Der Herr ist gut
Psalm 145,7-16 / 13.03.2011 – V. Janke

'Die ganze Lebensauffassung der Menschheit wäre anders, wenn wir alle glauben könnten, dass wir unter einem freundlichen Himmel leben und dass der Gott des Himmels, obwohl er in Macht und Würde hoch erhöht ist, sich doch danach sehnt, unser Freund zu sein.'
(Aiden Wilson Tozer, The Knowledge of God, S.89)


Der Herr ist gut und tut Gutes. So lautet das übereinstimmende Zeugnis der ganzen Bibel und so steht es kurz und treffend in Ps 119,68. An einen guten Gott zu glauben scheint vielen Menschen unmöglich angesichts der Lebenswirklichkeit, die sie sehen und erleben. Wenn es einen guten Gott gibt, müsste die Welt nicht ganz anders aussehen? Wenn es einen guten Gott gibt, müssten die täglichen Nachrichten nicht ganz anders lauten? Menschliche Erfahrung und Beurteilung steht im Widerspruch zum biblischen Zeugnis. Dass es gute Menschen in dieser bösen Welt gibt - wer würde das verleugnen, doch an einen guten Gott zu glauben gelingt vielen Menschen nicht.


Wir feiern Gottesdienst, weil wir glauben: Der Herr ist gut und tut Gutes. Wir leben in der gleichen Welt wie die, die nicht an einen guten Gott glauben. Doch sind wir wirklich davon überzeugt, dass der Herr gut ist und Gutes tut? Oder ist das nur ein Lippenbekenntnis? Stehen wir in der Gefahr, diese Lieder über Gottes Freundlichkeit und Güte nur zu singen? Wenn wir glauben, dass der Herr gut ist und Gutes tut, dann sind wir von Herzen dankbar, froh und zuversichtlich. Ich möchte dazu ermuti-gen, von Herzen dankbar, froh und zuversichtlich zu sein, und von Herzen den Herrn zu loben, weil der Herr gut ist und Gutes tut.


1. Der Herr ist gut und tut Gutes - er allein
Ps 14,1-3; Röm 3,10-12; Lk 18,18f; Röm 7,18f


Wenn Gott selbst der Maßstab für Gutsein und Gutes Tun ist - wie wir es in der Bibel finden, dann müssen alle Menschen David in seinem Urteil zustimmen: Ps 14,1-3 Nicht wir urteilen, wer gut ist und wer nicht. Wir werden beurteilt von Gott und seinem Wort. Nicht der Mensch ist der Maßstab aller Dinge, sondern Gott selbst. Der Herr ist gut und tut Gutes - er allein.


Der Apostel Paulus greift diese Wahrheit in seinem Brief an die Christen in Rom auf. Kein Jude, kein Grieche, kein Mensch kann sich mit seinen Werken vor Gott rühmen. Röm 3,10-12. Vgl. Röm 5,6-8. Durch Jesus Christus erweist Gott allen Menschen seine große Liebe und Freundlichkeit. Für uns alle hat Gott seinen geliebten Sohn am Kreuz sterben lassen. Darum sind wir überzeugt: Der Herr ist gut und tut Gutes - er allein.


Die Worte von Jesus Christus sind hier wohl am radikalsten. Ein reicher und frommer Mann kam zu ihm und fragte Jesus nach dem ewigen Leben: Lk 18,18f Jesus sagt: Der Herr ist gut - er allein! Auch wenn die Bibel das Prädikat gut verwendet, um den moralischen Unterschied zwischen Menschen zu beschreiben - es gibt gute und böse Menschen - Menschen, die Gutes und Böses tun, so weist uns die Bibel auch deutlich auf den einzig Guten hin. Der Herr ist unvergleichlich gut und er tut Gutes.


Wenn wir uns von Gott und seinem Wort beurteilen lassen, dann stehen wir mit leeren Händen vor Gott. Dann haben wir nichts, dessen wir uns rühmen können. Paulus sagt: Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Röm 7,18f Gottes Wort offenbart uns die Wahrheit über uns selbst und diese Wahrheit will uns frei machen: Wir hören auf, uns miteinander zu vergleichen. Wir hören auf, uns etwas auf das einzubilden, was wir sind und was wir können. Wir hören auf, Menschen zu bewundern, als ob sie etwas Besseres seien. Wir erwarten alles vom gnädigen Gott. Wir trauen nicht mehr auf unsere eigenen guten Werke, sondern auf Jesus Christus und sein Opfer für uns. Wir freuen uns, dass wir durch Jesus Christus reich beschenkt sind mit ewigen, unvergänglichen Gütern und mit Gottes täglicher Hilfe.





