Wozu leben wir?
Philipper 2,5-11 / 04.04.2010 – V. Janke

Viele Menschen haben sich auf Ostern gefreut. Die Kinder auf die Ostereier, die Erwachsenen auf den Kurzurlaub. Wie habe ich mich als Kind auf Weihnachten gefreut und diese Tage mit Spannung ersehnt! Wenn man dann älter wird, freut man sich auf andere Dinge: den Schulabschluss, den Führerschein, das erste eigene Auto, die gut bezahlte Arbeitsstelle, die eigene Wohnung, die Hochzeit, die Geburt des Kindes. In der Bibel steht der Spruch Wenn kommt, was man begehrt, tut es dem Herzen wohl; Spr 13,19 Wenn kommt, was man ersehnt hat, dann wird manchmal auch gefeiert. Es ist schön und es ist auch wichtig, Ziele im Leben zu haben, sich auf etwas zu freuen, für etwas Gutes oder Schönes zu leben. Dann ist unser Leben sinnvoll.

Wir leben in einer Zeit, die uns sehr viele Möglich-keiten gibt, wie wir unser Leben gestalten. Wir haben Möglichkeiten, die vor uns nur sehr wenige Menschen hatten. Das hat zur Folge, dass viele Menschen sehr hohe Ansprüche und Erwartungen an ihr Leben haben. Das hat auch zur Folge, dass Menschen mit der Angst leben, sich für das Falsche oder für den falschen Lebenspartner zu entscheiden, ihr Glück zu verpassen. Das hat auch zur Folge, dass Menschen vom Leben enttäuscht werden, weil ihre Wünsche und Ziele unerreichbar bleiben. Wie leicht zerbrechen Lebenskonzepte! Krankheit, Scheidung, Arbeitslosigkeit, Kinderlosigkeit – vieles kann uns die Freude am Leben zerstören.

Wozu lebst du? Was ist dein Lebenskonzept? Worin meinst du, ein sinnvolles und erfülltes Leben zu finden? Worauf möchtest du auf keinen Fall verzichten? Wir gedenken heute an die Auferstehung Je-su von den Toten und feiern dieses Ereignis. Wir haben guten Grund, uns zu freuen. Aber wir sollten uns heute auch fragen: Habe ich das richtige Lebenskonzept? Wir wollen auf Jesus und seine Lebens-einstellung sehen! Jesu Einstellung hat Karfreitag und die Auferstehung möglich gemacht. Wir sollen uns heute dem Wort stellen Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht: Phil 2,5

Die Auferstehung Jesu ist ein Grund zur Freude und zur Dankbarkeit. Die Auferstehung Jesu ist aber auch eine Gelegenheit zur Selbstprüfung. Wie leicht versöhnen wir uns mit Gewohnheiten und Umständen, mit denen wir uns nie versöhnen sollten! Wie leicht geben wir uns zufrieden mit einem Leben, mit dem wir uns nie zufrieden geben sollten! Ostern kann unsere Selbstzufriedenheit erschüttern. Ist das wirklich gut, so wie ich lebe? Ist das wirklich alles?

1. Jesu Tod und Auferstehung stellt unsere Lebenskonzepte in Frage.

Gott möchte nicht, dass wir einmal sagen „Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, wozu ich leben soll!“ Phil 2,5-8 Jesus Christus hatte ein ganz anderes Lebenskonzept. Unsere Vorstellung von einem sinnvollen und erfüllten Leben erscheinen oberflächlich, egoistisch und verkrampft im Vergleich mit Jesus. Sinnvolles und erfülltes Leben bestand für Jesus nicht darin, viel Besitz zu haben, bewundert zu werden, bedient zu werden, möglichst unabhängig zu sein, das Leben zu genießen, oder die eigenen Ziele zu erreichen. Wenn ich auf Jesus sehe, dann sehe ich eine andere Haltung oder innere Eistellung.

Wir werden aufgefordert Diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war. (Rev. Elberfelder) Die Gesinnung meint die innere Grundhaltung zum Leben; das, worauf ein Mensch aus ist. Und Menschen sind immer auf etwas aus. Das heißt: wir sollen auf das sinnen, worauf Jesus sein Augenmerk gerichtet hat. Wir sollen unsere Gedanken auf das lenken und erstreben, worauf Jesus sei-ne Gedanken gelenkt hat und was ER erstrebt hat. Denn, wie ich denke und mit welcher Einstellung ich lebe, entscheide ich – sonst würde Gott uns nicht auffordern, eine andere Einstellung anzunehmen. Du kannst deine Einstellung ändern! Du kannst mit der Gesinnung leben, die Jesus hatte – willst du?

Jesu Gesinnung ermöglichte ihm, Mensch zu werden, Diener zu werden, arm zu werden – ja, sogar unschuldig gekreuzigt zu werden. Und Jesu Gesinnung ermöglichte uns Frieden mit Gott und ewiges Leben. Wieviel Kraft liegt in dieser inneren Einstellung! Matth 16,23 Diese Gesinnung fragt zuerst nach Gottes Willen, nicht nach dem, was für uns leichter, angenehmer oder bequemer ist. Darum stellt Jesu Tod und Auferstehung unsere Lebenskonzepte in Frage.

Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; 2,6-7 Jesus konnte los-lassen, was ihm gehörte. Die Herrlichkeit, die er bei Gott hatte, hielt er nicht wie einen Raub gierig und verbissen fest, als ob er nicht ohne sie leben könnte. Seine Gesinnung gab Jesus die Fähigkeit und die Bereitschaft, sein Leben nach Gottes Willen zu leben.

