Mach‘ deine Pläne mit Gott
Jakobus 4,13-17 / 24.5.09 - V. Janke

Im Leben gibt es Situationen, in denen wir überrascht feststellen: ‚Damit habe ich nicht gerechnet!‘ Manchmal ist das peinlich. ‚Johann hilft dem alten, schwerhörigen Grafen nach seiner späten Heimkehr aus dem Mantel. „Na, alter tauber Korkenzieher“, flachst er, „wieder in der Bar rumgelungert und Sekt gesoffen?“ – „Nein, Johann“, erwidert der Graf, „in der Stadt gewesen und Hörapparat gekauft!“



Überraschungen sind uns im Leben garantiert. Gott fordert uns auf, „Bei allem, was ihr plant und was euch widerfährt – rechnet mit mir!“ Rechnest du mit Gottes Hilfe und Leitung? In Spr 19,21 steht: Der Mensch macht viele Pläne, aber es geschieht, was Gott will. Wir sind nicht Herr über unser Leben: Unfälle, Krankheiten, Versagen, Arbeitslosigkeit, unerfüllte Wünsche, Ehelosigkeit, Kinderlosigkeit, Scheidung, früher Tod eines geliebten Menschen... Die Einen sagen: Das ist Schicksal oder Glück. Als Christen glauben wir: Gott führt und leitet uns. Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, aber auch wirklich alles zu seinem Heil; denn dazu hat Gott selbst ihn erwählt und berufen. Röm 8,28 Jakobus will dich ermutigen: Mach‘ deine Pläne mit Gott! Denk‘ immer daran, dass Er der Herr ist!



These: Zeige mir deinen Glauben durch dein Fragen und Handeln nach Gottes Willen.



1. Denk‘ an Gott, wenn du Pläne machst. V.13+14

Da ist noch etwas. Manche von euch sagen: »Heute oder morgen wollen wir hier- und dorthin reisen. Wir wollen dort ein Jahr bleiben, gute Geschäfte machen und viel Geld verdienen.« Mit diesem Satz beschreibt Jakobus, wie schnell manche Leute Entschlüsse fassen und ausführen! Wir haben viele Möglichkeiten, Pläne zu machen und zu verwirklichen. Das Planen an sich ist nicht falsch. Es ist aber nicht gut, wenn du dabei vergisst, Meine Zeit steht in deinen Händen. Ps 31,16

1) Ohne Gott zu planen ist vermessen. Die alte Lüge Ihr werdet sein wie Gott (1 Mo 3,5) kommt in dieser Haltung (V.13) zum Vorschein. Wer ohne nach Gottes Willen zu fragen Pläne macht, glaubt einer Lüge. Sich verzählen heißt falsch zählen; sich verrechnen bedeutet falsch rechnen. Sich vermessen heißt falsch messen, einen falschen Maßstab anlegen. Die Frage ist nicht, ob Pläne zum Erfolg führen oder nicht. Die Frage ist, wohin diese Grundhaltung einen Menschen führt. (Lk 12,20; Dan 4,22-34 )

Ihr plant so großartig und wisst nicht einmal, was morgen geschieht! Was ist denn schon euer Leben? Nichts als ein leiser Hauch, der - kaum ist er da - auch schon wieder verschwindet. Dein Leben ist in Wirklichkeit ein kurzes „Phänomen.“ ‚Kaum ist er da‘ ist eine Übersetzung des griech. Wortes, von dem wir das Wort Phänomen haben. Dein Leben ist vergleichbar mit Rauch, Dampf, Dunst. Ps 90,5+6 Das soll uns ernüchtern. Was machst du mit der kurzen Zeit deines Lebens auf Erden?

2) Mit Gott zu planen ist klug. Weil Paulus wusste, wie kurz und unsicher die Lebensspanne eines Menschen ist, rät er, weise zu sein Kauft die Zeit aus, denn es ist böse Zeit. Eph 5,16 (Kol 4,5). Gott möchte, dass wir klug werden und nach seinen Willen fragen. Brüste dich nicht mit dem, was du morgen tun willst, denn du weißt nicht, was der Tag dir bringt. Spr 27,1

Dieses Denken und Handeln bestimmte Paulus und den Schreiber des Hebräerbriefes: Wenn Gott es will, werde ich später wiederkommen. Apg 18,21 Aber wenn es der Herr zuläßt, werde ich bald bei euch sein! 1 Kor 4,19 Wenn der Herr es zuläßt, hoffe ich, einige Zeit bleiben zu können. 1 Kor 16,7 Dies wollen wir tun, wenn der Herr es gestattet. Hebr 6,3 Gott weiß auch, daß ich im Gebet immer und immer wieder darum bitte, endlich einmal zu euch zu kommen, wenn es sein Wille ist. Röm 1,10 vgl. Matth 7,24-27

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2. Frag‘ Gott, wenn deine Pläne gelingen sollen. V.15

