Beglückend leben
Sprüche 31,10ff / 15.05.2011 – V. Janke

Muttertag ist Tanktag – für Mütter. Heute werden viele Mütter für ein weiteres Jahr aufgetankt. Wie gut, dass das so nicht ganz stimmt, zumindest für einige Mütter. Doch, was ist mit denen, die nur ganz selten auftanken? Wie ist es bei dir? Ist dein Tank noch gefüllt oder eher leer? Wann hast du das letzte Mal aufgetankt?


Ich persönlich fahr ganz ungern zum Tanken. Oft zwingen mich die Tanknadel und ein nerviger Piepton dazu, eine Tankstelle anzusteuern. Und während der gute Treibstoff in den Tank fließt, fließt mein gutes Geld auch woanders hin. Tanken kostet Geld. Darum fahr ich ungern zum Tanken. Aber wenn der Tank dann voll ist, wenn der Sprit bezahlt ist und die Tanknadel wieder ganz oben steht, dann hab ich ein gutes Gefühl. Dann macht Autofahren wieder Spaß. Dann habe ich wieder Ruhe für ein paar hundert Kilometer. Schön ist es, einen vollen Tank zu haben . Für alle Autofahrer ist es eine Art eisernes Gesetz: Irgendwann muss getankt werden. Am Tanken kommen Autofahrer nicht vorbei – außer meiner Frau: die läßt mich immer tanken. Dies ist ein Gleichnis.


Menschen brauchen Tankstellen. Das ist auch eine Art eisernes Gesetz: wir leben nur glücklich, wenn wir regelmäßig auftanken. Der Apostel Petrus hat es einmal so formuliert: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens (Joh 6,68). Heute ist Sonntag und Sonntag ist Tanktag, ist Angebot Gottes: tank mal wieder. Heute sollte Tanktag sein. Nach sechs Tagen Arbeit dürfen wir heute Atem holen, auftanken, zur Ruhe kommen. Darum sind wir hier. Jesus sagt, »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.« (Matth 4,4) David sagt in Psalm 36,10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens... Gott ist die Quelle unseres Lebens. Wenn wir uns Ihm zuwenden, dann doch oft mit der Bitte: Herr, füll mich neu, füll mich neu..


In Sprüche 31,15 heißt es von der fleißigen Hausfrau und Mutter: Sie steht vor Tage auf und gibt Speise ihrem Hause, und dem Gesinde, was ihm zukommt. Sie gibt Speise. Ich glaube: Speise ist hier in einem größeren Sinn zu verstehen. Sie versorgt ihre Familie mit dem, was zum Leben nötig ist. Das ist auch wahr. Mütter und Tankstellen haben vieles gemeinsam. Mütter sind Tankstellen oder Tankwarte. Durchaus keine einfache Arbeit. Aber immens wichtig. In der Einheitsübersetzung steht hier: Noch bei Nacht steht sie auf, um ihrem Haus Speise zu geben.


Muttertag bedeutet doch: Heute darf die Mutter mal auftanken. Heute erinnern wir uns, dass wir so selbstverständlich versorgt wurden mit gutem Essen, sauberer Kleidung, kostenlosem und geduldigen Zuhören, einem behaglichen Zuhause, Trost und Ermutigung und vielem mehr. Sie gibt Speise. Von Müttern können wir lernen, beglückend zu leben. Darin sind Mütter wie Gott. Gott beglückt gern. Gott segnet gern. Gott ist auch wie eine Mutter: Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch; Jes 66,13 Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt! Matth 23,37


Beglückend leben – das ist christlich: Röm 12,10-18 Die Gott lieben werden sein wie die Sonne... Jeden Tag können wir ein bißchen von der Sonne und Wärme, die Gott uns gibt, weitergeben. Das möchte ich gern: Licht, Wärme, Sonnenschein in das Leben anderer bringen. Das möchte sicher viele Menschen: beglückend leben. Ich glaube, dass dieser Wunsch tief in jedem Menschen angelegt ist. Wir sind ja geschaffen im Bilde Gottes. Und Gott beglückt gern. Paulus sagt: einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. (2.Kor 9,7) Warum? Weil Gott selbst ein fröhlicher Geber ist. Beglückend leben - dazu sind wir als Christen von Gott erlöst und berufen. Vergeltet nicht Böses mit Bösem noch Kränkung mit Kränkung! Statt dessen segnet; denn ihr seid dazu berufen, Segen zu erlangen. 1.Petr 3,9(Eph 4,29)


Muttertag ist wichtig. Warum? Weil danken, erfreuen, wertschätzen, segnen, dienen wichtig ist. Muttertag ist ein wichtiges Eingeständnis: Wir brauchen Menschen, die „Speise“ geben. Wir brauchen segnende, dienende Menschen; Menschen, die beglückend leben. Kraft und Würde sind ihr Gewand, und sie lacht des kommenden Tages. (Spr 31,25) Wie gelingt das? Sie vertraut Gott. Und sie erlebt Wertschätzung, Anerkennung, Lob: Spr 31,28-31 „Menschen danken und ihre Arbeit zu würdigen, ehrt auch Gott.“ (Pastor Norbert Schäfer) Ute Passarge erzählt in ihrem Heft „Freude will entdeckt werden“ von einer Freundin namens Ursel. Ursel lebt beglückend. Das ist das Besondere an dieser Frau. Ihren eigentlichen Lebenssinn beschreibt Ursel so: „Ich möchte, dass jeder mein Haus ein bisschen glücklicher verläßt, als er gekommen ist.“ U. Passarge, „Sie beschenkt und stärkt mich. Es sind die Werkzeuge, die sie gelernt hat zu benutzen.“





