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  Gott sieht hinter Fassaden
Lukas 11,37-41 — 2.3.08 — V. Janke

 
  Ein Werkstattbesitzer erzählt: 'Ein ausländischer Kleinwagen kam mit ohrenbetäubendem Getöse auf den Hof meiner Kfz-Werkstatt gerollt. Die Frau hinterm Steuer fuhr das Auto in einen Diagnosestand, damit wir die Ursache des Lärms klären konnten. Als unser Kundendienstchef der Dame später erläuterte, wo das Problem lag, und ihr hohe Reparaturkosten in Aussicht stellte, war sie bestürzt. „Was würde es kosten“, fragte sie, „wenn Sie mir statt dessen eine sehr laute Stereoanlage einbauten?“' Mit einer sehr lauten Stereoanlage kann man alarmierende Motorgeräusche übertönen. Mit lauter Musik erzeugt man ein Image oder eine Fassade: „Hört doch, wie gut mein Auto klingt.“

Die übertriebene Beschäftigung mit Äußerlichkeiten dient oft nur dazu, einen Mangel zu kaschieren, übertönen. Eleganter Schmuck und modische Kleidung können davon ablenken, dass du dich in Wahrheit minderwertig fühlst. Kernige Sprüche und coole Klamotten können übertönen, dass dir in Wahrheit davor graut, Außenseiter zu sein. Genau gesehen ist ein Image oft nur eine künstliche Fassade. Ein Image ist ein oberflächliches Bild. Was zählt ist der gute Eindruck gegenüber anderen. Und wir lassen uns leicht beeindrucken. Was zählt ist das Gefühl, alles sei in bester Ordnung. Und wer liebt es nicht, wenn alles in bester Ordnung ist?!

1. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist. Lk 11,37f

Ein Mensch läßt sich gern von dem beeindrucken, was er sieht: 1.Sam 16,6f Einmal kam ich mit unserem sorgfältig gewaschenen Auto nach Hause und verkündete stolz: „Nun ist der Wagen wieder sauber.“ „Ganz sauber?“ fragte meine Frau. „Nur von außen...“ mußte ich dann einräumen. Wieviel machen wir nur, damit andere einen guten Eindruck haben?! Wieviel machen wir nur, weil „man“ es tut?! Wie oft reicht uns eine Fassade?!

...wunderte er sich, dass er sich nicht vor dem Essen gewaschen hatte. Das Einhalten von religiösen Geboten und Ordnungen war für die Pharisäer sehr wichtig. Diesen Männern ging es nicht um Hygiene. Ihnen ging es um rituelle Waschungen, die sie nach ihren Vorstellungen davor bewahrten, vor Gott unrein zu werden. (Mk 7,1-4) Für diese Menschen galt: Nur wenn man sich wäscht, ist alles in bester Ordnung. Darum konnte dieser Gastgeber das Verhalten von Jesus nicht einordnen. Er hatte fest damit gerechnet, dass Jesus dieses Ritual befolgt. Jeder religiöse Mensch wäscht sich vorm Essen die Hände. Sein Bild von Jesus paßt nicht zu dem Jesus, den er nun vor sich hatte.

Wie ist dein Bild von Jesus? Wie würdest du reagieren, wenn Jesus eine deiner „guten Gewohnheiten“ als reine Äußerlichkeit offenbart? Jesus hat den Mut, ehrlich zu sein. Jesus hat den Mut, Traditionen, die niemandem dienen, mit Füßen zu treten. Jesus läßt sich von Äußerlichkeiten nicht beeindrucken. Ihm ist es sehr wichtig, dass wir Menschen nach anderen Maßstäben beurteilen: Jak 2,1-4.




