenen Herrn Jesus Christus. Darum können wir singen und uns im Vertrauen auf Gott gegenseitig stärken. Ja, wer Gott kennt, der hat es gut! Wer Gott als Vater hat, der ist besser dran!


Du bist meine Zuflucht und meine Burg!
Das ist letztlich das Entscheidende, das Wichtigste: Zu wem ich mich bekenne und wer sich zu mir bekennt! Das ist unser Glaubensbekenntnis. Psalm 91 ist eine Einladung zum Trotzen und Protestieren und Aufstehen. Ich lass mich nicht von Angst und Zweifel und Sorgen regieren. Ich bekenne mich zu Gott. Denn allein auf uns selbst gestellt, sind wir hilflos und schutzlos. Allein auf uns selbst gestellt, sind wir Spielball eines unbekannten Schicksals.


Wer sich mal 2 oder 3 Stunden Zeit nimmt und darüber nachdenkt, was der Ehepartner, die Kinder, die Freunde ihm bedeuten, der wird dankbar. Und das dann auszusprechen, dem anderen zu sagen ist immens wichtig für Beziehungen. Wer sich die Zeit nimmt darüber nachzudenken, was Gott ihm bedeutet, der wird auch dankbar. Und er wird getrost und zuversichtlich. Das zeigt Psalm 91.





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Wir haben Gott, um zuversichtlich zu leben. 1.3-6.10-12


Am Freitag besuchte ich ein sehr schönes Konzert der Gruppe Jasch. Das Konzert stand unter dem Motto, „ist das Leben nicht schön?!“ Ein Musiker erzählte von einer Radtour, die er im Sommer mit seiner Frau in Ostfriesland machte. Sie fuhren entlang einer Allee. Die Baumwurzeln hatten den Radweg an vielen Stellen sehr holpering gemacht. Gerade als der Mann sich über diese schlechte Strecke beschweren wollte, sagte seine Frau, „Schau mal, wie schön das ist.“ Gleich neber der Straße war ein Kornfeld und es leuchtete in der Sonne und ringsum waren Blumen. Es war ein beeindruckender Anblick. Auf einmal war die schlechte Fahrbahn unwichtig. Mit der Hilfe seiner Frau sah dieser Musiker mehr und besser. Wie oft kommt es auf die richtige Perspektive an!


Das ZDF wirbt in eigener Sache mit dem Spruch, „Mit dem Zweiten sieht man besser.“ Ich glaube: „mit Gott sieht man besser.“ Nicht welches Programm ich sehe macht den Unterschied, sondern zu wem ich mich bekenne und wer sich zu mir bekennt. Darum haben wir ein Recht zuversichtlich zu sein, weil wir einen Gott haben, der uns liebt, für uns eintritt und sich zu uns bekennt.


Wer unter dem Schirm – wörtlich im Versteck - des Allerhöchsten sitzt oder besser wohnt und lebt, der lebt und wohnt in Sicherheit und Geborgenheit. Gott will, dass wir in Ihm Schutz und Geborgenheit finden. Auf schöne Weise wird hier deutlich: Gott gibt Menschen nicht nur gute Ordnungen und Gebote; Gott erwartet nicht nur, dass Menschen ihm gehorsam sind. Gott bietet Menschen, was sie zum Leben unbedingt brauchen: starken Schutz und lebensnotwendige Hilfe! Menschen brauchen Gottes Schutz und Hilfe. In Ps 32,7 bezeugt David sein Gottvertrauen: Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann.


V.2 Dies einfache Glaubensbekenntnis ist eine Hilfe, getrost, gelassen, zuversichtlich zu werden. Wer dies Glaubensbekenntnis spricht, der begibt sich unter den Schirm des Höchsten und unter den Schatten des Allmächtigen. Wir brauchen Gottvertrauen, das wir mit eigenen Worten und Liedern praktizieren. Es ist eine Sache zu sagen: Gott kann! Verstehen und Wissen ist nicht genug. Es ist auch wichtig, zu sagen: Herr, du bist meine Zuversicht und meine Burg, du bist mein Gott, auf den ich hoffe.


Wem kann wirklich nichts mehr Angst machen, nichts mehr beunruhigen, nichts mehr schlaflose Nächte bereiten oder ein schweres Herz?


Antwort: Wer gestorben ist. Genauer: Wer im Vertrauen auf Gottes Gnade und als Kind Gottes gestorben ist. Was sollte diesem Menschen Angst machen oder beunruhigen? Paulus hat es so gut beschrieben: Wißt ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben. Röm 6,3f Wir sind mit Christus gestorben. Wir haben neues Leben!


Kürzlich las ich von der Erfahrung einer Krankenschwester. Sie berichtete: Bei der täglichen Visite sah sich ein Chirurg auf unserer Station einen Jungen an, den er am Blinddarm operiert hatte. Da er mit den Fortschritten seines Patienten zufrieden war, entschied er ihn zu entlassen. „Hast du ein Mittel gegen Schmerzen zu Hause?“ fragte er. Der Junge dachte einen Moment nach und antwortete: „Ja, meine Mama ist da.“ Weil wir wissen, dass Gott da ist, darum können wir zuversichtlich sein. Weil wir wissen, dass der allmächtige Gott uns liebt, brauchen wir uns nicht zu fürchten vor dem, was kommen wird.


‘Von guten Mächten
wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost
was kommen mag,
Gott ist mit uns
am Abend und am Morgen,
und ganz gewiß
an jedem neuen Tag.‘



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