„Jesus, wir sehen auf dich“
Johannes 12,27+28 / 6.3.2011 – V. Janke

Wir wollen Jesus gerne sehen! Einige Griechen, die das Passafest in Jerusalem mitfeiern wollten, wandten sich mit dieser Bitte an die Jünger. Einmal Jesus persönlich kennenlernen! Es ist erstaunlich, was dieser einfache und verständliche Wunsch bei Jesus auslöste. Er denkt an seinen bevorstehenden Tod und an seine Auferstehung V.23f. Und er denkt an die Menschen, die ihm nachfolgen wollen und sich für Gott und seinen Plan einsetzen wollen V.25f. Dabei geht Jesu Blick weit über Israel hinaus in die Welt. Der Wunsch dieser Griechen ist für Jesus der Wunsch vieler Menschen in der ganzen Welt: Wir wollen Jesus gerne sehen! Ja, sie werden die Gelegenheit bekommen, Jesus zu sehen und kennenzulernen – durch die Verkündigung der frohen Botschaft von Jesus Christus. Paulus schreibt: Habe ich euch das Sterben Jesu am Kreuz nicht so geschildert, als hättet ihr alles mit eigenen Augen gesehen? Gal 3,1 Paulus war es sehr wichtig, dass Menschen Jesus sehen – besonders sein Leiden und Sterben am Kreuz.


Jesus selber sagt Wenn ich aber erhöht sein werde, will ich alle zu mir ziehen. Auf diese Weise deutete Jesus seinen Kreuzestod an. Joh 12,32f Der Hebräerbrief ermutigt uns, bewusst auf Jesus zu sehen: Hebr 12,1-3. Das wollen wir heute tun. Gottes Wort und die Feier des Abendmahls sollen uns dabei helfen. Denn unser Glaube lebt nicht von Buchstaben, sondern von der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus. Weil es kein fertiges und vollkommenes Bild von Jesus gibt, bleiben wir Lernende und Staunende.


1. Wir sehen Jesus, den Menschen V.27


Jetzt habe ich Angst. Jesus hat den Mut, Menschen in sein Inneres schauen zu lassen: er ist betrübt, erschüttert, bestürzt, innerlich aufgewühlt. Dieser innere Kampf war ein Konflikt, der im Garten Gethsemane seinen Höhepunkt fand. Jesus hat gelitten, weil er Mensch war. Die Bibel sagt Gottes Sohn wurde Mensch und lebte unter uns Menschen. Joh 1,14 Als Mensch kannte Jesus Hunger und Durst, Erschöpfung und Traurigkeit. Jesus weiß, was es heißt, einsam zu sein, abgelehnt zu werden, mißverstanden zu werden: Joh 19,1-5


Soll ich deshalb beten: Vater, bewahre mich vor dem, was jetzt kommen wird? Nein, denn...
Jesus kannte Anfechtung. Hier sehen wir Jesus, den Menschen. So ist der Mensch: er kann und muss sich entscheiden, kann und muss wählen zwischen Alternativen, kann Vor- und Nachteile abwägen, kann alte Entscheidungen neu treffen, kann Grundsatzentscheidungen neu bestätigen, kann Versuchungen widerstehen, kann Prioritäten setzen, kann sich selbst erkennen. Wir sehen Jesus, den Menschen und wir sehen in ihm einen Freund; einen, der uns versteht und mitempfinden kann; ei-nen, der helfen kann: Hebr 2,14-18 + 4,14-16




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2. Wir sehen Jesus, den Sohn Gottes V.28


Vater, dein Name soll gerühmt und geehrt werden. Jesus sah sich selbst in der Verantwortung für die Ehre seines Vaters! Dass der Name seines Vaters gerühmt und geehrt wird hat für Jesus höchste Priorität. Darum sagte er am Ende: Ich habe hier auf der Erde den Menschen gezeigt, wie herrlich du bist. Joh 17,4


„Der Blick Jesu geht an dieser Stelle nicht auf die Menschen und ihre Erlösung. Der erste und dauernde Blick des Sohnes gilt dem Vater. Nicht wir Menschen sind zuerst wichtig – wir vergessen das leicht und betrachten Jesu Werk fast ausschließlich in seiner Wichtigkeit für uns; dass durch das Kreuz Gott verherrlicht werde, darauf kommt es an! Es ist ernst mit der ersten Bitte des Vaterunsers. Jesus selbst ist der erste, der sie voll erfüllt.“ (Werner de Boor, WuStB)


Als Sohn Gottes sucht Jesus die Ehre seines Vaters. Jesus zeigt uns, dass auch wir geschaffen sind, um Gott zu ehren: Und jeder ohne Ausnahme soll zur Ehre Gottes, des Vaters, bekennen: Jesus Christus ist der Herr! Phil 2,11 Gott zu loben und zu preisen, Gott zu danken und zu vertrauen – all das verdanken wir allein Jesus Christus. Das ist ein teuer erkauftes Vorrecht!


Wie wichtig ist es dir, Gott zu ehren und seinen Namen groß zu machen? Sieh‘ auf Jesus Christus und lerne von ihm! Er war bereit, für die Ehre seines Vaters zu kämpfen, zu leiden und zu sterben. Und er will uns die Kraft schenken, die wir brauchen, um Gottes Willen zu tun. Im Vertrauen auf ihn sind wir Sieger. ‚Herr, lass es uns vor Augen stehen, was du am Kreuz für uns voll-bracht, laß uns durch unsere Tage gehen als Menschen, die du frei gemacht.‘ Wir wollen Jesus gerne sehen! Wir haben in unserem Alltag viele Gelegenheiten, um Jesus zu sehen, weil er mit uns ist und uns segnen will!


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