Sind Reiche zu beneiden?
Jakobus 5,1-6 / 26.7.09 - V. Janke

In Amerika, dem Land des Dollars und der unbegrenzten Möglichkeiten, heißt es lapidar: „Geld macht nicht glücklich, aber es gestattet uns, auf verhältnismäßig angenehme Weise unglücklich zu sein...“ Geld kann zum Ersatz für viele Dinge werden. Für manche ist Geld sogar der Ersatz für Gott. Jesus sagt Hütet euch vor der Habgier! Wenn jemand auch noch soviel Geld hat, das Leben kann er sich damit nicht kaufen. Lk 12,15 Die Bibel warnt oft vor der Gefahr durch Reichtum. Wir werden ernsthaft vor einer falschen Bewertung von materiellen Werten und Sicherheiten gewarnt: Fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran. Ps 62,11 Versuche nicht, mit aller Gewalt reich zu werden, denn das ist unvernünftig! Schneller, als ein Adler fliegen kann, ist dein Geld plötzlich weg – wie gewonnen, so zerronnen! Sprichwörter 23,4+5 In Sprichwörter 30,8 bittet ein kluger Mensch ...lass mich weder arm noch reich sein! Gib mir nur so viel, wie ich zum Leben brauche!

Sind reiche Menschen zu beneiden? Möchtest du gern reich sein? Beneidest du reiche Menschen? Deine Antwort hängt von deiner Bewertung von Geld ab – und von deinem Glauben. Jesus hat reiche Menschen nie beneidet! Im Gegenteil! Jakobus hat durch seinen Glauben eine neue Sicht für Reiche bekommen. Und darin hatte Neid keinen Raum mehr. Im Gegenteil! Einmal, wenn Gott richtet, werden alle reichen Menschen die absolute Wertlosigkeit irdischen Besitzes erkennen.


These: Zeige mir deinen Glauben durch deinen Umgang mit Geld und Besitz.


Echter Glaube zeigt sich darin, dass du im Wissen um deine Verantwortung gegenüber Gott als guter Haushalter verwaltest, was Gott dir anvertraut. Echter Glaube zeigt sich darin, dass du Entscheidungen im Wissen um das Gericht Gottes triffst. Echter Glaube zeigt sich darin, dass du gerne geben kannst, um Menschen zu helfen; dass du deinen Wert nicht von deinem Besitz und deinem Geldkonto abhängig machst; dass du verzichten kannst ohne zu klagen; dass du mit einem guten Gewissen auch genießen kannst.


Jak 5,1-6 ist ein prophetisches Gerichtswort. Es ist an Nichtchristen gerichtet. Warum richtet Jakobus eine so harte Gerichtsandrohung an Reiche und schreibt sie in einen Brief an Christen? Ich glaube, dass diese Verse, ähnlich wie Gerichtsankündigungen von Propheten des AT, die Gläubigen warnen und trösten sollen. Mit diesen Worten werden Christen gewarnt, Reiche zu beneiden. Trost finden Christen im Wissen, dass Gott alle Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Benachteiligung gerecht richten wird. Diese Worte sollen uns zu einer Selbstprüfung dienen. Wir wollen über drei wichtige Fragen nachdenken.


1. Wohin führt deine Einstellung zu Geld? 5,1


Nun zu euch, ihr Reichen! Ihr werdet noch weinen und klagen über all das Elend, das über euch hereinbricht. Wie auffällig anders ist diese Beurteilung und Sicht der Reichen. Statt Neid, Bewunderung oder Ehrfurcht, findet Jakobus nur ernste, warnende Worte. Weil er an Jesus glaubt, sieht und beurteilt er Menschen im Licht des zukünftigen Gerichts. Jakobus sieht ihr Ende und ihren Untergang schon als besiegelte und beschlossene Sache an.


Jakobus fordert uns zur Besinnung auf. Indem er uns das Ende der Reichen so drastisch und schrecklich vor Augen führt, will er uns davor warnen, nach denselben Denkmustern zu leben. Eine falsche Einstellung zu Geld führt Menschen ins ewige Verderben.


Ist es denn eine Sünde reich zu sein? Nein. Jakobus spricht auch reiche Christen an (Jak 1,10). Paulus ermahnte Timotheus Den Reichen musst du unbedingt einschärfen, dass sie sich nichts auf ihren irdischen Besitz einbilden oder ihre Hoffnung auf etwas so Unsicheres wie den Reichtum setzen. Sie sollen vielmehr auf Gott hoffen, der uns reich beschenkt mit allem, was wir brauchen. Sage ihnen, dass sie Gutes tun sollen und gern von ihrem Reichtum abgeben, um anderen zu helfen. So werden sie wirklich reich sein und sich ein gutes Fundament für die Zukunft schaffen, um das wahre und ewige Leben zu gewinnen. 1 Tim 6,17-19 Es ist keine Sünde, reich zu sein. Doch unsere Einstellung zu Geld und Besitz kann uns in Not bringen. Paulus wusste aus leidvoller Erfahrung als Seelsorger Wie oft sind die Menschen, die um jeden Preis reich werden wollten, den Versuchungen des Teufels erlegen; wie oft haben sie sich in seinen Netzen gefangen! Solche unsinnigen und schädlichen Wünsche stürzen die Menschen in den Untergang und ins Verderben. Denn alles Böse wächst aus der Habgier. Schon so mancher ist ihr verfallen und hat dadurch seinen Glauben verloren. Wieviel Not und Leid hätte er sich ersparen können! 1 Tim 6,9f „Reichtum macht ein Herz schneller hart, als kochendes Wasser ein Ei.“ (Ludwig Bähren)