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  2. Gott sieht auf das Herz. Lk 11,39

Ihr Pharisäer, ihr haltet die Becher und Schüsseln von außen sauber... Das beim Essen vor ihm stehende Tafelgeschirr dient Jesus als Veranschaulichung. Jesus zeigt den Kontrast der äußeren Reinheit der Tafelgeräte zur inneren Unreinheit der Pharisäer. Er vergleicht die Becher und Schüsseln mit den Menschen, die auch ein Äußeres und ein Inneres haben. Sich die Hände zu waschen und seinen Körper zu reinigen, obwohl das Herz verunreinigt ist, ist so absurd wie schmutziges Geschirr nur von außen zu reinigen. Mit harten Worten tadelt Jesus die Eitelkeit und Scheinheiligkeit der Pharisäer: „Ihr pflegt und poliert euer frommes Image. Hauptsache, ihr fühlt euch gut. Im Mittelpunkt steht nur euer stolzes Ich.“ Was aus dem Herzen herauskommt, das verunreinigt Menschen: Mk 7,14-23. Böse Gedanken und Taten belasten deine Beziehung zu Gott.

Darum sollen wir uns in Acht nehmen, nur auf äußerliches Verhalten Wert zu legen. Sonst geschieht folgendes: 'Wie die Pharisäer reduzieren wir die Sünde auf leicht zu handhabende Kategorien und setzen alles daran, die Normen zu erfüllen, die wir selbst gesetzt haben. Geistliches Wachstum wird dann am Verzicht auf Kinobesuche und regelmäßige Teilnahme am Gottesdienst gemessen und nicht daran, ob die Beziehungen zum Nächsten sich verbessern. ... Wenn die Verlagerung auf meßbares, äußerliches Verhalten dazu dient, die Aufmerksamkeit von den quälenden Fragen unseres Herzens abzulenken (was leider oft der Fall ist), dann führt das zu einer „Lebensbewältigung“, die auf der Anpassung an selbstgesetzte Normen beruht. Dann ist jede Veränderung äußerlicher Natur. Sie vollzieht sich nicht von innen nach außen und führt auch nicht zur Freiheit, sondern zu einem permanenten Druck.' (Crabb, Von Innen nach Außen, S.30)

Gebt doch, was drinnen ist, als Almosen, siehe, dann ist euch alles rein. (V.41) Werke der Liebe und Barmherzigkeit - das ist, was Jesus fordert. Deine Beziehung zu Gott taugt nicht viel, wenn deine Beziehungen zu deinen Mitmenschen nicht von Liebe geprägt sind.

Im Buch Sprichwörter steht: Ein guter Ruf ist wertvoller als großer Reichtum und anziehendes Wesen ist besser als Silber und Gold. (22,1) Sich einen guten Ruf zu erwerben ist weise. Danach lohnt es sich, sich auszustrecken. Jesus ist selbst das beste Beispiel dafür. Er ging umher und tat Menschen unsagbar viel Gutes. Er begegnet auch heute noch Menschen, die sich eingestehen, dass sie seine Hilfe brauchen. Er hilft auch heute noch Menschen, indem er ihnen ihre Schuld vergibt.

Der alte Simeon freute sich über das Baby, das er in seinen Händen hiel (Lk 2,25ff). Er sah nicht nur mit den Augen. Er sah im Glauben den Heiland und Retter der Welt – und das machte ihn froh. Simeon freute sich über das kleine Jesuskind, das er in seinen Händen hielt, weil er den wahren Wert in diesem „unscheinbaren“ Kind sah. So sieht Jesus in dir einen unsagbar wertvollen Menschen. Jesus sieht dich mit anderen Augen an! Gott liebt dich. Er sieht dein Herz. Er weiß, wie es in dir wirklich aussieht. Vor ihm kannst du ehrlich sein. Mit Jesus kannst du echt werden. Von ihm kannst du lernen, innerlich stark zu werden. Mit ihm wird dein Leben neu und froh. Er lädt dich heute ein »Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Frieden geben. Nehmt meine Herrschaft an und lebt darin! Lernt von mir! Ich komme nicht mit Gewalt und Überheblichkeit. Bei mir findet ihr, was eurem Leben Sinn und Ruhe gibt. Ich meine es gut mit euch und bürde euch keine unerträgliche Last auf.« Matth 11,28-30

 

Baptisten Nordenham | Zoar-Kapelle | 26954 Nordenham | Friedrich-Ebert-Str. 65   
Gottesdienst: So 10:00

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