Aus Liebe zu uns ließ Jesus seine Reinheit und Sündlosigkeit los. Er wurde das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trug. Er nahm unsere Schuld auf sich, damit wir frei würden von aller Schuld: Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. 2 Kor 5,21 (vgl. Jes. 52,6)



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Aus Liebe zu uns ließ Jesus seinen Reichtum los: Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet. 2 Kor 8,9 Ständig musste Jesus sich Dinge leihen: die Krippe zur Geburt, ein Haus zum Schlafen, einen Esel, um darauf zu reiten, einen Saal für die letzte Passafeier, ein Grab zur Beerdigung. Obwohl er Gottes Sohn ist, hat er sich freiwillig für uns zum Verbrecher machen lassen! Niemals hat sich ein Mensch so gedemütigt und erniedrigt, wie Jesus. Und gleichzeitig hat niemals ein Mensch ein so bedeutendes und folgenschweres Leben gelebt, wie Jesus. Jesus stellt unsere Lebenskonzepte in Frage, wenn er sagt Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, daß er viele Güter hat. Lk 12,15 Vgl. Lk 12,13-21.22-34

2. Jesu Tod und Auferstehung beantwortet unsere wichtigsten Fragen.

Wer wird Millionär? Sehr viele Menschen sehen sich diese Sendung an. Zur Zeit haben Ratesendungen im Fernsehen großen Zulauf. Es zahlt sich in diesen Sendungen aus, die richtigen Antworten zu wissen. Doch der finanzielle Gewinn ist nichts im Vergleich zum Gewinn, den Menschen durch Jesus haben. Es gibt Fragen, die sind weitaus bedeutender als die Fragen in diesen Sendungen. Diese Fragen lauten: Wozu lebst du? Wohin gehst du? Gibt es einen Gott? Das sind die wirklich wichtigen Fragen. Jesus wußte, wozu er lebte. Jesus wußte, wohin er geht. Jesus wusste, dass es einen liebenden und mächtigen Gott gibt. Weil Jesus in vollkommenem Gehorsam lebte und starb, hat Gott ihn von den Toten auferweckt, Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

1. Wozu lebst du? Du lebst, um Gott zu ehren! Wie kannst du Gott ehren? Du ehrst Gott, indem du bekennst: HERR ist Jesus Christus! Dieses Bekenntnis ehrt Gott, den Vater. Die höchste Autorität deines Lebens ist der HERR Jesus! Ihm gehörst du, wenn du Jesus als HERRN bekennst. Ihm stell dich zur Verfügung! Lebe für Gott durch den Glauben an den HERRN Jesus Christus. Lebe für Gott im Vertrauen auf die Kraft und auf die Treue Jesu. Und wenn Jesus HERR ist über deinen Leben, dann bist du nicht Herr! Denn nur einer kann Herr sein. Wenn Jesus HERR ist, dann soll dein ganzes Leben das bezeugen. Wenn Jesus HERR ist, dann verdient ER dein Vertrauen und deinen Gehorsam und deine ganze Liebe.

Jesus Christus sagt Ich bin gekommen, damit ihr Leben und volle Genüge habt. Joh 10,10 Leben be-steht nicht darin, viel zu haben, sondern darin, Jesus als HERRN zu haben! In dieser Welt gehen viele Rechnungen nicht auf. Doch das macht dich nicht zum Verlierer, wenn du Jesus kennst. Denn durch Jesus weißt du: Gott ist mit mir! Gott ist für mich! Wenn wir Jesus als Auferstandenen und Sieger fei-ern, dann feiern wir die Demut, den Gehorsam, die Armut, die Kraft der Liebe, das Denken, das nach Gottes Willen fragt. Und wir feiern das Vertrauen in Gottes Macht und Liebe. Über allen zerstörten und unerreichbaren Lebenszielen können wir in der Auferstehung Jesu Trost und Hilfe finden. Denn mit dem Tod ist nicht alles aus! Gott sagt uns in seinem Wort, wozu wir leben – um Gott zu ehren! Gott sagt uns in seinem Wort für wen wir leben sollen – für den HERRN Jesus Christus! Vertraue dich Jesus an! Bekenne Jesus als deinen HERRN! Und lebe mit der Gesinnung, die Jesus hatte.

Die großen Konflikte der Zeit wären lösbar, wenn wir Menschen die Kraft fänden, persönlich und politisch gemäß der Bergpredigt zu handeln. Richard Freiherr von Weizsäcker, deutscher Politiker (CDU) (1920 - ) 6. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland - Quelle: Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, 10.10.1993

Konflikte gehören zum Leben. Konflikte sind Zeichen des Lebens. Es gibt auf dieser Welt kein konfliktfreies Leben. Auf die Frage „Wie können wir miteinander gut auskommen?“ sagt Gottes Wort: Du musst Frieden wollen – Frieden mit Gott, mit dir selbst und mit deinem Nächsten. Darum: entscheide dich für den Frieden.Also beginnt das Buch Sprichwörter mit dem Rat: Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Die Toren verachten Weisheit und Zucht Spr 1,7.

Viele Menschen wollen Frieden. Doch nur wenige sind bereit, etwas dafür zu zahlen, ihr Leben nach Gottes Willen zu leben. Krieg und Frieden beginnt in der Bibel nicht in der großen Politik, sondern im Herzen des einzelnen. Der Philosoph Karl Jaspers sagte bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in Frankfurt (1958) „Nicht von der Friedenspolitik als Weltpolitik möchte ich sprechen, sondern von diesen Voraussetzungen: Erstens: Kein äußerer Frieden ist ohne den inneren Frieden der Menschen zu halten. Zweitens: Friede ist allein durch Freiheit. Drittens: Friede ist allein durch Wahrheit.“


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