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  Die Ehe soll in Ehren gehalten werden
Hebräer 13,4 — 25.05.08 — V. Janke

Die Ehe soll in Ehren gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt;
denn die Unzüchtigen und die Ehebrecher wird Gott richten.
Hebr 13,4


 
  Muß uns denn das gesagt werden? Ja! Gott sagt uns, was gut und nützlich ist für das Leben. Dass Christen die Ehe in Ehren halten, ist ganz und gar nicht selbstverständlich. Zum Leben in der Nachfolge Jesu gehört auch, dass wir uns nicht daran orientieren, wie die Menschen um uns herum ihr Leben und ihre Beziehungen gestalten, sondern an Gottes Wort. (Röm 12,2) Und nach dem, was wir in der Bibel über die Ehe lesen, müssen wir umlernen, umdenken, umkehren.

Vor unserem Haus hatte ich Rasen gesät. Der Rasen brauchte Schutz, dass er aufgehen und wachsen kann. Es wäre nicht genug, den Kindern zu sagen: „Geht bitte nicht darauf.“ Sie würden diese Mahnung bald vergessen. Darum habe ich um diese Parzelle ein Absperrband gezogen. Das erinnert die Kinder an die Mahnung und hält sie davon ab, unbedacht über den frisch gesäten Rasen zu laufen. So braucht auch die Ehe Schutz, weil das gute Miteinander leicht Schaden nehmen kann, weil die Ehe leicht verletzbar ist. Und weil der Wert und die Bedeutung der Ehe vergessen werden kann. Gott richtet durch sein Wort einen Schutz um die Ehe auf. Diesen Schutz sollen wir uns aneignen. Das tun wir, wenn wir die Ehe in Ehren halten.

1. Die Ehe braucht Schutz!

Die Ehe soll in Ehren gehalten werden bei allen... Die Ehe ist eine von Gott gegebene gute Ordnung, über die wir Menschen nicht frei verfügen können. Achtet die Ehe und haltet euch als Ehepartner die Treue. (Hoffnung für alle) Die Ehe ehren bedeutet, sie zu schützen vor allem, was trennend und entwertend in die Ehe eindringen will. Wir müssen die Ehe schützen vor Wertverlust, Entleerung, Herabsetzung. Wie viele Ehen sind nur noch eine Zweckgemeinschaft, in der die Kostbarkeit und der Wert dieser Lebens- und Liebesgemeinschaft nicht mehr gesehen und erlebt wird.

Gottes Wort sagt: Die Ehe ist heilig. Die Ehe in Ehren halten ist eine lebenslange Aufgabe der Eheleute, aber auch der Gemeinde. Als Gemeinde sind wir verpflichtet für Ehepaare zu beten, sie seelsorgerlich zu begleiten, sie zu ermutigen, sie zu warnen vor falschen Wegen. Die kirchliche Trauung soll mehr sein als eine schöne, romantisch-religiöse Feier. Die kirchliche Trauung stellt eine Ehe in eine größere verbindliche Bundesgemeinschaft. Recht verstanden schützen sich Eheleute so vor zu hohen Erwartungen aneinander.

Die Ehe in Ehren halten beginnt in Wahrheit lange bevor ein Paar sich das Jawort gibt. Wie Freundschaften zwischen Jungs und Mädchen, Männern und Frauen gelebt werden, hat viel damit zu tun, ob wir glauben, dass Sexualität allein in der Ehe ihren Platz hat. Sexuelle Beherrschung sollten wir lernen, bevor eine Ehe eingegangen wird. Ehe kann nicht ausprobiert werden! „Wahre Liebe wartet“ lautet eine wachsende Bewegung, in der sich Menschen offen dazu bekennen „Mit Gottes Hilfe verspreche ich ab heute, vor Gott, mir selbst, meiner Familie, meinen Freunden und meinem zukünftigen Ehepartner, bis zum Tag meiner Heirat sexuell enthaltsam zu leben.“ Auch so wird die Ehe geehrt!

Die Ehe in Ehren halten heißt, sich Gedanken zu machen und an der Ehebeziehung zu arbeiten. Zum Beispiel durch einen regelmäßigen Eheabend in der Woche, an dem ein Ehepaar sich bewußt Zeit nimmt für einander, gemeinsam ein gutes (Ehe)Buch oder die Bibel liest (einer liest vor), gemeinsam etwas plant, ein Spiel macht, miteinander redet (Statistisch sprechen viele Ehepartner am Tag nur 4 Minuten miteinander!)... Liebe ist schöpferisch und kreativ. Die Ehe ehren kann konkret werden, indem man gemeinsam ein Wochenende allein verbringt, vielleicht auch verreist; indem man sich einfach so kleine Geschenke macht...




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  2. Was die Ehe bedroht und gefährdet!

