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  Leite mich, Gott
Psalm 139,23f 10.08.08 V. Janke

 
  Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine.

Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.

Dies Gebet ist der krönende Abschluss eines zeitlosen und beeindruckenden Psalms. Und auch diese 5. und abschließende Predigt über Psalm 139 steht ganz unter dem Gedanken: Dein Vater im Himmel ist dein bester Freund. David betet sehr vertrauensvoll zu Gott. Er sieht in diesem Psalm seine Welt aus drei Perspektiven: Erstens, Gott ist für mich da wie ein Vater für sein Kind und Er ist auf unbegreifliche und wunderbare Weise an meinem Leben interessiert, mich zu leiten, zu beschützen und zu segnen. Zweitens, Die Welt ist durch Ungerechtigkeit und Feindschaft gegen Gott entstellt. Drittens, ich bin von Gott auf wunderbare Weise geschaffen und Gott hat mit mir gute Pläne, aber ich weiß auch, dass ich Gottes Hilfe brauche, um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Das sind die drei Perspektiven, aus der David seine Welt sieht.

Diese beiden letzten Verse sind ein Gebet. Ein sehr kurzes Gebet. Und ein bekanntes Gebet. Viele gläubige Menschen haben sich dies Gebet schon zu Eigen gemacht. Mit wenigen Worten bittet David um Wesentliches. Darum ist es eine zeitlose Bitte. Warum bittet David um die Hilfe Gottes für sein Leben? Weil David sich danach sehnte, Gott zu ehren; weil David nicht gegen Gott sündigen wollte. Mit diesem schlichten Gebet drückt David aus: Ich will für Gott und seine guten Ordnungen leben, darum bin ich auf Gottes Hilfe und Führung angewiesen. So betet jemand, der geistlich gereift ist. Der Amerikaner Larry Crabb beschreibt Reife auf treffende Weise: "Reife hat weniger mit Vollkommenheit zu. tun, als mit einem wachsenden Bewusstsein von Unvollkommenheit, ein Bewusstsein, dass unsere Dankbarkeit für das Kreuz vergrößert und uns in die Abhängigkeit von Jesus Christus treibt damit etwas Gutes aus unserem Leben kommt. Reife Leute kämpfen mit ihrer Sündhaftigkeit überwiegend in einem sehr privaten Kampf gegen Schmutzflecken, die nur diejenigen sehen, deren Maßstab unerträglich hoch ist und deren Bewusstsein von Selbstbetrug beunruhigend scharf ist." (Understanding People, S. 194)

These: Um von Gott geführt und bewahrt zu werden, ist gesundes Selbstmisstrauen, Demut und ehrliches Beten notwendig.



1. Wir erleben Gottes Führung und Bewahrung, wenn wir lernen, uns selbst zu misstrauen. David hatte ein gesundes Selbstmisstrauen entwickelt. Spr 3,5f war sein persönliches Lebensmotto geworden. Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern... David hat erkannt: Ich kann weder dich noch mich erforschen. Ich bin mir manchmal selbst nicht im Klaren welche Motive mich bewegen. Doch ich bin froh, dass du Gott, in der Lage bist meine Absichten und verborgenen Pläne ans Licht zu bringen. Ein Zeichen von Reife ist nicht nur ein Verständnis von Gottes Größe, Liebe, Weisheit und Heiligkeit; auch ein geschärftes Bewusstsein der eigenen Fehlbarkeit, Blindheit, Neigung zur Fehleinschätzung ist ein Zeichen von Reife.

Warum bleibt C.S. Lewis relevant? Hat es dich jemals überrascht, dass C.S. Lewis nie ins Kino ging, nie eine Tageszeitung las und sehr wenig zeitgemäße Literatur las - und doch einer der relevantesten Personen war (und ist) die die Welt kennt? 1. Er kannte sich selbst, sein eigenes sündiges Herz mit all den Eigenarten und Wünschen wie jeder, der kompromisslosen Gehorsam zu Gott zum höchsten Ziel seines Lebens macht. Gehorsam bringt immer Licht. Lewis konnte so persönlich und praktisch schreiben, weil er sich weigerte, sich vor der Wahrheit über sich selbst zu verstecken. 2. Er wai sehr beteiligt am Leben derer, die Gott begnadet hatte seinen Weg zu kreuzen. Ein alkoholkranker Bruder, eine selbstsüchtige ältere Frau, ein paranoider Gärtner, ohne seine Kollegen und Studenten zu erwähnen - sie würden jedem einen Kurs über die menschliche Natur geben - vorausgesetzt man erlaubt es ihnen. Die Leute, die täglich unseren Weg kreuzen sind nicht durch Zufall in unserem Leben. Sie sind Gottes Werkzeuge für unsere Heiligung durch die wir Barmherzigkeit, Demut und Weisheit lernen. (Kevin Offner, IVCF grad staff Harvard & PMIT) Als älterer Christ schreibt Jakobus, Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht auch niemand; sondern jeder einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird. 1,13-14






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  2. Wir erleben Gottes Führung und Bewahrung, wenn wir lernen demütig zu sein..

