Menschen müssen Menschen sagen,
dass Gott alle liebt
1. Thessalonicher 2,13-16 / 19.09.2010 – V. Janke

„Sie hatte ein brennendes Herz für Jesus,“ sagte Pierre Grosse, Gemeindereferent der Heimatgemeinde von Daniela Beyer. Gemeinsam mit einem Team der christlichen Hilfsorganisation „International Assistance Mission“ befand sich die 35-jährige Frau aus Sachsen am 6. August auf dem Rückweg von einem medizinischen Einsatz im Nordosten Afghanistans. Sie gerieten in einen Hinterhalt und wurden getötet. Möglicherweise mussten die Helfer sterben, weil sie Christen waren, vielleicht missionierten sie. Zumindest behaupten das die Taliban und übernehmen die Verantwortung für den Vorfall. Die Gruppe habe Bibeln in Dari bei sich geführt, dem afghanischen Dialekt des Persischen, erklärte ein Sprecher der Taliban.


Vor wenigen Wochen hatte diese Nachricht über den Tod von 10 Helfern weltweit Entsetzen ausgelöst. Auch Daniela Beyer hat mit ihrem Leben dafür bezahlt, dass armen und kranken Menschen im fernen Afghanistan medizinisch geholfen wird. Ein hoher Preis. Sie war bereit, ihn zu zahlen. Sie hatte ein brennendes Herz für Jesus. Dieser Abschnitt 1. Thess 2,13ff beschreibt Christen mit einem brennenden Herzen für Jesus. Ich wünschte, alle Christen hätte ein brennendes Herz für Jesus! Diese Verse erinnern uns daran und betonen, wie immens wichtig es ist, dass alle Menschen die gute Nachricht der Rettung durch Jesus Christus hören. Wer davon nicht überzeugt ist, wird diese Worte nicht wirklich verstehen. Jemand sagte mal,


das Evangelium ist keine Botschaft, die sich ein Mensch ausdenken würde, wenn er könnte, noch ist es eine Botschaft, die sich ein Mensch ausdenken könnte, wenn er wollte.


Menschen müssen Menschen sagen, dass Gott alle liebt!


1. Gott wirkt, wo Menschen in seinem Namen wirken. V.14a


Darum danken wir Gott unablässig dafür, dass ihr das Wort Gottes, das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt, nicht als Menschenwort, sondern - was es in Wahrheit ist - als Gottes Wort angenommen habt;

Warum beten wir vor der Verkündigung? Weil durch das Wort eines Menschen Gott selbst so zu Menschen reden will, dass sie Ihn hören, glauben und wissen: Gott ist ein Gott, der redet. Darum kommt der Glaube aus der Predigt, aus der gehörten Predigt. Damals sprachen die Apostel in der Überzeugung , dass ihre Botschaft Gottes Wort ist – auf einer Ebene mit den Propheten des Alten Testaments. Und weil Menschen Christen geworden sind und sich als Christen bewährt haben, ist Paulus zutiefst dankbar. Paulus hat gesät und gearbeitet und freut sich über gute Frucht. Wenn das kein Grund zum Danken ist! Paulus hat erlebt, dass Gott ihn gebraucht hat, eine Gemeinde zu gründen. Bevor Paulus mit seinen beiden Mitarbeitern nach Thessalonich kam, gab es dort keinen einzigen Christen!


Wer redet, der rede mit den Worten, die Gott ihm gibt; wer dient, der diene aus der Kraft, die Gott verleiht. So wird in allem Gott verherrlicht durch Jesus Christus. Sein ist die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen 1. Petrus 4,11


Fast alle Christen aller Zeiten sind durch Christen Christen geworden! Das ist Teil von Gottes Plan und Wille. Fast alles Christen aller Zeiten haben durch Christen Jesus Christus persönlich kennengelernt. Gott wirkt, wo Menschen in seinem Namen wirken. Einfache Menschen. Menschen, wie du und ich. Dieser dankbare Paulus ermutigt uns: bitte Gott darum, selbst ein feinfühliger und selbstbewusster Verkündiger der frohen Botschaft zu werden.


„Die höchste Freundschaft, wie das Höchste überhaupt, was der Mensch auf dieser Erde erreichen kann, ist die Freundschaft mit Gott.“
Carl Hilty<


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2. Gottes Wort wirkt, wo Menschen hinhören. V.13b


und jetzt ist es in euch, den Gläubigen, wirksam.