Einmal fragte unser Sohn, ob wir uns nicht einen LKW anschaffen könnten. Als meine Frau nachfragte, was wir mit einem LKW sollen, sagte er: „Dann könnt ihr euer Ehebett in den Urlaub und überall hin mitnehmen..“ Extra einen LKW zu kaufen, damit wir das Ehebett immer mitnehmen können – das würde deutlich machen: unser Ehebett ist uns sehr wichtig – wir lassen es uns etwas kosten.

das Ehebett (soll) unbefleckt (gehalten werden) Wir verstehen dies Wort als Ermahnung zur sexuellen Treue in der Ehe. In der Übersetzung Gute Nachricht steht: Ihr dürft das Ehebett nicht durch Untreue beflecken; denn Gott wird alle verurteilen, die Unzucht treiben und Ehebruch begehen. Unzucht ist jede Form gelebter Sexualität außerhalb der Ordnungen Gottes: vorehelicher Sex, gelebte Homosexualität, Inzest u.a. Ehebruch ist Sex außerhalb der Ehe. Gott wird die richten, die ihre Sexualität zum Schaden anderer leben. Dies betont auch die Würde und den Wert der Ehe.

Das Ehebett steht hier symbolisch für den Intimbereich der Ehe. Jede Ehe hat und braucht einen Intimbereich. Und dieser braucht Schutz vor Beschmutzung. Wenn es im Bett nicht mehr stimmt, dann stimmt manchmal insgesamt etwas nicht. Ein Ehebett wird aber nicht nur durch sexuelle Untreue befleckt. Was befleckt noch das Ehebett?

  1. Mißachtung befleckt das Ehebett. Mißachtung geschieht, indem einer ohne Rücksprache mit dem anderen wichtige Entscheidungen trefft. Einseitige Entscheidungen bedrohen die Ehe, die vom Vertrauen untereinander lebt. In einer Ehe sollen beide lernen, aufeinander zu hören, Rücksicht zu nehmen aufeinander, miteinander zu beraten. Gemeinsam getroffene Entscheidungen festigen das Vertrauen untereinander. Mißachtung geschieht auch durch körperliche oder verbale Gewalt. Wenn einer über den anderen eine Überlegenheit ausspielt, wird das vertrauensvolle Miteinander zerstört, wird das Ehebett befleckt. Mißachtung geschieht auch durch ständige Unpünktlichkeit.

  2. Mißtrauen befleckt das Ehebett. Kann sie mit Freundinnen ausgehen? Gönnst du dem anderen von Herzen das Gute? Unbegründete Eifersucht zerstört Vertrauen. Es gibt aber auch begründetes Mißtrauen. Verhalte ich mich so, dass der andere mir vertrauen kann? Halte ich meine Versprechen? Bin ich verläßlich, verschwiegen?

  3. Nicht Nein sagen befleckt das Ehebett. In Eph 5,31 steht eine wichtige Ehegrundlage: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein. (vgl. 1.Mo 2,24) Mit der Eheschließung soll auch eine neue Grenze gezogen werden zu den Eltern und Schwiegereltern. Hier ist ein Lernprozess nötig, damit das Ehepaar für sich sein kann und respektiert wird in seiner Entscheidung. Ehe leiden auch darunter, dass Eltern und manchmal auch Freunde und Bekannte nicht anklopfen, sondern einfach ständig dabei sind mit ihrem Rat und ihren Lebensweisheiten. Du schützt deine Ehe und dein Ehebett indem du lernst, anderen Grenzen zu setzen.

  4. Nörgeln befleckt das Ehebett. ... eine nörgelnde Frau ist so unerträglich wie das ständige Tropfen durch ein undichtes Dach (Spr 19,13 GN) Ein Mann sah ein Restaurantschild, auf dem stand: "Kommen Sie rein! Fühlen Sie sich bei uns wie zu Hause! Er trat ein und setzte sich an einen Tisch. Eine Kellnerin kam und fragte: "Was hätten Sie denn gern?" Er sagte: "Zuerst bringen Sie mir einen kalten Tee." Und sie sagte: "Kalten Tee? Okay, bring' ich Ihnen, wenn Sie wollen." "Und dann bringen Sie mir ein verbranntes Steak mit versalzenen Kartoffeln und viel Pfeffer, dass es mir die Tränen in die Augen treibt. Und dann müssen Sie sich zu mir setzen und an mir herumnörgeln." Die Frau sagte: "Aber wir sind hier in einem Restaurant!" Er sagte: "Ich dachte, bei Ihnen kann man sich wie zu Hause fühlen?" Nörgeln ist das Allerschlimmste, / Keiner ist davon erbaut; / Keiner fährt, und wärs der Dümmste, / Gern aus seiner werten Haut. (Wilhelm Busch) Nörgeln ist mitgeteilte ständige Unzufriedenheit. Die Unzufriedenheit hat konkrete Gründe. Diese müssen entdeckt und ausgeräumt werden. Nörgeln ist der falsche Weg. Er vertreibt den anderen und schafft Distanz. Lieber ein ruhiger Winkel unterm Dach als ein ganzes Haus zusammen mit einer ständig nörgelnden Frau. (Spr 21,9 GN)

  5. Nachtragen befleckt das Ehebett. Niemand möchte ständig an seine Fehler und Versäumnisse erinnert werden. Wer dem anderen etwas nachträgt, zerstört auf Dauer das intime Vertrauensverhältnis. In der Ehe sollen beide lernen, von Herzen dem anderen zu vergeben und alte Schuld nicht wieder zu erwähnen. Nachtragen schafft nur Distanz. Vergebung schafft den Grund für Versöhnung und Vertrauen.

 

Baptisten Nordenham | Zoar-Kapelle | 26954 Nordenham | Friedrich-Ebert-Str. 65   
Gottesdienst: So 10:00

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