Lobe den HERRN meine Seele
Psalm 103 / 20.3.2011 – V. Janke

Was wären wir ohne Werbung? Werbung ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Wüßten wir ohne Werbung überhaupt, was wirklich gut und hilfreich ist?! Werbung bedeutet, eine Sache, ein Produkt, ein Ereignis, eine Person anzupreisen. Auch Lieder werben. Sie werben für die ewige Liebe, für Trost, Hoffnung, Treue u.a. Wer wirbt, will ein Bedürfnis wecken. Wer wirbt, suggeriert, dass Bedürfnisse erfüllt werden können. Ich mache auch Werbung. Ich spreche über das, was mir gut gefallen hat, was mir wichtig geworden ist. Treu nach dem Motto: 'Sind sie zufrieden, sagen sie es weiter...' werben viele Menschen gerne. Manchmal weiß ich nicht, was wirklich gut und wertvoll ist, es sei denn, es wird mir gesagt - es sei denn, ich sag es mir selbst.


Lobe den HERRN, meine Seele... darum geht es in diesem Psalm. David wirbt dafür, den HERRN zu loben. Er hat erkannt, wie groß, wie gut und wertvoll der HERR ist und die Beziehung zu Ihm. Der Psalm macht Mut, Gott zu loben. Es gibt gute Gründe, den Herrn zu loben. Dieser Psalms will dazu ermutigen, den Herrn zu loben. Das hebräische Wort barak wird allgemein mit segnen übersetzt. Hier bedeutet es: Gutes und Wahres dem HERRN zu sagen. Es geht darum, mit eigenen Worten betend und singend Gottes Liebe anzuerkennen. Lob heißt, Wertvolles in einer persönlichen Beziehung anzuerkennen. Und darum geht es im Lob des HERRN: Wertvolles in der Beziehung zum HERRN anzuerkennen. Gott soll gelobt werden. Er ist zu loben.


1. Den HERRN loben ist die Sehnsucht des Menschen
V.1+22


Kennst du Gott persönlich? Dann kennst du diese Sehnsucht, ihn zu loben. (Ps 71,8) Die Aufforderung Preise den HERRN, meine Seele entspringt der Sehnsucht, das zu tun, wozu du von Gott geschaffen bist. Im Lobpreis geben wir dieser Sehnsucht Ausdruck. Ziel dieser Sehnsucht ist die Gemeinschaft mit dem lebendigen HERRN (Ps 63,2-9). Wer Gott kennt und liebt, will Ihn loben. Um dieser Sehnsucht Raum zu geben brauchen wir einen festen Willen (ich will...), Nachdenken (sich bewusst machen, warum der HERR zu loben ist), und geistlichen Kampf gegen Trägheit, Lustlosigkeit, Unkonzentriertheit (alles in mir), auch gegen negative und falsche Gedanken. Wir können Gott nicht auf Knopfdruck loben. Wir brauchen dazu Vorbereitung. Die Sehnsucht, den HERRN zu loben entspricht einem Bedürfnis. Durch Loben wird unsere Beziehung zum HERRN erneuert! Lobpreis ist auch Beziehungspflege. Die Sehnsucht, den HERRN zu loben, ist die Sehnsucht nach Nähe und ungetrübter Gemeinschaft. Lobpreis ist eine geistliche Disziplin. Darum sollen wir uns selbst auffordern, den HERRN zu loben. Und wir sollen uns dazu auffordern lassen.


2. Den HERRN loben kommt aus persönlicher Überzeugung


Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat: (V.2) Wir vergessen so schnell die Wohltaten Gottes. Lobpreis hält Segnungen Gottes lebendig. Persönliche Überzeugungen sind wichtig, weil wir uns sonst vom Lobpreis abhalten lassen. Für unser geistliches Leben sind persönliche Überzeugungen, die im Wort Gottes gründen, absolut notwendig. Besonders wenn wir etwas gewohnheitsmäßig tun, ist es sehr wichtig die Überzeugungen nicht zu verlieren. Wir feiern Gottesdienst aus Überzeugung, oder? Hast du Überzeugungen, den HERRN zu loben?


David war davon überzeugt: der HERR ist zu loben! Er war überzeugt, weil er sich selbst überzeugt hat. Der ganze Psalm enthält Begründungen und Überzeugungen, warum der HERR zu loben ist. Wer auf bestimmte Gefühle wartet, um Gott zu loben, der ist auf einem falschen Weg. Gefühle sind manchmal eine Frucht des Lobpreises, aber nicht die Voraussetzung. Die Unfähigkeit der Emotionen allein Beständigkeit zu schaffen kann die kurze Dauer der Jesus Bewegung erklären, die in den 60er Jahren kurz blühte. Junge Leute begannen eine stark emotionale Beziehung mit dem Schöpfer, doch sie hatten kaum theologisches oder biblisches Verstehen um dieser Beziehung Substanz zu geben. So kam es, dass einige dieser enthusiastischen, jungen Christen bald mit verschiedenen Sekten und Religionen experimentierten. Hurra und Juchhe können einen Mangel an Disziplin, Schulung, Studium und Erfahrung nicht wettmachen. (Dr. J. Dobson, Emotions, can you trust them, Einleitung)