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Wie geht das aber, beglückend leben? Es sind die Werkzeuge. Wenn wir wollen, können wir lernen, damit umzugehen: Wachsamkeit für den Geist Gottes; Flexibilität/innere Beweglichkeit; Vertrauen in Gott; Geduld mit sich selbst; Leitgedanken, die uns täglich begleiten:


1. Wir können uns mit anderen mitfreuen


Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Röm 12,15 Geteilte Freude ist doppelte Freude. Freude will sich mitteilen. Und es tut gut, wenn ich erlebe, dass jemand sich von Herzen mit mir freut. Wir können Gott darum bitten: Herr, hilf mir, dass ich mich von Herzen mit anderen mitfreue! Ich möchte das gern lernen. Wer sich mit anderen freut, lebt beglückend.


2. Wir können andere ermutigen


Durch deine Liebe habe ich viel Freude und Ermutigung erfahren, denn ich weiß, wie oft du andere Christen in ihrem Glauben gestärkt hast. (Phlm 1,7 Hoffnung für alle) Es braucht meist nicht viel, andere zu ermutigen, sie zu stärken in ihren Aufgaben, Herausforderungen. Wir wissen, was es bedeutet, selbst ermutigt zu werden: Du kannst das! Du schaffst das! Du bist toll, begabt, wichtig! Jeden Tag können wir andere ermutigen. Jeder kann das. Wer andere ermutigt, lebt beglückend.


3. Wir können Gutes über andere reden


Denn ich habe keinen, der so ganz meines Sinnes ist, der so herzlich für euch sorgen wird. Denn sie suchen alle das Ihre, nicht das, was Jesu Christi ist. Ihr aber wißt, dass er (Timotheus) sich bewährt hat; denn wie ein Kind dem Vater hat er mit mir dem Evangelium gedient. Phil 2,20-22 Paulus konnte Gutes über andere reden. Wie wir über andere reden, wirkt immer – auf andere und uns selbst. Es braucht manchmal nur eine kleine Entscheidung: Ich will jetzt nicht erzählen, was ich weiß. Oder: Ich habe über XY Gutes zu sagen und will das auch tun. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht. Röm 12,15 Andere segnen können wir in ihrem Beisein und ihrer Abwesenheit. Jesus sagt: Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht Lk 6,28 Jesus möchte, dass wir auch die Menschen segnen und Gutes über sie weitersagen, die uns das Leben schwer machen. Willst du Gutes über andere reden? Dann bitte Jesus darum: Herr, hilf mir, andere zu segnen durch mein Reden und mein Schweigen. Ich möchte das lernen. Wer Gutes über andere redet, lebt beglückend.


4. Wir können andere Willkommen heißen


Übt Gastfreundschaft. Röm 12,13 Wenn du überraschend Besuch bekommst, fühlt sich der Besucher dann willkommen? Mein Tag ist manchmal so verplant, dass ich nicht wirklich frei bin für überraschende Besucher. Und dabei wissen wir doch aus eigener Erfahrung, wie schön es ist, wenn jemand sich für uns Zeit nimmt und sich über unseren Besuch freut. Wie ein Kurzurlaub ist das. Wir können andere willkommen heißen; anderen durch unser Verhalten zeigen: Du bist wichtig. Ich freue mich, dass du da bist. Du bist jetzt wichtiger. Wer andere willkommen heißt, lebt beglückend.


5. Wir können für andere beten


Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet für alle Heiligen. Eph 6,18 Fürbitte ist ein wichtiger Dienst – ein Liebesdienst. Darin wird Liebe konkret gelebt, indem du für andere dir Zeit nimmst und für sie bittest. Wer für andere betet, handelt wie Jesus. Er ist unser Fürsprecher (1.Joh 2,1; vgl. Joh 17, 9.20) Der Schreiber des Hebräerbriefes bittet: Betet für uns. Hebr 13,5 Paulus bittet: liebe Brüder, betet für uns, ... 2.Thess 3,1 Viele gute Dinge in unserem Alltag haben ein Siegel (Gütesiegel), Stempel oder Zertifikat drauf. Das gibt dem Käufer wichtige Informationen. Wäre es nicht toll, es gäbe so ein Gütesiegel auch für Menschen. Dann würde unter dem Türschild stehen: Hier lebt ein beglückender Mensch; oder es steht hinten auf dem Auto; oder auf dem Adreßaufkleber oder... Doch dies Siegel wäre nicht für andere. Es wäre für uns! Wir bräuchten diese wichtige Erinnerung: Lebe deinen Glauben! Lebe deine Berufung! Lebe beglückend!



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