Mut tut gut!
Der Herr sei mit dir, starker Held
Richter 6,12 u.a. / 18.09.2011 – V. Janke

Ein Mann steht vor der Himmelspforte und bittet um Einlaß. „Nenne mir eine gute Tat in deinem Leben“, sagt Petrus zu ihm. „Ich habe einmal gesehen, wie eine Gruppe Punks eine ältere Frau belästigte“, antwortete der Mann. „Da habe ich den Anführer gegen das Schienbein getreten.“ „Und wann war das?“ „Vor rund 40 Sekunden...“ - Es gibt Menschen, die sich einen Namen machen, die durch Mut oder besondere Taten auffallen. Manche zahlen einen Preis für ihren Ruhm. Das Wort Held ist außer Mode gekommen. Heute spricht man von Zivilcourage. Kennst du einen Helden? Bist du vielleicht ein Held? Eines ist sicher: Ein Held ist jemand, der für andere oder für eine gute Sache eintritt, etwas riskiert. Helden sind mutige Menschen. Kinder brauchen Helden. Als Kind hatte ich viele Helden: Winnetou, Old Shatterhand, Lederstrumpf, Marco Polo; aber auch Personen aus der Bibel: Josef, Mose, David und Jonathan. Und natürlich Jesus. Jesus ist ein Held.


Was macht einen Menschen zu einem Helden? Wer ist ein Held? Ein Held ist die meist männliche Hauptfigur einer Geschichte, Legende oder Sage, die über Kräfte verfügt, die weit über die eines normalen Menschen hinausgehen, so dass er zu einer außergewöhnlichen guten Tat, einer Heldentat, in der Lage ist, die ihm Ruhm beschert. Dabei ist nicht nur körperliche, sondern auch geistige oder seelische Kraft gemeint. Helden stehen meist in einem Gegensatz zum Schurken oder Feigling. Ein Held entspricht normalerweise der Definition dessen, was in der jeweiligen Kultur als vortrefflich gilt. Heute wird das Wort oft nur noch ironisch verwendet: Du bist mir vielleicht ein Held.


Am Anfang der Bibel steht ein bekannter Satz, Das sind die Helden der Vorzeit, die hochberühmten. Wißt ihr, wer damit gemeint ist? Im 1. Mose 6,4 steht, das sind die Riesen auf Erden. Wir wissen von diesen Helden nur sehr wenig. Aber von anderen Helden wissen wir etwas mehr.


1. Gideon, der tapfere Held.
Richter 6,11-24


Da erschien ihm der Engel des HERRN und sprach zu ihm: Der HERR mit dir, du streitbarer Held. V.12 War Gideon ein Held? Er war ein unscheinbarer, normaler Bauer. Gideon war ein Mann, der aus ärmsten Familien in Israel stammt und der schwächste in seiner Familie ist, einen Mann, der sich vor dem Feind versteckt und sich selbst als Heuschrecke sieht. Gideon war ängstlich, schwach, vom Feind bedrückt und geistlich, seelisch und finanziell am Ende. Seine Stammesgenossen leben in Höhlen, und nun kommt ein Engel vorbei und sagt: Der HERR mit dir, du streitbarer Held! Gut möglich, dass wir diesen Gideon nur müde belächelt hätten. Und doch schickte Gott einen Engel zu Gideon und nannte ihn einen „streitbaren Helden“. Gideon wurde ein Held genannt. Dabei hatte er noch keine Heldentat vollbracht. Offenbar muss ein Mensch nicht erst etwas Besonderes tun, um vor Gott ein Held zu sein. Doch wenn Gott jemanden „streitbarer Held“ nennt, dann hat das eine Bedeutung: Gott sieht ihn genau so. Gott lügt oder schmeichelt nicht. Es stimmte: Gideon war arm, bedürftig, schwach und ein Versager. Doch es stimmte auch: Gott sah ihn als streitbaren Helden. Gideon musste sich entscheiden: „Behalte ich das Bild bei, das ich von mir habe, oder glaube ich Gott?“ Es lag bei ihm, diese Wahrheit für sich in Anspruch zu nehmen. Er konnte weiter ein ganz normaler Bauer sein. Oder er konnte Gott erlauben, ihn zu dem Gideon zu machen, den Gott wollte – einen streitbaren Helden. Gott hatte einen Plan mit Gideon.


