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  Unbezahlte Schuld und rettende Kraft
Römer 1,13-17 — 27.04.08 — V. Janke

 
  In Enschede ereignete sich 1998 ein grausames Zugunglück. Die Reisenden stiegen ahnungslos in den ICE. Es ist erschütternd. So viele Menschen fuhren ahnungslos in ihren Tod. Doch was wäre, wenn ein paar Mitreisende gewußt hätten, wie die Reise ausgeht? Stellt euch das doch bitte mal vor. Dieser verunglückte Zug kann auch als Sinnbild für uns und unsere Mitmenschen dienen. Wir sind im Zug des Lebens unterwegs in die Ewigkeit. Viele Mitreisende sind noch ahnungslos. Nur einige wenige wissen: es ist wichtig und notwendig, das wahre Ziel der Reise zu kennen und dafür vorbereitet zu sein. So plötzlich und grausam zu sterben ist schrecklich. Nur eines ist noch schrecklicher: unvorbereitet vor Gott zu treten!

Als Christen sind wir mit anderen unterwegs im Zug des Lebens. Wir kennen das Ziel. Durch das Evangelium hat Gott uns die Augen geöffnet zu erkennen, wie die Reise ausgehen wird. Vom wahren Ende der Zugfahrt sind wir überzeugt, oder? Wenn wir das Ziel der Reise kennen, sollte unser Leben nicht auch auf dies Ziel hinweisen?! Welches Ziel hat dein Leben heute? Was ist dir wichtig, lohnenswert? Ist es dir wichtig, dass du dich in deinem christlichen Abteil gut einrichtest? Ist es dir wichtig, in guter Gemeinschaft zu reisen? Geht es dir darum, eine angenehme Fahrt zu haben und keinem Reisenden zu nahe zu kommen? Welche Auswirkungen hat dein Glaube an Jesus in deinem Leben? Du kennst das Evangelium und glaubst daran - was hat das in deinem Leben verändert?

Der Apostel Paulus war auch im Zug. Und weil er durch Jesus Christus das wahre Ziel der Reise kannte, hat er sein ganzes Leben davon bestimmen lassen. Paulus hat sein Leben, sein Planen, sein Denken und Tun dem Ziel gewidmet, die gute Nachricht von Jesus Christus weiterzusagen. Diese gute Nachricht zu verkündigen war Ziel, Sinn und Inhalt seines Lebens: Denn Gott ist mein Zeuge, dem ich in meinem Geist an dem Evangelium seines Sohnes diene... V.9 Wir wollen uns von diesem Vorbild motivieren und er-mutigen lassen. In Röm 1,8-15 sehen wir, was das Evangelium in einem Menschen bewirkt, dessen Herz Jesus Christus gehört. Paulus war motiviert: Menschen müssen das Evangelium von Jesus Christus hören; wir Christen schulden es ihnen; denn dies Evangelium ist jedem Glaubenden eine Kraft Gottes zur Rettung vor dem Zorn Gottes und dem ewigen Tod. Von Paulus lernen wir:

1. Der Glaube an das Evangelium schenkt neue Lebensziele. V.13

Paulus hatte Ziele! Viermal betont Paulus in den Versen 10-15 seinen Willen, nach Rom zu kommen, einmal sogar unter Anrufung Gottes als Zeugen (10f.13.15). Am Ende des Briefes erinnert er nochmals daran: 15,32. Obwohl Paulus wiederholt daran gehindert wurde, sein Ziel zu erreichen, hielt er daran fest. Das Evangelium auch in Rom zu verkünden war Paulus sehr wichtig. Er war überzeugt: Die Menschen in Rom müssen das Evangelium von mir hören. Der Glaube an das Evangelium schenkt neue Lebensziele. Drei Jahre später kam Paulus tatsächlich in Rom an und konnte das Evangelium dort verkündigen.

Paulus hat dieses Ziel erreicht. Es gab Schwierigkeiten und Hindernisse, doch Paulus ließ sich von seinem Ziel nicht abbringen. Er hat erkannt: die eigentliche Mauer ist der Wille Gottes. Es liegt nicht allein an meinem Wollen. Der gute Wille ist meinerseites vorhanden V.15. Darum betete er beharrlich. Aus dem Gebet empfing Paulus die Kraft, für neue Ziele zu leben. Welche Ziele hast du? Welche Ziele hat dein Glaube an Jesus in dir gewirkt? 'Gib mir den Mut, Gott, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, Grenzen (Mauern) zu erweitern, überspringen, verändern, die ich ändern kann. Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Grenzen (Mauern) anzunehmen, die ich nicht ändern kann. Und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.' (Friedrich Christoph Oetinger)




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  2. Der Glaube an das Evangelium macht Menschen zu SchuldnernV.14f

Jesus Christus kennen heißt schuldig werden gegenüber der Welt. Paulus sagt: Ich bin ein Schuldne. Nun gibt es zwei Arten, zu Schulden zu kommen. Die eine besteht darin, sich von jemandem Geld zu borgen. Die andere Art besteht darin, von jemandem Geld zu bekommen, das man einem Dritten geben soll. In diesem Sinne versteht Paulus sich als Schuldner der Römer. Jesus hat ihm das Evangelium anvertraut, um es Menschen zu sagen, die es hören müssen. Jesus hat Paulus zum Schuldner gemacht. 1 Kor 9,16 In ähnlicher Weise sind wir Schuldner der Menschen, mit denen wir leben. Wir sind unseren Mitmenschen das Evangelium schuldig! Die Gute Nachricht muss weitergesagt werden. Welche Konsequenzen hat das für uns und unser Leben? Hat es Konsequenzen? An das Evangelium zu glauben und es für sich zu behalten ist ein Skandal! Werner de Boor sagt, 'Ein Schuldner kann nach gerne oder ungern, passend oder widrig nicht fragen, er muß eilen, seine Schuld abzutragen, es koste ihn, was es wolle.'

