Wie Wahrheit und Gerechtigkeit uns stark machen
Epheser 6,14 / 10.07.2011 – V. Janke

Weil wir Christen oft den Ernst der Situation nicht erkennen, fordert Paulus sehr engagiert zur Standhaftigkeit auf. Wir müssen es uns immer wieder sagen lassen: Widersteht! Steht fest! Gegen die Listen des Teufels können wir nur bestehen, wenn wir seinen Einflüsterungen widerstehen. Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Matth 26,41 Werdet stark! (V.10) So steht nun fest...! Seid also standhaft (V.14)


Was ist mit Wahrheit gemeint? Das hebräische Wort für Wahrheit bedeutet auch Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Treue. Das griechische Wort bedeutet wörtlich „Unverborgenheit“ und meint den wahren Kern einer Sache, der erst dann sichtbar wird, wenn man ihn „entdeckt“ hat. Mit Jesus ist Gottes Licht, d.h. Wahrheit in diese Welt gekommen. Im Licht dieser Wahrheit Gottes wird der Mensch vor Gott und vor sich selbst offenbar: Joh 3,19-21 Die entscheidende Frage lautet daher: stellt ein Mensch sich der Wahrheit Gottes über seinem Leben? Oder liebt er die Finsternis mehr als das Licht? An dieser Frage entscheidet sich das ewige Heil eines Menschen! Menschen gehen für immer verloren, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, durch die sie gerettet werden sollten. 2Thess 2,10 Einh.Üs.: sie gehen verloren, weil sie sich der Liebe zur Wahrheit verschlossen haben, durch die sie gerettet werden sollten.


So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit... Der Gürtel war der unscheinbarste, gewöhnlichste Teil der Rüstung eines römischen Soldaten. Dennoch hatte er eine ganz zentrale Bedeutung für viele andere Rüstungsteile, da er ihnen Halt gab: der Brustpanzer wurde durch den Gürtel zusammengehalten, der Schild wurde im Kampf durch eine Klemme vom Gürtel gestützt, auf der anderen Seite des Gürtels befand sich die Halterung für das Schwert des Soldaten. Der Gürtel ermöglichte es dem Soldaten erst zu kämpfen. Er gibt der Waffenrüstung den Halt. Ohne Gürtel kann der Soldat seinen guten Brustpanzer nicht richtig zum Schutz gebrauchen noch einen Platz für das Schwert haben. In diesem Sinne ist der Gürtel eine wichtige Grundzurüstung.


Gott gibt uns den Gürtel der Wahrheit als die Grundzurüstung, damit die anderen Waffen gebraucht werden können. Das heißt, dass wir erst durch den Glauben an Jesus Christus in der Wahrheit leben und somit kämpfen können. Erst die Erkenntnis der Wahrheit schafft die Voraussetzungen für ein Leben im Glauben. Erst mit der Bekehrung wird ein Mensch wahr, d.h. in seinem ganzen Wesen von Jesus Christus geprägt: Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts! Das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor. Prüft, was dem Herrn gefällt, und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, sondern deckt sie auf! Eph 5,8-11 vgl. Eph 4,17-25


1. Den Gürtel der Wahrheit anlegen bedeutet,


1.1) Als Christ leben:


Ich will als ein Kind des Lichts leben! D.h., ich will Gott und seinem Wort glauben, dass Jesus Christus der Herr, der Retter und Sieger über den Tod ist; dass Gottes mich liebt; dass ich großen Wert habe; dass ich teuer erkauft bin durch das Blut Jesu; dass meine ganze Schuld vergeben ist; dass Gott in seiner Treue und Liebe zu mir sich nie ändern wird; dass mein Wert nicht in meinem Können liegt und auch nicht in dem, was ich habe oder weiß, sondern darin, dass Gott mich liebt; dass ich durch Jesus ein neuer Mensch bin.


1.2) Zu meiner Schuld stehen und um Vergebung bitten:


Den Gürtel der Wahrheit anzulegen bedeutet auch, sich selbst vor Gott zu prüfen und Schuld zu bekennen: Erforsche mich Gott und erkenne mein Herz... Ps 139 Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und doch in der Finsternis leben, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. (...) Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht. 1.Joh 1,6.8f


1.3) Christliche Gemeinschaft und Seelsorge erleben:


Den Gurt der Wahrheit anlegen bedeutet, dass wir uns von Gottes Geist die Wahrheit über uns selbst zeigen lassen! Dazu gehört auch Sünde und Schuld. Wir dürfen jegliche Lügen und Täuschungen absagen und wahr und aufrichtig sein. Dazu brauchen wir aber auch Mitchristen, die uns genug lieben, uns die Wahrheit aus ihrer Sicht zu sagen: Deshalb legt die Lüge ab und redet Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten! Denn wir sind untereinander Glieder. Eph 4,25 Damit ist nicht gesagt, dass wir alles, was man uns sagt, annehmen und glauben müssen. Es kann sein, dass der andere sich getäuscht hat. Es kann aber auch sein, dass der andere mir die Wahrheit sagt, die ich noch nicht erkannt habe. Es ist sehr wichtig, dass wir lernen, Kritik im Geist der Liebe anzunehmen. Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben. Er, Christus, ist das Haupt. Eph 4,15





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2. Den Panzer der Gerechtigkeit anlegen bedeutet,


Der Panzer ist im klassischen Sinne ein Brustpanzer aus Bronze, der den Körper des Soldaten vom Hals bis zu den Oberschenkeln bedeckt. Er bestand entweder aus zwei großen Metallplatten, von denen eine die Vorderseite und die andere den Rücken deckte, oder er bestand aus zahlreichen kleineren, dachziegelartig aufeinander gelegten Metallplättchen. Die beiden Platten wurden oberhalb der Schultern von großen, bronzenen Ringen zusammen gehalten. Manchmal war der Brustpanzer aus mehreren Lederstücken zusammengefügt und mit Metallstreifen verstärkt. Der Brustpanzer war mit Abstand der schwerste Teil der Rüstung eines römischen Soldaten und wog manchmal mehr als 20 kg.


