Wer siegen will, muss kämpfen
Epheser 6,10-20 / 16.06.2011 – V. Janke

1. Wir sind im Krieg!


Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: als Christen befinden wir uns in einem geistlichen Krieg mit der unsichtbaren Welt. Das bezeugt die Bibel sehr deutlich an vielen Stellen. Die Tatsache, dass diese Wahrheit vielen Christen nicht bewusst ist und von vielen nicht ernst genommen wird, erklärt einen großen Teil der Niederlagen, die sie in diesem Krieg erleiden. Die Tatsache, dass viele Christen nicht viel wissen über geistlichen Kampf und geistliche Kriegführung, sollte uns alarmieren und zum Lernen herausfordern. Wie viele Christen sind vertraut mit geistlichem Kampf?


1) Manche Christen haben eine Abneigung gegen alles, was mit Kampf und Widerstand zu tun hat. In unserem „pazifistischen Zeitalter“ erscheint vielen Christen das Bild des Krieges fehl am Platz, um etwas so liebes, freundliches, mildes und weiches wie das traditionelle Christentum zu beschreiben; Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde Heb 12,4. Doch Gott will nicht, dass wir verführt und geschlagen werden vom Bösen (Jak 4,7f). Der Begriff Krieg beschreibt nicht einzelne Aspekte des Christenlebens. Nein, da ganze Leben eines Christen ist Kampf: Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; 2.Tim 4,7


2) Manche Christen haben sich nicht mit ihrem ganzen Herzen zu Gott bekehrt. Manche Christen wollen gerne die Vorteile des Christseins und die Vorteile der Welt. Als Christen sind wir verpflichtet, Gottes Wort ernst zu nehmen. Wir können nicht Freundschaft mit der Welt und mit Gott leben: Jak 4,4 Ihr Abtrünnigen, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein.


3) Manche Christen wurden nie über geistlichen Kampf gelehrt. Sie sind unwissend im Blick auf die Strategien Satans. Dabei hat Paulus geschrieben: denn uns ist wohl bewußt, was er (Satan) im Sinn hat. (2 Kor 2,11b) In seinem Buch Der innere Krieg schreibt Jay Adams: „Warum haben viele Gemeinden diese ungeheuer wichtige biblische Wahrheit ignoriert oder gar unterdrückt? (...) Die gleichen Kräfte, die ein saft- und kraftloses Christentum erzeugt haben, das Konfrontationen meidet, sich selbst verherrlicht und Jesus lieber als einen Heiland darstellt, der noch eine Dimension zu deinem Glücklichsein hinzufügen kann (als einen, der einen radikal verändern will), sind am Werk.


Diese feige Nachgiebigkeit, von der ich spreche ist größtenteils das Ergebnis eines lehrmäßigen Abfalls, der es vermeidet, mit den harten Wahrheiten des Wortes Gottes zu ringen oder sie einfach wegerklärt. Gegenwärtig scheint die Mentalität eines Wohlstandschristentums dem Judentum des ersten Jahrhunderts sehr ähnlich zu sein, das Christus abgelehnt hat, weil es die Krone ohne das Kreuz wollte. Wie es auch sein mag, es ist klar, das die Gemeinde auf dem Schlachtfeld schläft; sie hat einerseits ihre Waffen niedergelegt und sich mit einem unsicheren Frieden begnügt.“ (S.8)


2. An Jesus sehen wir die Bedeutung des geistlichen Kampfes.


Am Anfang seines öffentlichen Dienstes wird Jesus Christus vom Satan dreimal versucht. Jesus leistete dem Satan Widerstand. Jesus hatte gelernt, wie er als Mensch geistlich kämpfen und siegen soll und kann! Jesus hatte Überzeugungen gewonnen, die Ihm die Kraft gaben, Nein zu sagen zu den verführerischen Angeboten des Bösen. Von der Versuchung Jesu (Matth 4) lernen wir:


