Gott ernst nehmen
Psalm 34,12-23 / 14.02.2010 – V. Janke

Auch in der vergangenen Woche wurden Menschen in unserem Land ermordet, vergewaltigt, missbraucht, beraubt, terrorisiert... Täglich erreichen uns schlechte Nachrichten. Was Menschen anderen Menschen antun erschüttert und schockiert uns manchmal. „Das Landgericht Kassel hat eine 33-jährige Mutter wegen des Mordes an ihrem Neugeborenen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.“ „Ein barbarisches Verbrechen erschüttert den US-Bundesstaat Pennsylvania: Sechs Personen haben eine behinderte Frau verprügelt, gezwungen, ihren eigenen Urin zu trinken - und dann ermordet.“ (Spiegel online) Wird der Teufelskreis aus Hass und Gewalt im Nahen Osten jemals durchbrochen werden? Wir können uns an Vieles gewöhnen. Doch es gibt immer wieder Ereignisse, die uns bestürzt fragen lassen „Wie ist so etwas bloß möglich? Wie können Menschen nur so grausam und böse zu anderen Menschen sein?“

Auf diese Fragen gibt es unterschiedliche Erklärungsversuche. Gottes Wort erklärt das Wesen des Menschen so: Alles, was aus ihrem Herzen kommt, ihr ganzes Denken und Planen, ist nun einmal böse von Jugend auf. 1 Mo 8,21 Menschen tun Böses, weil sie böse sind! Jesus Christus sagt Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten! Matth 7,11 Die Bibel schließt alle Menschen in das Urteil mit ein: sie sind böse. Was meint Jesus, wenn er sagt, dass Menschen böse sind? Was ist mit Bösem gemeint? Böse ist alles, was die guten Ordnungen und Pläne Gottes stört. Böse ist alles, was Vertrauen und gesunde Gemeinschaft zwischen Gott und zwischen Menschen stört, trübt und zerstört. Bosheit beginnt im Denken. Jesus sagt Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung. Das sind die Dinge, die den Menschen unrein machen. Matth 15,19f Wenn wir also über die Bosheit und Grausamkeit von Menschen erschrecken, warum erschrecken wir nicht auch über uns selbst? Wenn wir die Bibel ernst nehmen und ehrlich sind, dann müssen wir uns eingestehen: Jeder Mensch ist fähig zu abgrundtiefer Grausamkeit und schrecklicher Bosheit! Auch ich. Auch du. Vgl. Röm 3,9-18 In Psalm 34 finden wir einen wichtigen Hinweis, warum Menschen böse sind und wie sie Bosheit überwinden und meiden.


  1. 1. Menschen sind böse, weil sie Gott nicht ernst nehmen.12-17

Eine Mutter aus Reinfeld erzählte, dass sie eine Woche lang durch ihre Anwesenheit in der Klasse ihrer Tochter für Schutz der schwächeren Schüler gesorgt hat. Der Lehrer kam regelmäßig zu spät und einige Schüler nutzten das aus, um schwächere Schüler zu ärgern. Ihre Gegenwart am Anfang der Stunde hielt Schüler davon ab, Böses zu tun. Die Gegenwart von Autoritätspersonen hält Menschen davon ab, Böses zu tun, weil sie Angst vor Strafe haben. Ps 36,1-5 Wenn Menschen sich ihrem Gott und Schöpfer nicht verantwortlich wissen, dann bleibt ihnen nur das Leben im Machtbereich des Bösen! Darum ermutigt uns Gottes Wort Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Röm 12,21

In Ps 34,12 werden junge Menschen ermutigt, Gottesfurcht zu lernen. Sie sollen lernen, Gott ernst zu nehmen: Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu! Ich will euch die Furcht des HERRN lehren. Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen? Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden. Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach! Ps 34,12-15 Wir werden ermutigt, Gott ernst zu nehmen, weil Gott uns für unser Denken und Tun zur Verantwortung zieht: Und da ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person einen jeden richtet nach seinem Werk, so führt euer Leben, solange ihr hier in der Fremde weilt, in Gottesfurcht; 1.Petr 1,17 Wer Gott ernst nimmt, meidet das Böse in jeder Gestalt. Ehrfurcht vor Gott zeigt sich in der Ehrfurcht und dem Respekt vor dem Mitmenschen, dem Leben anderer. Wenn du Gott ernst nimmst, dann wirst du Gottes gute Lebensordnungen ernst nehmen. Wo Menschen aber Gott nicht ernst nehmen, da verlieren sie auch die Achtung vor der Würde und dem Leben anderer: Abraham sprach: Ich dachte, gewiss ist keine Gottesfurcht an diesem Orte, und sie werden mich um meiner Frau willen umbringen. 1.Mo 20,11