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3. Den HERRN loben gründet in der Sündenvergebung
2+3.8-12


Der erste Grund zum Lob des HERRN ist die Vergebung aller Sünden! V.3 In der Sündenvergebung erfahren wir persönlich Gottes Liebe und Gnade. Die Vergebung von Schuld ist der Anfang einer persönlichen Beziehung zu Jesus. Glücklich der, dem Übertretung vergeben, dem Sünde zugedeckt ist. Glücklich der Mensch, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet und in dessen Geist kein Trug ist. Ps 32,1f Wer ist wirklich glücklich zu preisen? Nicht alle, die glücklich aussehen, sind wirklich glücklich; nicht alle, die beneidet werden um Geld, Schönheit, Gesundheit, Erfolg, Sicherheit, Ansehen oder Macht sind wirklich glücklich; nicht alle, die es behaupten, sind wirklich glücklich.


Glücklich ist der Mensch, der vor Gott ehrlich ist und Frieden mit Gott hat. David hat erkannt, dass eine intakte Beziehung zu Gott ein überaus wertvolles Gut ist. Wenn Fehler und Schuld nicht verleugnet werden, sondern ehrlich und offen bekannt werden, wenn Sünde beim Namen genannt wird und um Vergebung gebeten wird - dann geschieht etwas Wunderbares: Frieden und Freude kehrt ins Herz ein. Am Ende des 32. Psalms lesen wir: Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten, und jauchzet, alle ihr Frommen. V.11 (Ps 51,14) Diese Wahrheit ist so alt wie die Menschheitsgeschichte und bleibt relevant. Es ist eine einfache Wahrheit und doch tun wir uns schwer, sie zu praktizieren. Das Schlüsselwort zum Segen ist ein einfaches Wort, das aus dem Herzen kommt: Vergib mir!


Wir loben Gott nicht allein aus Freude am Singen oder aus Tradition, sondern aus Dankbarkeit und Freude über Gottes Gnade und Liebe. Deine Schuld ist dir vergeben durch Jesus! Unverdient! Dass Gott Schuld vergibt ist Grund zur Freude und zum Singen. Das Volk Israel feierte einmal im Jahr das Versöhnungsfest. Eine Woche lang feierten die Stämme in Jerusalem die gnädige Vergebung Gottes. Vergebung ist ein kostbares und lebensnotwendiges Gut! Wir sind es dem HERRN schuldig, seine Vergebung zu feiern. Wir sind es ihm schuldig, seine Gnade zu rühmen.


4. Das Lob des HERRN erinnert an den neuen Bund
1.17f


Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. (V.1) Sein heiliger Name ist der Name Jahwe, im deutschen mit HERR wiedergegeben. Jahwe ist der Name, der an den Bund erinnert, den der allmächtige Gott mit seinem Volk Israel gemacht hat. 2 Mo 6,6-8 Im Theologischen Handwörterbuch zum AT steht: Zumindest vor dem Aufkommen von Vertragsurkunden gehörte zu einem ordnungsgemäßen Kaufgeschäft die Ausrufung des Namens des neuen Eigentümers über dem Kaufobjekt als offizieller Rechtsakt hinzu. Das geschah als abschließende Kaufbestätigung. Die Ausrufung des Namens wurde zum festen Begriff bei Eigentumswechsel jeder Art. Die Wendung wird im AT öfters auf Jahwe bezogen, um sein Besitz- und Hoheitsrecht zum Ausdruck zu bringen'. Vgl. 5 Mo 28,8f; 2 Chr. 7,14


Wir loben den Herrn, weil wir in einem Bund mit Gott leben. Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird! Lk 22,20 (Ps 103,17f) In der Zugehörigkeit zu einer Ortsgemeinde bringen wir zum Ausdruck, dass wir in einer Bündnisbeziehung leben. Glaube an Jesus, Lob des HERRN und Mitgliedschaft in einer Ortsgemeinde gehören zusammen. Weil der HERR sich uns zur Treue und Liebe verpflichtet hat, verpflichten wir uns zu Treue und Liebe. Jedes Halleluja (gepriesen sei Jahwe/der Herr), das wir singen, erinnert uns an den Bund, den Gott in Jesus Christus gemacht hat. Wenn wir Halleluja sagen oder singen werden wir an Gottes Treue und Liebe erinnert und werden gleichzeitig zur Treue und Liebe ermahnt.


Lobpreis und gelebte Treue und Verbindlichkeit gehören zusammen. Das ist besonders in unserer Zeit eine Herausforderung. Unverbindlichkeit ist ein Zeichen dieser Zeit. Unverbindlichkeit belastet Beziehungen. Jesus will uns zu treuen, verbindlichen Menschen machen. Lobpreis kommt auch aus der Überzeugung: Ich gehöre nicht mir selbst. Ich bin teuer erkauft. Ich bin in dieser Welt um durch mein ganzes Leben Gott zu verehren und seine Treue und Liebe zu bezeugen.


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