Lernen, Gott ernst zu nehmen
Psalm 34,12 u.a. / 7.2.2010 – V. Janke

Würdest du sagen, „Ich kenne Gott?“ Gibt es Hinweise in deinem Leben, dass du Gott mit Ehrfurcht begegnest? Weil wir nun wissen, dass der Herr zu fürchten ist, suchen wir Menschen zu gewinnen; aber vor Gott sind wir offenbar. 2Kor 5,11„Wenn du die Furcht und das Zittern, das Staunen und das Wundern nicht kennst, so meine nicht, dass du Gott kennst.“ (Martin Luther)

Wer noch nie vor dem heiligen Gott erschrocken ist, der kennt ihn noch nicht. Denn wenn Gott zu einem Menschen spricht, dann kann ihn das tief erschüttern. Wollen wir Gott wirklich kennenlernen, dann müssen wir ihn ernst nehmen. Das hat David besonders in Zeiten der Not und in Krisen erfahren. Da hat er Gott wirklich kennen gelernt: Ps 34,5-8 Nach diesem Psalm sind Gläubige die auf ihn sehen (V.6); die ihn fürchten (V.8+10); die auf ihn vertrauen (V.9+23); die zerbrochenen Herzens sind und ein zerschlagenes Gemüt haben (V.19).

Wer nimmt heute Gott wirklich ernst?

Ist unsere Zeit nicht sehr stark von einem Verlust der Ehrfurcht vor Gott geprägt?! Kannst du ehrlich sagen, dass du Gott ehrfürchtest, d.h. ihn ernst nimmst? In Psalm 34 lädt David ein: Kommt, junge Leute, hört mir zu! Ich will euch sagen, was es heißt, Gott ernst zu nehmen und mit ihm zu leben: Wollt ihr von eurem Leben etwas haben und möglichst lange glücklich sein? Ps 34,12f Wenn wir mit Gott leben wollen, dann ist das nur möglich, wenn wir Gott ernst nehmen. Sehr, sehr oft lesen wir in der Bibel, dass ein Mensch nur dann mit Gott eine Beziehung haben kann, wenn er ihn ernst nimmt. Das gipfelt in dem Gebot Alle Welt fürchte den HERRN, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnt. Ps 33,8 Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! Ps 67,8 Betet an den HERRN in heiligem Schmuck; es fürchte ihn alle Welt! Ps 96,9 Doch in besonderer Weise gilt diese Aufforderung uns, die wir zum persönlichen Glauben an Gott gefunden haben.

1. Was ist damit gemeint, Gott zu fürchten?

B. Graham sagt: Ich kenne viele Leute, die an dem Gedanken „Gott zu fürchten“, Anstoß nehmen. „Furcht“ ist keine lähmende Angst, sondern ein gesunder Respekt, eben Ehr-Furcht. Die ganze Bibel spricht von der Furcht des Herrn. Wenn wir an diesen Stellen „eine tiefe Ehrfurcht haben“ einsetzen, dann kommen wir dem Verständnis der eigentlichen Bedeutung des Wortes schon nah. Das Problem besteht nicht darin, daß die Hölle existiert, denn sie muß existieren, wenn Gott heilig ist und wir zwischen der biblischen Bedeutung von Gut und Böse unterscheiden. Das Problem besteht darin, dass die Menschen nicht verstehen, wie böse die Sünde in den Augen des absolut heiligen Gottes ist. ... Sünde bedeutet ewige Trennung von Gott und kann nur durch das absolut höchste Opfer vergeben werden, nämlich durch den Tod des Sohnes Gottes am Kreuz.'

Weil wir nun wissen, dass der Herr zu fürchten ist, darum suchen wir Menschen zu gewinnen. 2 Kor 5,11 Wirkliche Ehrfurcht vor Gott ist eine starke Motivation! Das Menschen nach dem göttlichen Gericht ewig die Verdammnis in der Hölle leiden - davon war Jesus überzeugt. Bist du auch davon überzeugt? Gottesfurcht meint das Erschauern vor der heiligen Gegenwart Gottes. Mit Gottesfurcht ist die Scheu vor der Heiligkeit Gottes gemeint. Ehrfurcht geht Hand in Hand mit dem Wissen und dem Bewusstsein: Hier ist Abstand nötig und geboten.