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2. Der Herr ist gut und tut Gutes - er hilft
2 Mo 18,8f; Ps 145,7-9.14-16.18f


Gott liebt seine Schöpfung. Er will allen Menschen Gutes tun. Gott liebt diese Welt. 1.Tim 2,4 Er hat das Volk Israel erwählt und es zum Segen für die ganze Welt gesetzt - auch für uns. Indem er sein Volk errettet hat aus der Knechtschaft in Ägypten hat er ihnen Gutes getan. In 2 Mo 18,8f lesen wir: Und Mose erzählte seinem Schwiegervater alles, was der Herr am Pharao und an den Ägyptern um Israels willen getan hatte, all die Mühsal, die ihnen auf dem Weg begegnet war, und dass der Herr sie errettet hatte. Da freute sich Jittro über all das Gute, das der Herr an Israel getan hatte, dass er es aus der Hand der Ägypter errettet hatte. Auch wenn das Volk Israel harte Wege ging und Schweres ertragen musste, so hat der Herr sich seinem Volk als freundlich und gütig gezeigt, als ein Helfer in aller Not. Der Herr ist gut und tut Gutes - er hilft.


In der Geschichte seines Volkes hat der Herr sich auf vielfältige Weise als Helfer und Retter offen-bart. Für David und unzählige Gläubige war und ist es ein großer Trost zu wissen, dass sie in Gott einen guten Hirten haben. Weil der Herr gut ist und Gutes tut, darum konnte David sagen: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nicht mangeln. ... Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Haus des Herrn immerdar. Ps 23,1.6 Weil der Herr gut ist und Gutes tut, darum können wir zuversichtlich der Zukunft entgegensehen. Weil der Herr gut ist und Gutes tut, darum sollen wir jeden Tag mit seiner Hilfe rechnen. Christus sagt: Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben. Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Joh 10,10f


Der Herr meint es gut mit uns, mit dir und mir. Er hat alles gegeben, damit es uns gut geht. Er hat für unsere Schuld und Sünde gebüßt. Er hat uns mit Gott versöhnt. Er hat Frieden geschaffen. Er hat uns Versöhnung geschenkt. Er hat uns durch seinen Geist neues Leben geschenkt. Er hat seine Liebe in unser Herz ausgegossen. Er hat uns ein gutes Gewissen gegeben. Er hat uns zu Gliedern an seinem Leib gemacht. In Ps 103,2.5a fordert David sich selbst auf: Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. ... Der mit Gutem sättigt dein Leben.


In Ps 145,7-9 vergleicht David die Güte Gottes, die das Volk Israel erfahren hat, mit einem strömen-den Fluss: Das Gedächtnis deiner großen Güte werden sie hervorströmen lassen. Dann malt er die konkreten Beweise der Güte Gottes aus: Ps 145,14-16.18f Ohne Ausnahme hilft Gott allen, die sich in ihrer Bedürftigkeit an ihn wenden. Der Herr ist gut und tut Gutes - er hilft. Das ist der Grund unseres Glaubens und unserer Bitten. Gott hört dein Gebet, weil er gut ist. Darum sagt Jesus: Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben gebt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten. Matth 7,11


3. Der Herr ist gut und tut Gutes - er sei gepriesen
Ps 106,1; 107,1; 145,1-3.10.21


'Über das Gut-Sein Gottes an sich wird im AT wenig reflektiert, dafür aber sein Gutes-Tun in stetem Lobpreis besungen und bekannt.' Das Grundbekenntnis des AT lautet: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Ps 106,1 u.a. Preist den Herrn, denn er ist gut. Ps1 36,1 Unser Dank und Lobpreis ist eine Antwort auf Gottes Selbstoffenbarung und auf seine vielfältige Hilfe, die wir erfahren haben. Wenn wir Gott loben bezeugen wir: Gott ist gut und tut Gutes. Wenn wir Gott loben und preisen erinnern wir uns an den einzigen Grund unserer Hoffnung und unserer Zuversicht in schwierigen Zeiten. Paulus und Silas lobten Gott mitten in der Nacht im Gefängnis: Apg 16,25 Sie lobten Gott trotz ihrer momentanen Not. 'In der rabbinischen Literatur, in der die Formel: „Zum Guten geschah mir das und das“ sehr häufig ist, besteht der Satz: „Immer gewöhne sich ein Mensch zu sagen: 'Alles, was der Allbarmherzige tut, tut er zum Guten.'“


Der Herr ist gut und tut Gutes, auch wenn es uns oft verborgen ist. Joseph erinnerte seine Brüder an dieses wichtige Wahrheit, die uns im Glauben stärkt: Ihr zwar, ihr hattet Böses gegen mich beabsich-tigt; Gott aber hatte beabsichtigt, es zum Guten zu wenden, damit er tue, wie es an diesem Tag ist, ein großes Volk am Leben zu erhalten.“ 1 Mo 50,20 Darum können wir sagen: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind. Röm 8,28 D. Bonhoeffer konnte im KZ dichten: Von guten Mächten wunderbare geborgen....


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