Überrascht von der Liebe und Macht Gottes
Apostelgeschichte 2,1-13 / 31.5.09 - V. Janke

Ist hier vielleicht jemand, der Kreuzworträtsel mag? Ein Wort wird gesucht. Das Wort beschreibt ein wichtiges, plötzliches Ereignis, das zugleich Lob, Ratlosigkeit und Spott bewirkte. Das gesuchte Wort hat 9 Buchstaben. Und? Na klar – das Wort ist Pfingsten. Der Name dieses Kirchenfestes ist übrigens ein sogenanntes Lehnwort aus dem Griechischen. Im Griechischen wird dieser Tag pentekoste genannt und bedeutet „der fünfzigste“, ursprünglich der fünfzigste Tag nach dem Passafest. Für die Juden ist es eines von drei großen Pilgerfesten im Jahr. Zu diesem Fest am Ende der Getreideernte kommen Juden und zum Judentum übergetretene Gläubige von nah und fern nach Jerusalem und feiern Gottes Güte. Die Christenheit feiert Pfingsten auch. Christen feiern die Ausgießung des heiligen Geistes und somit den Geburtstag der christlichen Gemeinde. In Apostelgeschichte Kapitel 2, Vers 1 lesen wir: Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander.

Als ich diesen Bibelabschnitt studierte, fühlte ich mich an ein Kreuzworträtsel erinnert. Worum geht es hier und was möchte Gott uns hier sagen, fragte ich mich. Was hat dies 2000 Jahre zurückliegende Ereignis mit uns heute zu tun? Ich verstand zwar den Text, aber die Botschaft blieb mir rätselhaft. Doch dann füllten sich langsam immer mehr Lücken und ich staunte über einige Entdeckungen. Ich möchte darum einladen – zum Staunen über Gott und sein Wirken.



1. Gott handelt plötzlich und überraschend.

Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. (Apg 2,2) Plötzlich erfüllt Jesus das Versprechen, dass er seinen Jüngern gegeben hat. Er sendet den heiligen Geist. Aus Gottes Sicht war der Zeitpunkt geplant. Aus der Sicht der ersten Christen wurden sie überrascht. Es gab keinen Countdown. Plötzlich handelt Jesus. Das hat auch der Apostel Paulus erlebt: Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Auch ein gelähmter Mann, der von Petrus zwar kein Geld erhielt, aber spontane Heilung erlebte: Und Petrus ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest. (Apg 3,7) Diesen Moment hat der Mann sicherlich nie vergessen. Als Paulus und Silas in Philippi wegen ihrer Verkündigung im Gefängnis waren und um Mitternacht beteten und Gott lobten, handelt Gott: Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, so dass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Und sogleich öffneten sich alle Türen, und von allen fielen die Fesseln ab. (Apg 16,26)

Nie werde ich den Moment vergessen, als ich zum ersten Mal glaubte: Jesus Christus lebt. Plötzlich hatte ich eine Beziehung zu Jesus. Mit einem Mal hatte ich Gewissheit. Wenn ich darüber nachdenke, dann stelle ich fest: Gottes Handeln in meinem Leben ist oft ohne Vorankündigung und immer wieder erlebe ich persönlich: auf einmal ist der Himmel offen. Ist das bei allen Christen so? Dass sie staunend feststellen: Gott ist da?! Gott ist bei mir?! Er hilft mir?!

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Gott wirkt durch seinen heiligen Geist nicht immer so spektakulär wie zu Pfingsten. Oft handelt Gott auch ganz leise. Mir geht es so, dass ich plötzlich erkenne: du hast jemanden verletzt! Oder: du hast dich geirrt, Volkmar. Manchmal gibt Gott mir ganz überraschend eine Antwort auf eine Frage, die ich hatte. Einmal war mein Sohn sehr traurig, weil eine gute Freundin, die mit ihm spielen wollte, anrief und ihm sagte, dass sie doch nicht kommen mag. Er war ganz bedrückt. Dann haben wir gebetet für diese Situation und kurz danach rief diese Freundin wieder an und sagte: Ich komme! Dafür danke ich Gott!

Pfingsten ist ein einmaliges geschichtliches Ereignis. Doch Gott wirkt durch seinen Geist jeden Tag im Leben von Menschen – auf der ganzen Welt. Das finde ich einfach großartig! Pfingsten ist darum eine Einladung, erwartungsvoll jeden Tag mit Gott zu leben. Möge Gott dich heute mit seiner Freundlichkeit überraschen!

2. Gott beseitigt Grenzen.

In Apostelgeschichte 2 heißt es weiter: und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. (...) Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? (...) wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden?

Hast du schon mal Gott dafür gedankt, dass es Bibeln in deutscher Sprache gibt - oder dass es Christen in Deutschland gibt? Das ist ein Geschenk Gottes. Denn es ist überhaupt nicht selbstverständlich, dass es Christen auf der ganzen Welt gibt. Pfingsten war der Anfang vom Ende der Grenzen zwischen Menschen und Gott. Pfingsten ist Gottes ausgestreckte Hand zu den Völkern. Was will das werden, fragten die Menschen damals.

Die Antwort auf diese Frage finden wir im Alten Testament. Dort steht in Psalm 86: Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren, dass du so groß bist und Wunder tust und du allein Gott bist. Gott will alle: alle Sprachen, alle Dialekte, alle Völker. Mein Schwiegervater besitzt sogar ein Altes Testament in Plattdeutsch. Gott will auch Menschen retten, die plattdeutsch sprechen. Gott will jedem Menschen entgegenkommen. Er möchte von allen Menschen auf der Welt verstanden werden, weil er alle Menschen liebt. 1962 hat Walter Schultz das Lied geschrieben: Gott liebt diese Welt und wir sind sein Eigen. Wohin er uns stellt, sollen wir es zeigen: Gott liebt diese Welt. Darum gibt es beim ERF christliche Sendungen in vielen Sprachen. Pfingsten ist eine gute Gelegenheit, Bibelprojekte und fremdsprachige christliche Radiosendungen finanziell zu unterstützen.

Hast du Freude, Kreuzworträtsel zu lösen? Ich bin kein großer Fan solcher Rätsel. Aber ich freue mich, wenn ich es geschafft habe, ein Rätsel zu lösen. Als an dem ersten Pfingsttag die Jünger von Jesus plötzlich mit dem heiligen Geist erfüllt wurden und in andern Sprachen Gottes große Taten lobten, da war das für viele Zuschauer und Zuhörer rätselhaft. Und als Petrus ihnen dann erklärte, dass Gott selbst sie zu einem neuen Leben einlädt, da sagten viele Menschen Ja. Und sie freuten sich. Vielleicht erscheint auch hier manchen der Glaube an Gott rätselhaft. Vielleicht findest du Gottes Handeln rätselhaft. Da bist du in guter Gesellschaft. Ich wünsche jedem, dass Gott Antworten schenkt, uns mit seiner Hilfe überrascht, uns Frieden schenkt, und Freude über seine Liebe zu uns.


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