Siehe, ich komme bald
Offenbarung 22,12 / 6.12.2009 – V. Janke

Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind.
Offb 22,12


Advent bedeutet Ankunft, Kommen oder Erscheinen. In der Adventszeit erinnern wir uns an das Kommen Jesu in die Welt. Und wir erinnern uns an das Versprechen der Engel: Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen. Apg 1,11 Advent bedeutet nicht nur Besinnung auf Vergangenes. Advent bedeutet auch Besinnung auf die Wiederkunft Jesu und Selbstprüfung. Die Adventszeit war ursprünglich eine Fastenzeit, die die Alte Kirche auf die Tage zwischen dem 11. November und dem ursprünglichen Weihnachtstermin, dem Erscheinungsfest am 6. Januar festlegte. Diese acht Wochen ergeben abzüglich der fastenfreien Sonn- und Samstage insgesamt vierzig Tage. Seit 1917 wird das Adventsfasten vom katholischen Kirchenrecht nicht mehr verlangt. In der Adventszeit haben sich die Christen geprüft und innerlich vorbereitet auf die Wiederkunft Jesu.


Jesus wird wiederkommen, „zu richten die Lebenden und die Toten.“ So bekennt es die Christenheit zu Recht. Die Weltgeschichte und die Geschichte jedes Menschen findet ihre letzte, abschließende Beurteilung im letzten Gericht, dem sog. Jüngsten Gericht. Es wird das Jüngste Gericht genannt, weil es nach diesem Gericht kein Gericht mehr geben wird. Und es ist darum nicht das einzige Gericht, von dem die Bibel spricht. Jesus Christus orientierte sich in seiner Verkündigung stark an dem, was in der Zukunft sicher geschehen wird, dem kommenden Gericht.

Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbei gekommen! Matth 4,17 Fürchtet euch nicht vor denen, die nur den Leib, aber nicht die Seele töten können. Fürchtet euch vor Gott, der Leib und Seele ins ewige Verderben schicken kann. Matth 10,28 Jesus weiß um das Gericht Gottes. Und weil das Gericht Gottes unausweichlich ist, darum lädt er Menschen eindringlich ein, umzukehren, mit Gott Frieden zu machen und nach seinem Willen zu leben. Unser Leben heute soll bestimmt und geprägt sein vom Wissen um Gottes Gericht!

Jesus sinnierte nicht über die Frage, „gibt es einen heiligen Gott?,“ sondern „bist du bereit, deinem Gott und Schöpfer zu begegnen?!“ Aber das sage ich euch: Am Tag des Gerichts werden die Menschen sich verantworten müssen für jedes unnütze Wort, das sie gesprochen haben. Aufgrund deiner eigenen Worte wirst du dann freigesprochen oder verurteilt werden.« Matth 12,36-37 So gewiss, wie die Sonne heute morgen aufgegangen ist, so gewiss wird jeder von uns vor Gott stehen! Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat. Apg 17,31 Bist du bereit, Gott zu begegnen?


„Dass Gott der Richtende ist wird somit zu einer Zentralaussage des NT; nicht nur in der Häufig-keit der Erwähnung, sondern inhaltlich, so dass sich Überschneidungen mit den Hauptbegriffen ntl. Verkündigung ergeben. (…) Jesus – wie Johannes der Täufer – predigt durch Wort und Tat die Nähe des göttlichen Gerichtes, die zu Hoffnung und Buße treibt (Lk 13,6ff), die ein Wehe über die Unbußfertigen bringt (Matth 11,20ff). Die Erwartung des Gerichts besagt, dass der Mensch mit allen seinen Entscheidungen auf die ewige Entscheidung Gottes über ihn zugeht. Vor Gott ist nichts vergessen, kein Wort, keine Tat. Das Gericht Gottes ist die eigentliche Wirklichkeit, von der her und auf die hin der Mensch lebt (Matth 10,28). Rettung in diesem Gericht gibt es nur durch Vergebung.“ (W. Schneider, Theol. Begriffslex. z. Bibel)


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1. Das Gericht an Jesus Christus auf Golgatha


Dies ist das mit Abstand bedeutendste göttliche Gericht. Christus hat die Schuld der Welt auf sich genommen. Er hat das Gericht Gottes auf sich gelenkt und alle, die dies Opfer annehmen, sind mit Christus gekreuzigt und auferstanden (vgl. Röm 6,5-10). der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 1. Petr 2,24; Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat. Apg 17,31 Alle Christen sind also schon gerichtet!


2. Das Gericht über die Werke von Christen


Bei diesem Gericht, das u.a. in 1.Kor 3,11-15 beschrieben wird, geht es allein um die Beurteilung unserer Werke als Christen und um Lohn für die Werke. Was nicht zur Ehre Gottes getan wird, das wird im Feuer verbrannt, davon bleibt nichts übrig, dafür gibt es keinen Lohn. Die Rettung vor dem zweiten Tod, der ewigen Trennung von Gott, ist hier nicht das Thema. Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse. 2.Kor 5,10 Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch: Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal wird er nicht der Sünde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum Heil. Hebr 9,27f

Der Apostel Paulus lebte in der Erwartung, dass Christus ihm eine Krone der Gerechtigkeit geben wird aufgrund seiner Werke, seines Dienstes für Christus: Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebhaben. 2. Tim 4,7f Darum lesen wir am Ende der Offenbarung: Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind. Offb 22,12


3. Das Gericht über die, die nicht im Buch des Lebens stehen


Im Endgericht wird herauskommen, was man an Jesus hat und wie wirklich verloren man ohne Jesus ist.“ (R. Scheffbuch) Das Gericht vor dem großen, weißen Thron ist das Jüngste Gericht. In diesem Gericht spricht Christus (Röm 2,15f) das endgültige Urteil über alle Menschen, die nicht im Buch des Lebens stehen. Alle, die vor diesem jüngsten Gericht stehen, werden verdammt! Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren; und der Tod und die Unterwelt gaben ihre Toten heraus, die in ihnen waren. Sie wurden gerichtet, jeder nach seinen Werken. Der Tod und die Unterwelt aber wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod: der Feuersee. Wer nicht im Buch des Lebens verzeichnet war, wurde in den Feuersee geworfen. Offb 20,13-15 Interressant ist, dass Offb 21,27 die Menschen erwähnt, die geschrieben stehen im Lebensbuch des Lammes: Und nichts Unreines wird hineinkommen und keiner, der Greuel tut und Lüge, sondern allein, die geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes. Das Buch des Lebens ist zugleich das Lebensbuch des Lammes.
Und das Lebensbuch des Lammes ist das Gerichtsprotokoll von Golgatha. In diesem Buch steht jeder Mensch, der mit Christus, dem Lamm Gottes, auf Golgatha gerichtet wurde.


Herr, du bist Richter! Du nur kannst befreien, / wenn du uns freisprichst, dann ist Freiheit da.

Freiheit, sie gilt für Menschen, Völker, Rassen, / so weit wie deine Liebe uns ergreift.

Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer, / wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.

(Herr deine Liebe ist wie Gras und Ufer; Text: Anders Frostenson 1968; dt. Ernst Hansen, 1970)



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