Du und ich stehen heute vor derselben Entscheidung! Sei ein streitbarer Held – durch Jesus Christus! Vertrau auf die Hilfe und Kraft Gottes. Ein Held ist jeder, der im Vertrauen auf Gott handelt, liebt, vergibt, dient, betet, glaubt. Ein Held ist jeder, der Gottes Willen tut.





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2. Jesus Christus – höchster Name.


Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist. Phil 2,6ff


Wenn Helden Menschen sind, die sich einen Namen gemacht haben, dann ist Jesus Christus der größte Held. Denn sein Name steht über allen Namen. Kein Held, der jemals auf dieser Erde gelebt hat oder noch leben wird, hat einen so hohen Namen wie Jesus Christus. Darum singen wir mit Recht, „Jesus, höchster Name.“ Treffend hat Johann Scheffler 1668 die Liedstrophe gedichtet:


Mir nach! spricht Christus, unser Held, / Mir nach, ihr Christen alle! / Verleugnet euch, verlasst die Welt, / Folgt meinem Ruf und Schalle, / Nehmt euer Kreuz und Ungemach / Auf euch, folgt meinem Wandel nach!


Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. Jes 9,5 Jesus Christus ist der größte Held! Er hat den höchsten Namen, weil er Gottes Willen vollkommen erfüllt hat. Und weil Er allein der Erlöser und Retter ist.


3. Christen sind berufen für Christus zu leben.


Denn die Liebe Christi drängt uns, zumal wir überzeugt sind, dass, wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. 2. Kor 5,14f


Christsein beginnt mit dem Tod: … so sind sie alle gestorben. Wer sich taufen lässt, bezeugt auch: Ich bin mit Christus gestorben und mit ihm auferstanden zu einem neuen Leben. Das neue Leben steht unter der Überschrift, „Leben für Christus und durch Christus.“ Und was passiert, wenn ganz normale Männer und Frauen Gott begegnen und für Christus leben? Sie werden echte Helden und wir können von ihnen lernen. So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Röm 6,4 Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. 2. Tim 1,7


Ein echter Held zeichnet sich aus. Dies sind Merkmale: er oder sie hat etwas Besonderes; ist mutig; gibt nicht leicht auf; ist achtsam; ist wahrhaftig und glaubwürdig; hat Gottvertrauen und Menschenliebe; übernimmt Verantwortung; hat ein sinnvolles Ziel; dient als gutes Vorbild. Sucht man Helden anhand dieser Merkmale, dann wird deutlich: Es kommt nicht auf Kraft und Stärke an, nicht auf Herkunft, Ansehen und Reichtum. Im Gegenteil: In der Bibel sind es immer wieder unscheinbare Gestalten, die zu Helden werden, solche, denen man es gar nicht zugetraut hätte, und die es sich oft auch selbst nicht zutrauen, ob dies nun ein Mose ist, ein Gideon, ein David, ein Jona, ein Saulus, ein Simon - alle werden sie auf ihre Weise zum Helden. Sie wagen etwas, übernehmen eine Aufgabe, manchmal auch gegen ihren eigenen Willen.


Ein Held ist man nicht einfach. Man wird zu einem Helden. Man wird zu einem Helden Gottes, indem man Jesus gehorcht. Gott braucht Helden! Wahre Helden! Menschen, die bereit sind, glaubwürdig die Nachfolge Jesu zu wagen. Gott braucht auch uns als seine Helden. Gott braucht keine Helden, die auf eigene Stärke, Ruhm und Verdienst aus sind. Gott braucht Menschen, die ihm vertrauen und seinen Weg miteinander gehen und so zu seinen Helden, zu Vorbildern im Glauben werden. Gott verspricht: Ich bin bei dir. Ich trage dich. Damit du ein Held, ein Vorbild, ein Nachfolger Jesu sein kannst.


Der Herr sei mit dir, starker Held.



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