Demut kann den Kopf unter den Arm nehmen, ohne das Gesicht zu verlieren. (Albert Altenähr) Luther prägte den Satz: "Rechte Demut weiß nimmer, dass sie demütig ist." Das heißt: Demut kann man sich nicht immer wieder von neuem vornehmen, sondern man muss sie als Lebenshaltung annehmen und kultivieren. Der Begriff Demut (von althochdeutsch diomuoti "dienstwillig", also eigentlich "Gesinnung eines Dienenden") beschreibt Ergebenheit, die in der Einsicht in die Notwendigkeit und im Willen zum Hinnehmen der Gegebenheiten begründet ist. Unter Demut verstehen wir die Bereitschaft, sich selbst richtig einzuschätzen und gemäß einer richtigen Selbsteinschätzung sich zu verhalten. Das Gebet Davids in Psalm 139 entspringt einem demütigen Herzen.

Ich erinnere mich an eine Frau, die sagte, "Der Grund, warum Mose und das Volk 40 Jahre in der Wüste wanderten ist einfach der: Mose weigerte sich nach der Richtung zu fragen." Zuzugeben, dass man sich vielleicht irrt, erfordert Demut. Wenn wir beten, Und führe uns nicht in Versuchung! (Matth 6,13), dann offenbart sich ein demütiges Herz, dem Selbstvertrauen und falsche Sicherheit fern sind. Die Gesinnung ist an sich schon eine Schutzwehr gegen das Böse. Demut, das lehrt die jüdisch-christliche Tradition, ist keinesfalls die peinliche Übung des Verlierers, sondern die würdige Geste dessen, der weiß, dass die Welt nicht nur um ihn selbst kreist. Wenn wir so beten wir David, dann übern wir uns auch in Demut. Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit! 1. Petrus 5,5 f.

3. Wir erleben Gottes Führung und Bewahrung, wenn wir ehrlich darum bitten. Weise mir, HERR, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte. Luther / Weise mir, Herr, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir. Richte mein Herz darauf hin, allein deinen Namen zu fürchten! EÜ / ... richte mein Herz auf das eine, dass es deinen Namen fürchte. (Menge) / HERR, zeige mir den richtigen Weg, damit ich in Treue zu dir mein Leben führe! Lass es meine einzige Sorge sein, dich zu ehren und dir zu gehorchen! GN / Herr, zeige mir deinen Weg, ich will dir treu sein und tun, was du sagst. Gib mir nur dies eine Verlangen: dich zu ehren und dir zu gehorchen! (Hfa) Wie kommt es, so zu bitten?

  1. So betet jemand, der sich selbst misstraut. In dieser Bitte enthalten ist auch das nüchterne und demütige Eingeständnis: Ohne deine Hilfe schaffe ich es nicht. Mein guter Wille allein reicht nicht. Das habe ich schon schmerzhaft gelernt. So zu beten ist klug. So zu beten ist Ausdruck gesunden Selbstmisstrauens - ist Zeichen geistlicher Reife.


  2. So betet jemand, der sich danach sehnt, Gottes Willen zu tun. Diese Sehnsucht ist vom Geist Gottes gewirkt. Auch die gründliche Kenntnis von Gottes Wort reicht nicht, in jeder Situation zu wissen, was Gottes Wille ist. Wir tun gut daran, regelmäßig dies Gebet zu sprechen und uns daran zu erinnern: wir brauchen jede Minute Sensibilität für Gottes Willen. Das ntl. Gegenstück ist die Bitte im Vaterunser "Dein Wille geschehe."


  3. So betet jemand, der um die Wichtigkeit des Gehorsams weiß. Dies ist eine sehr wichtige Bitte. Das eigene Herz ist trügerisch. Ehrfurcht vor Gott soll keine leere Worthülse sein, sondern gelebt werden. Der Beter dieses Psalms hat erfahren, dass sein Herz nicht immer in Ehrfurcht vor Gott schlägt. Ehrfurcht vor Gott ist ein Werk und Geschenk Gottes; ist eine Gebetserhörung, wenn sie gelebt wird. "Ich bin nicht Herr meines Herzens - da muss Gott helfen."


  4. Diese Bitte ist eine Bitte um Wahrhaftigkeit, Ganzheit, Echtheit - Authentizität. Herr, hilf mir, dir treu zu sein. Hilf mir, dass mein Leben im Einklang mit meinem Glauben steht. Vgl. Jona 1,8f Eine Übersetzung gibt dies Gebet so wieder: Mach mir bewusst, was dich traurig macht.




 

Baptisten Nordenham | Zoar-Kapelle | 26954 Nordenham | Friedrich-Ebert-Str. 65   
Gottesdienst: So 10:00

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