Es ist ein höchst erstaunliches Ding, welche Kraft in einem winzigen Samenkorn steckt! Diese Kraft entfaltet sich aber nur, wenn das Samenkorn auf guten Boden fällt. Beides ist nötig, damit gute Frucht entsteht: Gute Saat und guter Boden. Das Wort Gottes ist auch so eine erstaunliche Saat, die ihre Kraft in den Herzen von Menschen entfaltet, die hinhören. Dort werden Menschen neu. Wo Menschen Gott hören, werden sie Kinder Gottes, frei von Schuld mit einem neuen Herzen und einem neuen Sinn. „Im Hören fällt die Entscheidung. Höre ich jetzt nur „Menschen“? Dann bleibe ich der Überlegene, der dies „Wort von Menschen“ richtig oder falsch, schön oder weniger schön findet. Es ist das alles entscheidende Ereignis in unserem Leben, wenn wir beim Hören des Wortes, das Menschen uns bringen, dennoch die Menschen vergessen und in diesem Wort Gott selbst zu uns reden hören.“ (Werner de Boor) Wo Menschen mit eigenen Worten und ihrer ganz eigenen Art von Jesus reden, da kann Gott wirken, da kann gute Saat auf guten Herzensboden fallen und aufgehen. Und wo Menschen hinhören, da gehen Menschen hin und stellen sich in den Dienst für Gott. Dort geschieht, was wir in einem Lied singen: „Großes wird groß, Kleines wird klein!“ Jeder Mitarbeiter Gottes ist zuerst ein Hörer. Immer wieder.


3. Glaube an Christus bewährt sich auch in Krisen und Schwierigkeiten. V.14-16


Denn, Brüder, ihr seid den Gemeinden Gottes in Judäa gleich geworden, die sich zu Christus Jesus bekennen. Ihr habt von euren Mitbürgern das gleiche erlitten wie jene von den Juden. Diese haben sogar Jesus, den Herrn, und die Propheten getötet; auch uns haben sie verfolgt. Sie missfallen Gott und sind Feinde aller Menschen; sie hindern uns daran, den Heiden das Evangelium zu verkünden und ihnen so das Heil zu bringen. Dadurch machen sie unablässig das Maß ihrer Sünden voll. Aber der ganze Zorn ist schon über sie gekommen.


Ich stöberte in einem Antiquitätenladen nach einem Tisch, als ein junger Mann hereinkam, der einen Stuhl unterm Arm hatte, ihn vor dem Geschäftsführer absetzte und sich nach dem Wert erkundigte. „Drei Dollar“, antwortete der Geschäftsführer. Der junge Mann schaute überrascht auf. „Mehr ist er nicht wert?“ „Mehr als drei Dollar kann ich nicht dafür geben, mein Sohn.“ Dabei schüttelte er den Kopf und beugte sich vor, um das Stück eingehender zu mustern. „Sehen Sie das?“ Er deutete auf einen Sprung im Stuhlbein. „Und hier, wo sich die Politur löst? Nein, der Stuhl ist höchstens drei Dollar wert.“ „Abgemacht“, sagte der junge Mann, „dafür nehme ich ihn.“ Und er zog seine Brieftasche heraus. „Ich sah den Stuhl mit zehn Dollar ausgezeichnet vor ihrem Laden stehen, aber ich dachte mir schon, dass es ein Irrtum sei und Sie mir sagen könnten, wie viel er wirklich wert ist.“ F. D. (Das Beste aus Readers Digest, 3/1949)


Manchmal ist es ein Gewinn, wenn wir etwas günstiger bekommen, oder? Doch wie viel ist mir mein Glaube wert? Ist es nicht armselig, wenn Christen den Wert ihres Glaubens „runterhandeln?“ Paulus und die Christen in Thessalonich waren bereit, einen Preis zu zahlen, sich ihren Glauben etwas kosten zu lassen. Obwohl sie Nachteile und Schwierigkeiten bekamen, weil sie Jesus nachfolgten, gingen sie unbeirrt ihren Weg! Hier zeigt sich auch: Christen sollen von Christen wissen, was sie erleben. Und Gemeinden sollen vom Ergehen anderer Gemeinden wissen. So können wir unser persönliches Erleben besser einordnen, verstehen, annehmen. Den Christen in Thessalonich schreibt Paulus: „Ihr seid in guter, ehrenvoller Gemeinschaft.“


Wenn Paulus hier schreibt, die Juden sind allen Menschen feind, dann macht das Paulus nicht zum Antisemiten. Vielmehr ist dieser Satz vor dem Hintergrund zu verstehen, dass Gott allen Menschen das Heil in Christus anbieten will. Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1. Tim 2,4 Wer diesem ausdrücklichen Heilswillen Gottes zuwider handelt, wer Menschen daran hindert, die gute Nachricht von der Rettung durch Jesus Christus bekannt zu machen, der macht sich so zum Feind aller Menschen.


Gott schenke uns auch diese brennende Liebe für Jesus und für verlorene Menschen. Und dass wir wie die Apostel denken und handeln, Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben. Apg 4,20



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