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Wohin führt deine Einstellung zu Geld? Hast du genug? Bist du Gott von Herzen dankbar, dass er dir zum Leben gibt, was du brauchst? Kannst du dich mit anderen mitfreuen, wenn sie etwas haben, was du nicht hast? Seid nicht hinter dem Geld her, sondern zufrieden mit dem, was ihr habt. Denn Gott hat uns versprochen Niemals werde ich euch verlassen.Ich werde für euch sorgen, dass es euch an nichts fehlt Hebr13,5


2. Welche Schätze sammelst du? 5,2+3


Euer Reichtum ist verfault, und eure Kleider sind von Motten zerfressen worden. Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird zum Zeugnis sein gegen euch und euer Fleisch fressen wie Feuer; ihr habt Schätze gesammelt in den letzten Tagen.


Deutschland hatte seine größte Geldentwertung, als im November 1923 eine Billion Papiermark auf den Wert von einer Geldmark gesunken war. Einmal werden alle Reichtümer wertlos sein. Auf dem Schweizer Fünffrankenstück steht zu lesen: Deus providebit – Gott sorgt vor. Auf dem 100 Franken Schein sieht man St. Martin, der mit den Armen seinen Mantel teilt. Der 1000 Franken Schein aber zeigt den Totentanz, in dem der Reiche wie der Arme alles lassen muss, was auf Erden sein war. Jesus rät uns Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an! Sie verlieren schnell ihren Wert oder werden gestohlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, die nie ihren Wert verlieren und die kein Dieb mitnehmen kann. Wo nämlich eure Schätze sind, da zieht es euch hin. Matth 6,19ff


Welche Schätze sammelst du? Unser gesamtes Leben und besonders unser Lebensstil wird von Jakobus hinterfragt. Wofür leben wir eigentlich? Wie heißen die Ziele unseres Lebens? Welchen Stellenwert nimmt das Geldverdienen in unserem Leben ein? Dienen wir wirklich Jesus, oder vielleicht doch dem Mammon, dem Anhäufen von Geld und Besitz, dem Streben nach immer mehr und dem Mithalten bei dem was man sich heute leisten kann und laut Werbung leisten muss, um in zu sein. Nicht nur Jakobus malt schwarzweiß, droht den Reichen das Gericht an und nennt die Armen von Gott erwählt, auch Jesus fordert uns heraus, wenn er deutlich macht, entweder oder: Entweder ein Leben für das Geld, oder ein Leben für mich. Matth 6,24 Ein guter Ruf ist wertvoller als großer Reichtum; und beliebt sein ist besser, als Silber und Gold zu besitzen. Sprüche 22,1


3. Gehst du verantwortlich mit Geld um? 5,4-6


„Verdiene, soviel du kannst! Spare, soviel du kannst! Gib, soviel du kannst!“ (John Wesley) „Irdische Güter sind dazu gegeben, um sie zu gebrauchen, nicht, um sie zu sammeln. Sie zu horten, ist eine Form von Götzendienst.“ (D. Bonhoeffer) Wer ist reich? Bin ich reich? Bist du reich? Reich ist, wer viel hat; reicher ist, wer wenig braucht; am reichsten ist, wer viel gibt. (Gerhard Tersteegen) vgl. 2Kor 8,7-9; Phil 4,17+19


Daniel Herrmann aus Frankreich berichtet Ich bin dankbar für das wahre Beispiel von Roland und Christiane. Durch das Zeugnis ihrer Nachbarn fanden sie zu Jesus. Durch regelmäßige Bibelstudien in einem Hausbibelkreis haben sie das Wort Gottes lieb gewonnen. Sehr schnell haben sie sich in die Gemeinde investiert und am Bau des Reiches Gottes mitgearbeitet. Wir sprachen nie über „Geld“. Als sich die Frage stellte, ob ein großes Haus gekauft werden soll, sowohl für die Gemeinde, als auch um hilfsbedürftige Menschen aufzunehmen, haben Roland und Christiane ihr eigenes, schönes Haus verkauft, um eine Mietwohnung zu beziehen und den Erlös zu spenden. Die Sache des Reiches Gottes war ihnen wichtiger als irdische Güter. Seither wohnen sie in einer kleinen Mietwohnung. 12 Jahre sind inzwischen vergangen, andere Geschwister haben ihr Erbe oder ihre Ersparnisse gegeben ... und in 1 Jahr war das Gemeindehaus bezahlt! Sind wir fähig, uns in unserer Lebensweise einzuschränken, damit wir mehr für die Verbreitung des Evangeliums geben können? Sind wir bereit, von der Liebe Christi motiviert, die Verwaltung der uns von Gott anvertrauten Güter neu zu überprüfen, um ihm mehr geben zu können?


Ich danke dem Herrn für alle Gläubigen, die durch ihren Einsatz treue Mitarbeiter im Reich Gottes werden, die aus Liebe zum Herrn geben und dabei nicht von Opfern sprechen, um dadurch konkret zur Verkündigung des Evangeliums beizutragen.


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