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  Legt das ab, was euch und andere zugrunde richtet
Epheser 4,25-32 – 3.2.2008 - V. Janke



 
  Was muss geschehen, bis ein Mensch sagt „So will ich nicht weiter leben“? Meine Gewohnheiten zu ändern ist leichter gesagt als getan. Manchmal nehmen wir uns vor, uns zu ändern, und doch bleibt es oft nur bei guten Vorsätzen. Ein anderer Mensch zu werden ist Christen wichtig. Schon der Begriff Christ erinnert uns ständig daran. Manchmal denken wir, „ein neues Jahr hat begonnen, doch alles bleibt beim Alten“? Das ist eine Lüge. Niemand bleibt, wie er ist. Als Christen sollen wir vertrauensvoll daran festhalten: Gott will uns erneuern!

Ein beeindruckendes Beispiel für positive Veränderung ist die Engländerin Florence Nightingale (1820-1910). Obwohl sie eine reiche Frau war, folgte sie in der Mitte des 19. Jahrhunderts dem Ruf Gottes in die schwierige Arbeit in Kriegslazaretten. In dem unbeschreiblichen Elend und Leid wurde sie zum Lichtstrahl der Soldaten. Sie setzte sich mit ihrer ganzen Kraft für die Verwundeten und Sterbenden ein. Und wo sie auftauchte, war die Atmosphäre verändert. „Sie hebt unsere Moral,“ erklärte ein alter Soldat. „Die Offiziere lernen, ihre Untergebenen nicht mehr wie Tiere, sondern wie Menschen zu behandeln. Durch ihr feines Taktgefühl gibt Florence Nightingale jedem seine Würde und Selbstachtung wieder.“ Ihr Wirken und ihre Anwesenheit hatte eine positiv verändernde Wirkung.

Paulus: Was Jesus wirklich von uns erwartet, habt ihr gehört und auch verstanden: (...)Gottes Geist will euch mit einer völlig neuen Gesinnung erfüllen. Eph 4,21+23 Die Gegenwart des auferstandenen Herrn Jesus Christus in uns und unter uns soll eine positiv verändernde Wirkung haben. Durch den Glauben an Jesus sind wir neue Menschen! Darum soll unser Denken, Fühlen, Wollen, und Reden erneuert werden durch Jesus Christus, damit unser neues Wesen sichtbar wird. Weil Jesus in unser Leben gekommen ist, wird uns an bestimmten Punkten bewußt: „So will ich nicht weiter leben! So will ich nicht mehr denken! So will ich nicht mehr reden!“ Weil ich in meinem Herzen fest glaube: „Jesus starb für mich, um mich zu erlösen. Er will mich auch von Gewohnheiten und Denkmustern erlösen,“ darum spreche ich mit dem Psalmbeter Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ps 39,2 Gott hat uns durch Jesus zu seinen Kindern gemacht. Wir sind Königskinder! Jesus hat unserem Leben als Kinder Gottes eine neue Richtung und ein neues Verlangen gegeben. Betet für uns! Wir haben ein gutes Gewissen, denn wir wollen in jeder Weise ein Leben führen, das Gott gefällt. Hebr 13,18 Paulus schreibt an die Christen in Ephesus Durch Christus ist es licht und hell in euch geworden. Darum lebt nun auch wie Kinder des Lichts! Ein solches Leben führt zu aufrichtiger Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit. Eph 5,8f Lebt wie Kinder des Lichts!

In dem ganzen Abschnitt Eph 4,17-32 zeigt Paulus: Im Leben eines Christen sind zwei große, gegensätzliche Entwicklungen möglich: 1) der „alte Mensch“ will uns durch Begierden und Leidenschaften zugrunde richten. Zu diesen Impulsen sollen wir Nein sagen; hier müssen wir gegensteuern und Widerstand leisten! 2) der „neue Mensch“ will in uns Gestalt gewinnen – den sollen wir anziehen, d.h. neue Sichtweisen, Denkmuster, Charakterzüge, Verhaltensweisen lernen und leben.

1. Legt das ab, was euch und andere zugrunde richtet.. 4,25-32 Ihr sollt euch von eurem alten Leben, dem »alten Menschen« mit all seinen trügerischen Leidenschaften, endgültig trennen und euch nicht länger selbst zerstören. Eph 4,22 (Hoffnung für alle) Wer im Vertrauen auf das Fleisch sät, wird vom Fleisch Verderben ernten; wer aber im Vertrauen auf den Geist sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten. Gal 6,8 Als ich einmal mit Geschwistern zu einer Klausur in einem Freizeitheim war, übernachtete ich in einem Raum, in dem es unangenehm roch. „Na ja,“ dachte ich, „das wird dich nicht umbringen.“ Doch ich konnte nicht schlafen. Mir wurde übel. Ich hatte Magenschmerzen. Ich dachte, es sei ein Magenvirus. Doch es war der giftige Dampf von einem Lösungsmittel, den ich einatmete, und der mich krank machte. Ich atmete ein Gift ein. Und es gibt – Krimileser wissen das – Gifte, die spürt und schmeckt man nicht, die wirken nicht sofort, aber nachhaltig und gefährlich und irgendwann dann tödlich.