  1. 2. Menschen sind verloren, weil sie Gott nicht ernst nehmen.17

Das Angesicht des HERRN steht wider alle, die Böses tun, dass er ihren Namen ausrotte von der Erde. Gott kann keine Gemeinschaft haben mit Menschen, die Böses denken und tun, die ihn nicht ernst nehmen, und die sich über seine Ordnungen hinwegsetzen. Als Lot seine Schwiegersöhne vor dem nahen Gericht Gottes über Sodom und Gomorrha warnen wollte, heißt es Aber seine Schwiegersöhne meinten, er mache nur Spaß. 1 Mo 19,14 Darum steht im NT Auch die Städte Sodom und Gomorrha hat Gott verurteilt und sie in Schutt und Asche sinken lassen. Er hat an diesem Beispiel gezeigt, wie es allen ergehen wird, die Gott nicht ernst nehmen. 2.Petr 2,6

nach oben

Billy Graham sagt: 'Ich kenne viele Leute, die an dem Gedanken „Gott zu fürchten“, Anstoß nehmen. „Furcht“ ist keine lähmende Angst, sondern ein gesunder Respekt, eben Ehr-Furcht. Die ganze Bibel spricht von der Furcht des Herrn. Wenn wir an diesen Stellen „eine tiefe Ehrfurcht haben“ einsetzen, dann kommen wir dem Verständnis der eigentlichen Bedeutung des Wortes schon nah. Das Problem besteht nicht darin, dass die Hölle existiert, denn sie muss existieren, wenn Gott heilig ist und wir zwischen der biblischen Bedeutung von Gut und Böse unterscheiden. Das Problem besteht darin, dass die Menschen nicht verstehen, wie böse die Sünde in den Augen des absolut heiligen Gottes ist. ... Sünde bedeutet ewige Trennung von Gott und kann nur durch das absolut höchste Opfer vergeben werden, nämlich durch den Tod des Sohnes Gottes am Kreuz.' Hast du eine tiefe Ehrfurcht vor Gott?

Paulus sagt in diesem Zusammenhang Weil wir nun wissen, dass der Herr zu fürchten ist, darum suchen wir Menschen zu gewinnen. 2.Kor 5,11
Ehrfurcht vor Gott ist eine starke Motivation! Die ewige Verdammnis in der Hölle ist eine sehr ernste Realität für Jesus: Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. Matth 10,28 Menschen gehen verloren, weil sie Gott und sein Wort nicht ernst nehmen.

  1. 3. Jesus starb für böse Menschen, damit sie Gott ernst nehmen.16+18+23

Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. Wie aber wird ein Mensch gerecht vor Gott? Paulus sagt Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; Röm 5,1 Und wiederum schreibt Paulus

Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. 2.Kor 5,21 Die ganze Wucht des Bösen, zu dem wir Menschen fähig sind, zeigt sich am deutlichsten am Leiden Jesu Christi. Um unserer Schuld und Bosheit willen wurde Jesus gekreuzigt. Unsere Bosheit brachte ihn ans Kreuz. Deine Bosheit ist für Gott so schwerwiegend, dass Er seinen Sohn ans Kreuz nageln ließ. Wir sollten nicht nur über die Bosheit und Grausamkeit anderer erschrecken. Wir sollten über unsere eigene Bosheit und Schuld erschrecken. Das ist die frohe Botschaft: Jesus starb für unsere Schuld und Bosheit. Dieses Opfer hat Gott angenommen. Die Auferstehung Jesu von den Toten ist der Beweis: Jesus hat den Bösen in seiner ganzen Macht besiegt! Mit seinem Sieg über die ganze Macht des Bösen hat die Herrschaft Gottes in dieser Welt begonnen.

Kol 2,12-15 Das Böse ist eine Macht, von der wir erlöst werden müssen. Allein Jesus hat die Macht dazu. Er ist der Erlöser, der uns befreit von der Macht des Bösen. Darum sagt Petrus staunend Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott keine Unterschiede macht! Er liebt alle Menschen, ganz gleich, zu welchem Volk sie gehören, wenn sie ihn nur ernst nehmen und tun, was vor ihm recht ist. Apg 10,34 &bdquoDie umfassende Weisung trachte täglich nach der Furcht des HERRN; (Spr 23,17) bezeichnet damit die Haltung allen biblischen Glaubens vor Gott. Man kann Gottesfurcht daher als ein tägliches Ernstnehmen Gottes umschreiben, dem auch ausdrücklich Gottes Segen verheißen ist: Ps 34,8+10“ (T. Schirrmacher)

Gott ernst nehmen und tun, was vor ihm recht ist, dazu gehört

  1. das öffentliche Bekenntnis zu Jesus in der Glaubenstaufe. Indem du dich taufen lässt, bezeugst du, dass du Gott ernst nimmst;
  2. das verbindliche Leben mit der Gemeinde Jesu. Wenn du Gottes Liebe und seine Erlösung durch Jesus Christus annimmst, dann bekenne dich zum Leib Jesu, zu seiner Gemeinde.
  3. die finanzielle Unterstützung des Reiches Gottes; 2 Kor 9,6f
  4. das entschiedene Nein zum Bösen: Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Röm 12,9 Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Röm 12,21 Meidet das Böse in jeder Gestalt. 1.Thess 5,22

Valid HTML 4.01!