Darum sollt ihr immer nur sagen: »Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dieses oder jenes tun! Alle Überheblichkeit und Vermessenheit hat seine Ursache darin, dass wir Gottes Macht und Souveränität verleugnen. Dann werden wir Ihm auch Dank und Lob verweigern: Röm 1,21f. Dagegen beschreibt dieses Wenn der Herr will die richtige Haltung eines Christen und bewahrt vor Vermessenheit. Wenn der Herr will schenkt uns die richtige Perspektive. Doch Vorsicht! Dieses Wort kann leicht zu einer frommen Floskel und zu einer leeren Redensart werden. Verlass dich nicht auf deine eigene Urteilskraft, sondern vertraue voll und ganz dem Herrn! Denke bei jedem Schritt an ihn; er zeigt dir den richtigen Weg und krönt dein Handeln mit Erfolg. Spr 3,5+6 An einer anderen Stelle heißt es: Vertraue Gott deine Pläne an, er wird dir Gelingen schenken. Spr 16,3 Auch Jesus lehrt uns, so zu beten und nach Gottes Leitung und nach seinem Willen zu fragen: Matth 6,10.

Wer gute Ziele erreichen möchte und gute Entscheidungen treffen möchte, muss planen und sich beraten lassen. Die schlechteste Entscheidung in der Menschheitsgeschichte war die einsame Entscheidung einer Eva, die verbotene Frucht zu essen. Und die beste Entscheidung der Geschichte war die Entscheidung Jesu im Garten von Gethsemane, zu der er sich durchgerungen hatte: Dein Wille geschehe! Wenn der Herr will bedeutet auch, dass wir erleben: Der Herr hat geholfen und hat Gelingen geschenkt. Darum freuen wir uns über seine Hilfe, danken Ihm von Herzen und loben seinen guten Namen. Alles, was gut und vollkommen ist, das kommt von Gott, dem Vater des Lichts. 1,17

3. Danke und lobe Gott, wenn deine Pläne gelingen. V.16+17

Ihr aber seid stolz auf eure Pläne und gebt damit an. Doch eine solche Überheblichkeit ist durch und durch verwerflich. Anstatt Gott zu danken, bilden Menschen sich etwas ein auf ihren Erfolg: Obwohl die Menschen Gott schon immer kannten, wollten sie ihn nicht anerkennen und ihm nicht danken. Röm 1,21 Ein Schlüsselwort, um diesen Abschnitt zu verstehen, ist Überheblichkeit. In anderen Übersetzungen steht Übermut, Prahlerei, Großtuerei, hochfahrende Gedanken. Diese innere Haltung ist Kennzeichen einer Lebensführung, die nicht nach Gottes Willen fragt. Diese Haltung gehört zum Wesen dieser Welt, die Gott verleugnet: 1 Joh 2,16 Einmal wird Gott allen Hochmut der Menschen zerschlagen. Das ist im AT ein zentrales Thema prophetischer Verkündigung: Jer 13,11. Grundüberzeugung ist: Hochmütigen widersteht Gott, Demütigen aber gibt er Gnade. Spr 3,34

1) Gott schenkt Gelingen. Reich wird nur der, dem Gott Gelingen schenkt; eigene Mühe allein hilft nicht weiter. Spr 10,22 Vgl. Ps 127,1+2; Jer 9,22+23. Jeremia betet Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen; denn du bist mein Ruhm. Jer 17,14 Oft lesen wir in den Psalmen, dass Menschen sich des Herrn rühmen: Ps 5,12; 34,2+3; 44,7-9; 89,16-18. Christen haben Grund, sich zu rühmen: Jak 1,9+10 Ich will den Herrn loben und nie vergessen, wieviel Gutes er mir getan hat. Ps 103,2

Ein Schüler berichtet: Um Schummlern das Handwerk zu legen, ließ uns unser Mathematiklehrer eine Erklärung unterzeichnen, dass wir die Prüfungsaufgaben ohne fremde Hilfe gelöst hätten. Ein Mitschüler sagte, er wisse nicht, ob er das Formular unterzeichnen dürfe, da er gebetet und Gott um Hilfe angefleht habe. Der Lehrer sah aufmerksam seine Prüfungsbögen durch und meinte dann: „Du kannst das Formular guten Gewissens unterschreiben. Gott hat dir nicht geholfen.“ Gott schenkt dir nicht zu allem Gelingen, wie du es dir wünscht. Doch er will und wird dir helfen, dass dein Leben gelingt!

2) Gott schenkt Erkenntnis des Guten. Wer nun weiß, Gutes zu tun und tut es nicht, dem ist es Sünde. (LÜ) Was ist mit diesem Vers gemeint? Im unmittelbaren Zusammenhang ist das Gute, das wir tun sollten, Gott für alles Gelingen zu danken und zu loben. Das Gute ist aber auch Gottes konkreter Wille in einer Situation. Gut ist, was Gott will, was Ihn ehrt und vereinbar ist mit dem Gebot der Liebe.

Gott möchte, dass wir gewissenhaft planen. Er erwartet aber auch, dass wir bereit sind, unsere Pläne und Absichten loszulassen. Sünde ist auch ein Versagen oder Verweigern, das Gute zu tun. Wir tun gut daran, bereit zu sein, unsere eigenen Pläne und Absichten zurückzustellen, um nach Gottes Willen zu fragen und ihn zu tun. In Ps 16,7 sagt David Ich preise den Herrn, denn er hilft mir, gute Entscheidungen zu treffen.


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