Als meine Schwester mich in Dallas, Texas, besuchte, wurde sie von einem Freund in sein Büro eingeladen. Das befand sich ganz oben in einem der Wolkenkratzer. Die Wände dieses Gebäudes bestanden aus getöntem Glas. Dort oben wagte meine Schwester es nicht, ans Glas zu treten und nach unten zu schauen. Sie blieb in einer Entfernung von ca. 2 Metern stehen – aus Ehrfurcht und Respekt vor der Tiefe.

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Der Ehrfürchtige wahrt den nötigen Respekt. Und er tut gut daran. Schon in der Begegnung mit Menschen sollen wir Achtung und Respekt zeigen: Ehrt jedermann, habt die Brüder lieb, fürchtet Gott, ehrt den König! 1.Petr 2,17 (Röm 13,7) Lasst uns die Hauptsumme aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen. Pred 12,13 Die Furcht des Herrn, damit ist die Ehrfurcht vor Gott gemeint, den tiefen Respekt vor ihm als Schöpfer und Erhalter allen Seienden. Wer Ehrfurcht vor Gott hat, gewinnt auch Ehrfurcht vor dem Leben, das Er geschaffen hat; wer Gott ernst nimmt, nimmt Gottes Gebote ernst.

2. Wer Gott ernst nimmt, der hat das gelernt. Ps 34,12

Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu! Ich will euch die Furcht des HERRN lehren. Ps 34,12 (Luther)

Versammle das Volk, ..., damit sie es hören und lernen und den HERRN, euren Gott, fürchten und alle Worte dieses Gesetzes halten und tun und dass ihre Kinder, die es nicht kennen, es auch hören und lernen, den HERRN, euren Gott, zu fürchten alle Tage, die ihr in dem Lande lebt, in das ihr zieht .... 5Mose 31,12f

Alle Menschen im Volk Gottes sollen lernen, Gott ernst zu nehmen. Doch ganz besonders sollen Kinder lernen, Gott ernst zu nehmen. Das heißt doch: Als Gläubige brauchen wir ständig die Erinnerung daran, dass wir Gott ernst nehmen sollen. Wir stehen stets in der Gefahr, gleichgültig zu werden gegenüber Gott und seinem Wort. Niemand kann sagen „Ich habe das jetzt ein für allemal gelernt.“ Wer Gott wirklich ernst nimmt, der hat das gelernt und soll gleichzeitig in dieser Schule bleiben. Mit dieser Grundhaltung wird ein Mensch nicht geboren. So wie wir lernen mussten, Eltern, Lehrern, Autoritätspersonen mit Respekt zu begegnen, so müssen wir lernen, Gott ernst zu nehmen.

3. Menschen, die gelernt haben, Gott ernst zu nehmen:

In der Bibel wird uns von einigen Menschen berichtet, die gelernt haben, Gott ernst zu nehmen. An ihrem Leben und Tun wird deutlich, was es bedeuten kann, Gott ernst zu nehmen. Durch einen Engel sprach Gott zu Abraham, als er seinen Sohn Isaak opfern wollte: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen. 1.Mose 22,12

Von den Hebammen in Ägypten heißt es: Aber die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben. 2.Mose 1,17 Nehemia berichtet: Denn die früheren Statthalter, die vor mir gewesen waren, hatten das Volk belastet und hatten für Brot und Wein täglich vierzig Silberstücke von ihnen genommen; auch ihre Leute waren gewalttätig mit dem Volk umgegangen. Ich aber tat nicht so um der Furcht Gottes willen. Neh 5,15

Paulus schreibt: Weil wir nun wissen, dass der Herr zu fürchten ist, suchen wir Menschen zu gewinnen; aber vor Gott sind wir offenbar. 2.Kor 5,11 Von Jesus Christus heißt es: Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Hebr 5,7-8

Weil Jesus seinen Vater im Himmel ernst nahm, gibt es Hoffnung für uns und für alle Menschen. Immer wieder wird deutlich: Wer Gott ernst nimmt, macht das aus einer tiefen Überzeugung. Wer Gott ernst nimmt, ist gefordert, sich selbst zu überwinden.

Die umfassende Weisung trachte täglich nach der Furcht des HERRN; (Spr 23,17) bezeichnet damit die Haltung allen biblischen Glaubens vor Gott. Man kann Gottesfurcht daher als ein tägliches Ernstnehmen Gottes umschreiben, dem auch ausdrücklich Gottes Segen verheißen ist: Ps 34,8+10.


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