3. Der Glaube an das Evangelium demonstriert Gottes rettende Kraft. V.16f

Dr. Hans Jürgen Appel aus der Gemeinde Konstanz berichtet in der Zeitschrift Gemeinde (42/96): 'Vor etwa vier Jahren bekamen wir Kontakt zu einem Roma aus Mazedonien, der in unserer Stadt eine Verwandte besuchte. Er stieß in dieser Zeit „zufällig“ auf eine Bibel in seiner eigenen Sprache und fing an, sie zu lesen. In knapp sechs Wochen hatte er sie einmal durch. Anschließend, kurz vor seiner Heimreise, saß er an einem Abend in unserem Wohnzimmer und hatte über eine Dolmetscherin nur eine Frage: „Am Ende dieses Buches steht, dass Jesus wiederkommt, dass er dann Bücher aufschlagen wird, und wessen Name im Buch des Lebens steht, der wird leben. Wie kommt mein Name in das Buch des Lebens?“ Noch in derselben Stunde wurde sein Name vom Herrn in dieses Buch eingetragen. Der Mann ist inzwischen getauft und lebt in seiner Stadt als Zeugnis für den Herrn. Dass ihm seitdem die Zähne eingeschlagen wurden und Moslems das Haus anzündeten, die ihn als Verräter betrachten, kann ihn nicht abhalten, in seinem Volk das Evangelium zu verkündigen. Er ist ziemlich arm, aber jede Mark, die er erübrigen kann, verwendet er, um Bibeln zu kaufen, die er verteilt. Und warum? Weil ihm der lebendige Gott in diesem Buch begegnet ist, weil es ihm der Wegweiser zum Leben und die Quelle seiner Kraft ist.'

Paulus Herz brannte für das Evangelium von Jesus Christus. Er wusste, welche Kraft diese Botschaft hat. Was bedeutet dir das Evangelium? Welchen Bedeutung hat die Botschaft von Jesus Christus für dich? Lesen wir die Bibel nur noch als Gebrauchsanleitung für ein gutes Leben? Lesen wir die Bibel, nur um unseren Alltag zu bewältigen? Es geht im Evangelium nicht in erster Linie um unser Glück. Menschen können auch ohne Jesus glücklich sein. Und es wäre müßig mit ihnen darüber zu streiten, ob sie bei Jesus noch glücklicher werden könnten. Es geht im Evangelium auch nicht um die Antwort auf mancherlei Lebensprobleme und um das Fertigwerden mit bestimmten Lebensnöten. Es geht im Evangelium um Rettung! Warum müssen Menschen errettet werden? Warum sind Menschen in Gefahr? Die Christen in Rom wußten es: die Weltgeschichte und damit das Leben eines jeden Menschen geht dem großen Gerichtstag Gottes entgegen Röm 2,16. Werner de Boor schreibt: 'Hier liegt freilich die Schwierigkeit für den Menschen von heute. Er ist ein Mensch des Diesseits geworden, Weltende, Weltgericht, ewiges Leben - das liegt ihm so fern. Die Gefahr eines neuen Krieges, die Schrecklichkeit der Atombombe beschäftigt und ängstigt ihn hundertmal mehr als der Ernst des göttlichen Gerichtes. Darum sagt ihm das eigentliche Evangelium nichts.' C.S. Lewis schreibt: 'Aus der Geschichte wissen wir, dass gerade die Christen, die am Stärksten auf das Jenseits schauten, sich am eingehendsten mit dem Diesseits befaßten. Die Apostel mit der Bekehrung des römischen Imperiums, die vielen bedeutenden Männer des Mittelalters, die englischen Protestanten, denen es gelang den Sklavenhandel abzuschaffen. Sie alle drückten dieser Welt ihren Stempel auf, gerade weil ihr Sinnen und Trachten auf das Jenseits gerichtet war. Erst seitdem für das Handeln der Christen nicht mehr der Gedanke an das Jenseits bestimmend war, sind die Christen im Diesseits ohne Wirkung.'

Das Evangelium hat uns gerettet. Das Evangelium hat uns einen Vater im Himmel geschenkt. Im Vertrauen auf das Evangelium demonstrieren wir die rettende Kraft Gottes. Wie können wir uns dann des Evangeliums schämen, das uns so verändert hat? Im Gehorsam und Vertrauen zu Gott sollen wir die gute Nachricht von Jesus Christus weitersagen. Jeder, der glaubt, wird gerettet werden. Die Bereitschaft des Paulus, das Evangelium zu predigen, erwuchs aus seiner Erkenntnis, dass das Evangelium unbezahlte Schuld und rettende Kraft Gottes ist.

 

Baptisten Nordenham | Zoar-Kapelle | 26954 Nordenham | Friedrich-Ebert-Str. 65   
Gottesdienst: So 10:00

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