  • Versuchungen sind notwendig, damit Gehorsam und Treue sich bewähren
  • Gehorsam zu lernen ist schmerzvoll und bedeutet manchmal Verzicht auf die Befriedigung eines ganz natürlichen Bedürfnisses.
  • Nur mit festen Überzeugungen können wir standhaft bleiben und in der Anfechtung bestehen.
  • Die Vorbilder der Bibel dienen uns als warnendes und ermutigendes Vorbild.
  • Wir sollen lernen auf die Erfüllung der Zusagen Gottes zu warten, indem wir uns weise verhalten und uns seinem souveränen Willen unterordnen.
  • Wir sollen unseren Lebenssinn und unsere Lebenserfüllung nicht im Besitz von Gütern oder Macht suchen, sondern in der Anbetung Gottes und im Dienst für ihn.



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3. In der Welt sehen wir geistliche Schwachheit und Verlorenheit.


Die Welt, in der wir leben, ist eine verlorene Welt, die nichts zu erwarten hat, als den Zorn Gottes und ewige Verdammnis. Menschen um uns herum sind geistlich tot (Eph 2,1). Menschen um uns herum sind blind für Gott und geistliche Dinge: Ist nun aber unser Evangelium verdeckt, so ist's denen verdeckt, die verloren werden, den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes. 2. Kor 4,3-4


Der Satan ist mit seinen Helfern sehr aktiv, damit Menschen nicht zum Glauben an Gott und zur Rettung finden: Die aber an dem Weg sind die, welche hören; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, damit sie nicht glauben und errettet werden. Lk 8,12


In unserer Gesellschaft werden wir mit okkulten Praktiken konfrontiert. Reinhold Ruthe spricht in seinem Buch Spiel mit den Geistern davon, dass eine Okkult-Welle über die westliche Welt brandet. Besonders Jugendliche und Heranwachsende werden in ihren Bann gezogen. Ulrich Skamraks, ein Kenner der okkulten Szene in Deutschland, stellte 1991 fest, dass das Interesse am Übernatürlichen steigt und es in Deutschland bereits mehr als 1 Million Spiritisten gibt. Horroskopie, Sekten, Satanismus, Parapsychologie üben eine große Faszination auf viele Menschen aus.


Sehe wir als Christen wirklich die geistliche Not, Schwachheit und Verlorenheit um uns?


4. In der Gemeinde sehen wir die Notwendigkeit, geistlich zu kämpfen.


Als Christen, die sich zum Herrn Jesus Christus bekennen, stehen wir in einem geistlichen Krieg. Dieser Krieg wurde von Gott unter Einbeziehung aller Menschen erklärt: Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. 1. Mose 3,15 Jeder Mensch steht auf der einen oder anderen Seite, ob er es weiß oder nicht. Eine Neutralität gibt es nicht. Jesus sagt, Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Matth 12,30 Und Petrus ermahnt Seid wachsam und nüchtern! Euer Feind, der Teufel, schleicht um die Herde wie ein hungriger Löwe. Er wartet nur darauf, dass er jemand von euch verschlingen kann. 1.Petr 5,8


Als wir uns für Jesus als unseren Retter und Herrn entschieden haben, haben wir uns entschieden, seiner Armee beizutreten. Unser Leben und Dienen als Christen ist geistlicher Kriegsdienst. Aber statt eine gut trainierte Armee im Einsatz gegen den Bösen zu haben, gibt es viele geistliche „Kriegsdienstverweigerer,“ die ohne es zu ahnen, Verbündete des Feindes geworden sind. Darum kommen manche Geschosse in diesem Kampf auch von „hinten“, d.h. aus den eigenen Reihen. Wie wichtig ist es, dass wir lernen und begreifen, dass unser Kampf nicht mit Fleisch und Blut ist!


Eph 6,12-13 Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs. Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt. (Einh.Üs.)



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