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  Gottes Wort verändert Menschen
Jakobus 1,19-27 01.02.09 V. Janke

 
  'Wie läßt es sich erklären, dass Christen sich jahrelang intensiv mit dem Wort Gottes beschäftigen und sich doch nicht verändern, ja manchmal eher verhärten?... Wie ist es möglich, dass Menschen Sonntag für Sonntag im Gottesdienst sitzen oder sich jahrelang in Bibelschulen mit dem Wort Gottes beschäftigen, und dabei nichts weiter herauskommt als eine Liebe zur Wahrheit, eine Liebe, die sie von den Menschen entfremdet? Warum stehen Christen morgens früher auf, um noch Stille Zeit zu haben, und leben dann ihre Tage ohne Vollmacht, ohne Frieden und ohne Liebe? Warum ist die Stille Zeit für viele ein totes Ritual, das man entweder aus Gewohnheit oder schlechtem Gewissen beibehält - oder einfach aufgibt? An der Bibel liegt es sicher nicht.. Aber etwas muß doch faul sein, wenn ein zweischneidiges Schwert über unsere Haut fährt, ohne auch nur den kleinsten Kratzer zu hinterlassen. Vielleicht sollten wir an dieser Stelle endlich die heilige Kuh schlachten und eingestehen, dass Bibelkenntnis allein nicht automatisch zu geistlichem Wachstum führt.' (L.C.Crabb, Von Innen nach Außen, S.158f)

Das Wissen bläht auf; aber die Liebe baut auf schreibt Paulus (2. Kor.8,1). Und trotzdem lesen wir die Bibel häufig nur, um uns Wissen anzueignen, und sind zufrieden, wenn wir dieses Ziel erreicht haben. Doch so betrügen wir uns selbst. Ein Bibeltext soll Konsequenzen für unser Leben haben und uns zu konkreten Taten der Liebe ermutigen und befähigen. Darin offenbart sich gelebter Glaube. Dein Glaube an Jesus Christus soll sich zeigen in einem Leben unter der verändernden Kraft des heiligen Geistes.

Immer wieder fordert Jakobus uns in seinem Brief auf: Zeige mir deinen Glauben ... durch die Art wie du mit Anfechtungen, Rückschlägen und Widrigkeiten des Lebens umgehst (1,2-4); durch die ernsthafte und vertrauensvolle Bitte um Gottes Weisheit für dein Denken und Verhalten im Alltag (1,5-8); durch dein Selbstbild und dein Selbstwertgefühl, das sich auf Gottes Wort gründet (1,9-11); durch die bewußte Annahme deiner Schuld und deines Fehlverhaltens (1,12-18).

Das sind vier konkrete Ziele, die wir nur erreichen, wenn wir das Wort Gottes ernst nehmen und lernen, danach zu leben. Darum geht es: Zeige mir deinen Glauben, indem du durch deinen Gehorsam zum Wort Gottes frei wirst. Denn wir sind erst dann wirklich frei, wenn wir tun wollen, was wir tun sollen. Gottes Wort macht frei! Gottes Wort macht uns frei vom Kreisen um uns selbst, vom Selbstbetrug, von Lieblosigkeit und Unversöhnlichkeit, von Empfindsamkeit und Unbeherrschtheit, von Hochmut, Geiz, Selbstgenügsamkeit u.v.m. Gottes Wort macht uns frei als Kinder Gottes zu leben und Gott durch unser Leben zu ehren. Du kannst dich dankbar annehmen wie du bist, aber du brauchst nicht so zu bleiben wie du bist. Das kleine Wort 'sei' hat eine große Bedeutung. 'Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, er sei langsam...etc.' 'er sei ein Täter des Wortes, er sei glückselig in seinem Tun' Jesus Christus sagt: Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. Matth 5,48

1. Veränderung ist möglich durch das Wort Gottes. 1,19-21

Woran arbeitest du? Wohin bist du unterwegs? Welche Ziele verfolgst du? Wo wünscht du dir Veränderung in deinem Leben? Christsein sollte ein lebenslanger Prozess der Veränderung sein. In prophetischer Vorausschau schrieb Johann Albrecht Bengel vor 250 Jahren: 'Von Büchern werden allerlei Erzählungen, ob sie nur wahr oder erdichtet sind, am meisten gelesen werden. Das Geistliche müsse dann auf ergötzliche Weise dargestellt werden, dass man sich an einem Vortrag ergötzen könne, ohne sein Herz zu bessern.'

1) Gott möchte, dass wir uns verändern. 19f

Gott will zu uns reden, damit er uns verändern kann und wir gesegnet leben. Gott spricht zu uns, ach, dass wir auf ihn hörten heißt es in einem bekannten Lied. ..ein jeder Mensch sei schnell zum Hören' Der Zusammenhang hier ist die öffentliche Verkündigung des Wortes Gottes und die anschließende öffentliche Aussprache. Die Konfrontation mit der Wahrheit und Autorität Gottes kann heftige Reaktionen hervorrufen. Es fällt uns nicht schwer zu sehen, dass andere sich ändern müssen. Doch bist du bereit, dass Gott dich verändert? Bist du bereit, das Gehörte zu prüfen, was Gott dir sagen will? Bist du bereit, dich von Gottes Wort überführen zu lassen?

Alle Schrift ist nütze zur Lehre, zur Ermahnung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei. 2 Tim 3,16f Darum nimm dir Zeit hinzuhören und bemühe dich Gottes Willen zu verstehen. Langsam zum Reden... Wer immer sofort eine Antwort oder einen Kommentar auf das Gehörte gibt wird nie erkennen, wo Veränderung in seinem eigenen Leben nötig ist. Wir brauchen darum auch Disziplin im Umgang mit Gottes Wort. Mein Zorn macht mich vor Gott nicht gerecht.