2.1) Gottes schützende Gerechtigkeit glauben.


Weil es sich um Gottes Waffenrüstung handelt, wird es sich hier um Gottes Gerechtigkeit handeln. Sie wurde uns von JESUS Christus teuer erworben: 2. Kor 5,21. Durch Jesus Christus sind wir vor Gott gerecht und darum geschützt vor allen Anklagen des Bösen: Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht. Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein. Röm 8,33f (Jes 50,8) Welche Anklagen sind hier gemeint? Der Teufel schießt seine giftigen Pfeile pausenlos auf uns ab, und wirft seine Speere auf uns. Eine seiner Waffen ist die Beschuldigung. Weil wir Sünder sind, treffen die Beschuldigungen des Teufels unser Herz: „Du bist nicht wirklich gerecht. Du musst ein besserer Christ sein. Erst wenn du mehr betest, mehr Bibel liest, gehorsamer bist im Alltag, geduldiger, liebevoller – erst dann hat Gott wirklich Freude an dir...“ Gott gibt uns den Panzer der Gerechtigkeit, damit keine Pfeile und Speere unser Herz treffen und verwunden. Jesus ist unser Panzer der Gerechtigkeit. Jesus hat uns gerecht erklärt. Nun gibt es keine Beschuldigung des Teufels mehr, der wir glauben müssen. Weil wir durch Jesus vor Gott gerechtfertigt sind, brauchen wir uns auch nicht vor dem kommenden Zorn (Gericht) Gottes zu fürchten: Um wieviel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind! Röm 5,9


„Wäre die Schuldfrage noch offen, so wäre der Kampf verloren“ (A. Schlatter).


2.2) Dankbar und ohne Druck als Christ leben:


Es gehört zu unserer geistlichen Verantwortung, diese Gerechtigkeit wie einen Brustpanzer „anzulegen“. Nur dann werden wir sie als Schutz erfahren. Ein Brustpanzer schützt unser Herz. Gerechtigkeit als Lebensbedingung garantiert unsere Sicherheit, erlöst uns vom Druck der eigenen Leistung und hilft uns, ein erfülltes Leben zu führen. Wie mühsam ist doch ein Leben, in dem ich mir meine Gerechtigkeit verdienen muss? Gerechtigkeit ohne Wahrheit führt immer zu Selbstgerechtigkeit und damit zum Stolz, zu religiösem Hochmut: Phil 3,1-9. Gottes „Brustpanzer der Gerechtigkeit“ anlegen bedeutet, sich täglich dankbar daran zu erinnern, dass ich allein durch Jesu Blut vor Gott gerecht bin – und niemals durch eigene Werke oder Leistungen, niemals durch Mitarbeit oder Leiden für Jesus. Verstehen wir auch im Alltag die Gerechtigkeit Gottes, dass Gott uns vergeben hat und wir deshalb auch vergeben sollen? Verstehen wir das einzigartige Geschenk der Gerechtigkeit Gottes als Schutz vor allem Hochmut gegenüber anderen?



Praktisch:


  • Herr, ich danke dir, dass du mir in Jesus zeigst, wer ich wirklich bin und wie ich bin!
  • Danke, dass ich durch Jesus Christus dein geliebtes Kind bin und du mich segnest.
  • Danke, dass ich alles vermag durch den, der mich stark macht, Jesus Christus.
  • Ich will deinem Wort glauben und danach leben.
  • Zeige mir durch deinen Geist, wo ich schuldig geworden bin, gesündigt habe.
  • Hilf mir, auch auf die Kritik anderer demütig zu achten und mich zu prüfen.
  • Hilf mir, meinem Nächsten die Wahrheit zu sagen, wo es nötig ist.

„Herr, ich ziehe deine Gerechtigkeit als Panzer an. Du, Jesus, hast alle meine Sünde, jede Anklage gegen mich, jeden Mangel in meinem Leben auf dich genommen und bist dafür am Kreuz gestorben.


Du, der Gerechte, schenkst mir deine Gerechtigkeit. Du hast mich mit dem Vater versöhnt und mir den Weg zu ihm frei gemacht. Du hast mich in den Stand eines Königskindes gestellt. Deshalb brauche ich keine Anklage zu fürchten, weder von Gott noch von Menschen.


Du hilfst mir, kritikfähig zu werden. So will auch ich mich selbst nicht wegen meiner Unvollkommenheit anklagen oder verdammen. Jesus, ich danke dir, dass du mich durch dein vergossenes Blut vollkommen gerecht machst.


Danke, dass ich glauben und wissen kann, dass ich Gottes geliebtes Kind bin und bleibe.


Danke, dass ich mir meiner Rettung von aller Schuld und vor der Verdammnis gewiss sein kann.


Herr, decke alle Selbstgerechtigkeit auf, die in mir Raum sucht und mach mich davon frei.


Bewahre mich davor, dass ich mir etwas einbilde auf meine Leistungen, mein Wissen, meine Frömmigkeit.

Amen“



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