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  Das Wesen des alten Menschen ist Gift! Wenn wir seinen Impulsen folgen, dann vergiften wir uns selbst und andere. Damit sind Denkmuster und Verhaltensweisen gemeint, die uns zugrunde richten! Einige erwähnt Paulus in Eph 4,25-32 und sagt: „Legt das ab! Hört auf damit! Sagt Nein dazu!“

1) Gift der Lügen Belügt euch also nicht länger, Oder Deshalb legt die Lüge ab... V.25 (vgl. Kol 3,9-10) Lüge ist für uns ein vertrautes und bequemes Kleidungsstück. Unehrlichkeit gehört zum Wesen des alten Menschen. Umfassend sagt die Bibel Alle Menschen sind Lügner. Röm 3,4 Darum sollten wir regelmäßig beten „Herr, ich will nicht mehr lügen. Bitte hilf mir, ehrlich zu sein.“ Wer lügt, zerstört Vertrauen und damit die Grundlage für Gemeinschaft! Wer lügt vergiftet Beziehungen, Freundschaften, Familien, Ehen! Für uns als Glieder der Gemeinde Jesu und als geistliche Gemeinschaft ist Lüge ein Gift. Ich fragte den Herrn: Wo sind wir versucht, unehrlich zu sein?

(1) Im Selbstgespräch; im Für-wahr-halten falscher Gedanken; in unserem Denken über uns selbst: wir lügen, wenn wir uns verurteilen, obwohl Gott uns nicht verurteilt; wenn wir meinen, wir seien nicht wertvoll, obwohl wir für Gott sehr wertvoll sind; wir lügen, wenn wir unseren Wert von unserer Leistung, unserem Aussehen oder unserem Wissen abhängig machen.

(2) Wir belügen uns und andere, wenn wir so tun als ob zwischen uns und anderen alles bereinigt sei, obwohl wir das klärende, versöhnende Gespräch nicht gesucht haben. Wir lügen, wenn wir eine Einheit und Verbundenheit vorgeben, die es nicht gibt. Wo bist du versucht, zu lügen? Als Christen sollen wir darauf achten, was wir denken und sagen: Es heißt doch in der Heiligen Schrift: »Wer sich am Leben freuen und gute Tage erleben will, der achte auf das, was er sagt. Keine Lüge, kein gemeines Wort soll über seine Lippen kommen. 1. Petr 3,10 Lüge soll in keiner Form unter uns Raum haben. Zur Erneuerung gehört ein entschiedenes Nein zur Unehrlichkeit. In einem Ehebuch fand ich folgendes Eingangszitat: „Ich liebe dich. Wenn ich dich liebe, muss ich dir die Wahrheit sagen. Ich möchte Liebe von dir. Ich möchte Wahrheit von dir. Sag mir die Wahrheit, wenn du mich liebst.“ (David Augsburger, Sag mir die Wahrheit, wenn du mich liebst)

2) Gift des Zorns In Eph 4,26 steht in der Übersetzung Gute Nachricht Versündigt euch nicht, wenn ihr in Zorn geratet! Zorn ist ein heftiger Gefühlseinbruch in das Gemüt. Zorn ist wie ein Autofahrer, der mit Vollgas aus einer Parkbuch zwischen zwei Autos hinaus fahren will. Diese Wallungen und Bewegungen des menschlichen Herzen haben ihren Ursprung in dem alten, natürlichen Wesen des Menschen – im Fleisch, wie das NT sagt. Zorn erfüllt den ganzen Menschen und will ihn bestimmen. Zorn verleitet schnell zu Streit und Hader und reizt man den Zorn, dann gibt es Streit! Spr 30,33 Zorn ist im Buch Sprichwörter eine Eigenschaft der Narren und Dummköpfe Wenn ein Dummkopf gekränkt wird, zeigt er seinen Ärger sofort; Kluge beherrschen ihre Gefühle. Spr 12,16 Klugheit macht den Mann langsam zum Zorn, und es ist seine Ehre, dass er Verfehlung übersehen kann. 19,11 Ein Mann, der seinen Zorn nicht zurückhalten kann, ist wie eine offene Stadt ohne Mauern. 25,28

Zorn führt zu einem Kontrollverlust. Jesus sagt Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; Mt 5,22 Ein Gebet soll nie im Zorn gesprochen werden (1 Tim 2,8) Ganz allgemein gilt Denkt daran, liebe Brüder: Seid immer sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber überlegt genau, bevor ihr selbst redet. Und hütet euch vor unkontrolliertem Zorn! Denn im Zorn tun wir niemals, was Gott gefällt. Jak 1,19 Der Zorn hat nur ein sehr begrenztes Recht. Es gibt Dinge, die machen uns zornig – manchmal auch mit Recht. Doch Paulus rät uns „Wenn ihr wirklich einmal erzürnt seid, dann legt den Zorn so schnell es geht wieder ab. Achtet darauf, dass ihr ihn überwindet, sonst überwindet er euch.“ Wie der Prophet Jona von Gott gefragt wurde, sollten wir uns fragen (Jona 4,4) Meinst du, dass du mit Recht zürnst?

 

Baptisten Nordenham | Zoar-Kapelle | 26954 Nordenham | Friedrich-Ebert-Str. 65   
Gottesdienst: So 10:00

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