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  2) Veränderung ist möglich, wenn ich mein altes Wesen ablege. 21

Jede Form von Unsauberkeit und Bosheit müssen wir ablegen, bevor Gottes Wort an uns wirken kann. Jesus sagt, dass alle Unsauberkeit aus dem Herzen kommt: Mt 15,18-20. Unsauberkeit und Bosheit halten Gott auf Distanz. Es geht hier darum, alte Gewohnheiten im Denken, Reden und Tun abzulegen und neue Gewohnheiten einzuüben. Wenn du Gott ehrlich bittest, wird er dir zeigen, was du ablegen sollst.

3) Veränderung ist möglich, wenn ich Gottes Wort sanftmütig annehme.

21 Sanftmut ist eine innere Haltung. Diese innere Haltung ist eine Voraussetzung, um Gottes Wort anzunehmen. Sanftmut ist das Gegenteil von Zorn und Unbeherrschtheit. Sanftmut zeigt sich in der Bereitschaft, innere Widerstände - Ängste, Stolz, Schmerzen - zu überwinden. Die Haltung der Juden und Griechen der Synagoge in Beröa war entscheidend dafür, dass sie Veränderung erlebten Apg 17,11f.

2. Veränderung ist möglich durch beharrlichen Gehorsam zum Wort Gottes. 22-25

Veränderung und geistliche Reife ist Gottes Wille für jedes seiner Kinder. Und der Weg der Veränderung und der Reife ist der des Vertrauens und des Gehorsams.

1) Wissen allein bringt keine Veränderung. 22-24

Bsp. 75% aller Deutschen halten Bibel für 'wahr'. Ein Spiegel offenbart wichtige Tatsachen. Er kann diese aber nicht ändern. Gottes Wort ist wie ein wertvoller Spiegel, der uns zeigt, wo wir Hilfe brauchen und wo Veränderung nötig ist. Wir brauchen darum den Willen, mit Gottes Hilfe Veränderung zu erfahren.

2) Veränderung geschieht durch beharrlichen Gehorsam. 25

Wer aber durchschaut... Jay Adams schreibt hierzu: 'Das Wort hineinschauen in V.25 unterscheidet sich vom Ausdruck betrachten in V.23f. Es bedeutet, etwas anschauen, indem man sich streckt, um es besser sehen zu können. Bsp. Studium einer Straßenkarte. Der weise Christ nimmt sich die Zeit, um Gottes Aussagen über ihn im Wort Gottes genau zu untersuchen, auch jene, die ihm nicht gefallen. Er nimmt sich das alles zu Herzen und handelt dementsprechend. Er tut dies aber nicht nur einmal, sondern immer wieder.' Es reicht nicht, einige Verse vorm Frühstück zu lesen. Wir müssen uns schon Zeit nehmen für den Herrn. Und wir müssen still werden. Ohne diese geistliche Disziplin werden wir nicht im Glauben wachsen. vgl. Jos 1,8f u. Ps 1,2

3. Veränderung durch Gottes Wort führt zu einem Leben, das Gott ehrt. 26f

1) Wer seine Zunge beherrscht, ehrt Gott. V.26

Die Zunge ist ein Barometer des Herzens. In der Guten Nachricht heißt es: Wenn sich jemand einbildet, er ehre Gott, aber seine Zunge nicht in Zaum halten kann, ist seine ganze Frömmigkeit wertlos und er betrügt sich selbst. Wir ehren Gott, wenn wir uns beherrschen und über andere nicht schlecht reden. Wir ehren Gott, wenn wir uns beherrschen und Vertrauliches für uns behalten. Wir ehren Gott, wenn wir uns beherrschen und andere durch unsere Worte nicht verletzen. Im Buch Sprichwörter steht viel wichtiges über die Beherrschung der Zunge. Wo viele Worte sind, da geht's ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, ist klug. Spr 10,19 Wer unvorsichtig herausfährt mit Worten, sticht wie ein Schwert; aber die Zunge der Weisen bringt Heilung. 12,18 Eine linde Antwort stillt den Zorn, aber ein hartes Wort erregt Grimm. 15,1 Wer Mund und Zunge bewahrt, der bewahrt sein Leben vor Not. 21,23

2) Wer sich aktiv um Bedürftige sorgt, ehrt Gott. V.27

Waisen und Witwen gehören zu den Menschen, die am meisten auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Wer sich für diese Menschen Zeit nimmt, um sie zu besuchen, der ehrt Gott. Sich für Menschen Zeit zu nehmen, die einsam, bedrückt oder mutlos sind ist auch Gottesdienst. Hier lernen wir etwas ganz wichtiges: Wer seinen Glauben im Gehorsam zum Wort Gottes lebt, wird zum Segen für andere. Paulus schreibt: Vor Jesus Christus ist es völlig gleich, ob wir beschnitten oder unbeschnitten sind. Bei ihm gilt allein der Glaube, der sich in selbstloser Liebe zeigt. Gal 5,6 (HfA) Wen möchtest du in der nächsten Woche besuchen? Wem möchtest du in der nächsten Woche ganz praktisch Liebe erweisen?



 

BaptistenNordenham | Zoar-Kapelle | 26954 Nordenham | Friedrich-Ebert-Str. 65   
Gottesdienst: So 10:00

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